Schneechaos und Lawinengefahr: Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Schneechaos und Lawinengefahr : Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Der Lawinenwarndienst rechnet für Mittwoch mit einer starken Lawinentätigkeit. Schon jetzt ist in den Alpengebieten ein Viertel aller Pässe gesperrt. Urlauber kommen nicht an ihr Ziel beziehungsweise nicht nach Hause.

Der Schnee und sinkende Temperaturen sorgen für Unmut und bisweilen für rechtlichen Ärger. In vielen Fällen zahlen die Reiseveranstalter nämlich nicht die Hotelkosten.

Rechtliche Fragen im Überblick:

Sitzen Skiurlauber bei der Abreise im Schnee fest, muss der Reiseveranstalter nicht für Hotelkosten aufkommen. "Ist der Urlaub zu Ende, und die Reisenden können wegen blockierter Straßen nicht nach Hause fahren, ist der Veranstalter außen vor", sagt der Reiserechtler Paul Degott.

Auch einen Verdienstausfall müsse er dann nicht begleichen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Veranstalter Urlaubern ausdrücklich rät, angesichts starker Schneefälle im Hotel zu bleiben. Dann müsse er dafür auch die Kosten übernehmen.

Da die meisten Skireisen mit eigener Anreise gebucht werden, haben Veranstalter laut Degott in der Regel nicht die Pflicht, Kunden nach Hause zu befördern. Eingeschneite Urlauber können also nicht darauf pochen, mit dem Hubschrauber ausgeflogen zu werden, wenn alle Straßen gesperrt sind.

Veranstalter von Busreisen müssten die Urlauber zwar wieder nach Hause transportieren - aber erst, sobald die Straßen frei sind. So lange müssen sich betroffene Urlauber also gedulden.

Sind wegen der Schneemassen und erhöhten Lawinengefahr die Skipisten gesperrt, müssen Veranstalter Reisekosten zurückbezahlen, wenn sie im Katalog die Zusicherung gemacht haben, dass Skifahren möglich ist.

Kommen Reisende wegen gesperrter Straßen gar nicht an ihren Urlaubsort, haben sie nach Auskunft von Degott das Recht, den Urlaub kostenlos zu stornieren. In diesem Fall sollten sie Kontakt mit ihrem Veranstalter aufnehmen. "Sind unzweifelhaft alle Zufahrtsstraßen blockiert, bekommen Urlauber ihren Reisepreis zurück", erklärte der Reiserechtler. Um das zu beweisen, sollten sich Urlauber Zeitungsberichte oder Meldungen aus dem Internet aufbewahren.

Schlechte Karten haben Urlauber dagegen, wenn sie für den Winterurlaub privat ein Zimmer in einer Pension oder Ferienwohnung gebucht haben. "Bei einer Privatbuchung liegt Mietrecht vor. Dann muss ich als Reisender auf jeden Fall zahlen - egal, ob ich das Zimmer nutzen kann oder nicht", erklärte Degott.

Hier geht es zur Infostrecke: Die Schnee-Rekorde

(dpa)