Studie: An diesen Orten im Flughafen lauern die meisten Keime

Ekel-Studie aus Großbritannien: An diesen Orten im Flughafen lauern die meisten Keime

Armlehnen, Geldautomaten, Spielecken: An vielen Orten in Flughäfen sammeln sich Viren auf Oberflächen. Forscher aus Großbritannien und Finnland haben untersucht, an welchen Stellen die Keimbelastung besonders hoch ist.

Die Abflugtafel zeigt einen pünktlichen Flug an, alle Koffer sind abgegeben, der Urlaub steht kurz bevor. Jetzt kann nichts mehr schief gehen, werden sich die meisten Menschen denken. Doch wie eine neue Studie zeigt, besteht gerade am Flughafen ein Risiko für die Gesundheit.

Wissenschaftler der britischen Universität Nottingham und Mitarbeiter des finnischen „National Institute for Health and Welfare“ untersuchten Oberflächen am Flughafen Helsinki-Vantaa auf Viren. Im Jahr 2017 reisten fast 19 Millionen Menschen über den Flughafen.

Die Forscher fanden heraus, dass zehn Prozent der untersuchten Oberflächen betroffen waren. „Eine Kontamination mit einem Virus ist an häufig angefassten Oberflächen an Flughäfen nicht selten“, heißt es in der Studie. Die stärkste Keimbelastung bestand demnach in den Plastikschalen, in die bei der Sicherheitskontrolle das Handgepäck gelegt wird. Auch an Geldautomaten, den Pass-Schaltern, in Kinder-Spielecken sowie auf den Treppengeländern wurden Viren entdeckt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Wissenschaftsjournal „BMC Infectious Diseases“.

„Internationale Reisen haben die rapide Verbreitung von Infektionskrankheiten möglich gemacht“, heißt es in der Ende August veröffentlichten Studie. Am Airport in Helsinki wurde am häufigsten das Rhinovirus gefunden: Die Krankheitserreger sind verantwortlich für Schnupfen und Erkältungen. Doch auch Grippeviren (Influenza A) wurden auf den Oberflächen sichergestellt. Die Toiletten waren hingegen überraschenderweise recht ungefährlich: Dort fand sich kein einziger Virus für Atemwegserkrankungen. Die Forscher schränken die Aussagekraft jedoch ein, da die Anzahl der Proben mit 94 „relativ gering“ sei.

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Die Autoren der Studie schreiben, dass die Ergebnisse zu Maßnahmen an Flughäfen führen könnten, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, hieß es.

In einer Pressemitteilung der Universität Nottingham warnt auch der Medizinprofessor Jonathan Van Tam vor der schnellen Verbreitung von Infektionen. Er verweist dabei auf die Forschungsergebnisse der Pandemie-Experten. „Menschen können die Ansteckungsgefahr minimieren, indem sie ihre Hände waschen und in ein Taschentuch oder ihren Ärmel husten - vor allem an öffentlichen Orten.“ Diese Verhaltensregeln könnten demnach helfen, Pandemien vorzubeugen. Speziell an Flughäfen seien diese Maßnahmen von Bedeutung, da dort Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenkommen. In Helsinki beispielsweise kommt ein Großteil der Passagiere aus Asien.

Bereits im Jahr 2015 beschäftigten sich Forscher mit der Hygiene und potenziellen Ansteckungsgefahr in Flugzeugen. Einer Studie zufolge sind vor allem Klapptische, Armlehnen und Wasserhähne mit Bakterien belastet. Die höchste Keimkonzentration fanden die Autoren an den Klapptischen: Diese werden nicht nur angefasst, sondern oft landen auch Essensreste oder Tropfen von Getränken darauf. Der darin enthaltene Zucker ist Nährboden für Bakterien.

Wird an Bord eines Flugzeugs nicht gründlich geputzt, können die Keime auf den Oberflächen laut einer Studie von 2014 tagelang überleben. US-amerikanische Wissenschaftler bewiesen, dass der MRSA-Keim, besser bekannt als Krankenhauskeim, bis zu einer Woche an der Tasche auf der Rückseite eines Flugzeugsitzes überleben kann. Auch Coli-Bakterien konnten nach vier Tagen noch auf Armlehnen nachgewiesen werden.