Koh Samui die Trauminsel, wo die Zeit stehen geblieben scheint

Thailand : Urlaub in Zeitlupe

Koh Samui im Golf von Thailand war einst Hippie-Paradies und ist heute bekannt für rauschende Full-Moon-Partys. Doch es gibt noch ein Fleckchen auf der Trauminsel, wo die Zeit stehen geblieben scheint: Im stillen, ursprünglichen Süden kann man im Einklang mit der Natur entschleunigen.

Da liegt sie nun, die gestresste Städterin, hat alle Viere von sich gestreckt und den Geist ausgeknipst. Am Ende ging es ganz leicht: Masseurin Nong Prveenut musste nur einmal zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule drücken, den Arm nach vorne ziehen und schon hat sie den Aus-Schalter fürs Gehirn gefunden. Auf der gegenüberliegenden Massageliege ist der innere Schweinehund der gestressten Städterin in seinem Element, schlürft geräuschvoll an einer Kokosnuss und zwinkert verschwörerisch herüber. Na schön, dann lassen wir uns eben mal gehen. Der Blick schweift von der Liege aus über die Bucht. Es ist dieses Katalogbild vom Paradies, das sich hier im Süden Koh Samuis auftut: Das Meer changiert türkis-blau, umspült die glatt-grauen Steine im Wasser und schwappt immer wieder rhythmisch über den weißen Sandstrand. Ein Palmenspalier dient als Bilderrahmen für dieses Panorama, das tausendfach in kargen Büros an der Korkpinnwand hängt und zum Durchhalten bis zum nächsten Urlaub motiviert.

Die Szene wird im „Kamalaya Resort“ zur Realität. Das unwirkliche Postkartenmotiv ist Teil des ganzheitlichen Gesundheitskonzepts, das auf die Natur als kraftspendendes Element setzt. Was man morgens am Wegesrand blühen sieht, landet nachmittags im Fußbad oder abends auf dem Teller. Das Resort hat sich vor allem darauf spezialisiert, bei überarbeiteten Westlern mit speziellen Entgiftungs-, Schlaf-, Stress- und Burnout-Programmen die Reboot-Taste zu drücken. Hier ist Urlaub nicht nur Erholung und Entspannung, sondern auch Arbeit an sich selbst.

Heilpraktikerin Leila Abachi möchte auch die innere Uhr der gestressten Städterin wieder zum Ticken bringen – das Sieben-Tage-Programm „Balance und Revitalisierung“ legt die Grundlagen für den Neustart. „Dein Körper und dein Geist sind gerade nicht im Einklang. Dein Kopf ist deinem Körper voraus“, stellt Leila fest und gibt die erste Empfehlung für den Neuankömmling: „Nimm dir einfach mal 30 Minuten Zeit und starre aufs Meer, genieße den Ausblick und schalte den Kopf aus.“

Das „Kamalaya“ liegt an einem abgelegenen Berg, der einst von buddhistischen Eremiten besiedelt war. Herzstück ist eine Höhle, die früher als Meditationsort für buddhistische Mönche diente. Um die beste Aussicht auf die Bucht zu genießen, geht es steil den Berg hoch, vorbei an Meditationshöhle und Wasserfällen durch die verwinkelte Parkanlage. Überall am Wegesrand stehen Schilder mit dem Hinweis „Ruhezone“. Nur die Schwatzvögel, Nachtigallen und der gemeine Kuckuck halten sich nicht dran. Sie sind Teil des Kamalaya-Soundtracks.

Fast scheint es, als würden sie den schweißtreibenden Aufstieg der gestressten Städterin höhnisch begleiten. Vorbei an anderen Gästen, die sich im Schneckentempo den Berg hinauf schieben, steht sie schließlich außer Atem und nach Luft japsend oben. Und bemerkt plötzlich, dass sich alles andere in Zeitlupe bewegt: die Kellner, die Palmen im Wind, die anderen Urlauber – sogar das Wasser des Wasserfalls scheint irgendwie zähflüssiger. Und die Aussicht? Gleich atemberaubend wie einige Höhenmeter tiefer. Erste Lektion des Tages: Es muss nicht die beste Aussicht, der höchste Punkt oder das schnellste Tempo sein.

Zweite Einheit des Tages: Atemmeditation bei Smitha Jayakumar. Vor neun Jahren hat sie ihren Hindu-Orden im Süden Indiens verlassen, um im „Kamalaya“ als Life-Coach anzufangen. Mit der Yoga-Atemtechnik Pranayama hilft sie den Besuchern des Resorts, die Energie im Körper wieder besser zum Fließen zu bringen. „Der Atem ist der Spiegel deiner Seele“, erklärt Smitha und macht die Übungen vor. Einatmen durch die Nase und bis vier zählen, Atem anhalten und bis acht zählen, ausatmen durch den Mund. „Immer wenn ich das Gefühl habe, mein Kopf ist voll, setze ich mich hin und mache die Übungen. Danach fühlt sich der Kopf viel freier an“, erklärt Smitha und verordnet vier Atemzyklen täglich.

Der anschließende ayuverdische Stirnguss eine Etage tiefer zieht mit jedem Milliliter warmem Kräuteröl, das die Stirn herunterfließt, einen weiteren überflüssigen Gedanken aus dem Kopf. Am Ende des Abends scheint der Körper endgültig auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Eine tolle Aussicht und Ruhe für Meditation: Im Kamalaya Resort auf Koh Samui steht Entspannung im Vordergrund. Foto: Kamalaya


Die Redaktion wurde von Kamalaya zu der Reise eingeladen.