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Campen in Deutschland und Europa: Alle wichtigen Infos rund ums Camping

Der vielfältige Urlaubsspaß : Camping - die große Freiheit

Zelt, Wohnmobil oder Camper? Welche sind die beliebtesten Reiseziele für Camper in Deutschland? Worauf muss beim Camping geachtet werden? Diese und viele weitere Fragen rund um das Thema Camping beantworten wir in unserem großen Ratgeber.

Wer kennt sie nicht, die Bilder aus den 1960er Jahren? Wagenkolonnen deutscher Touristen schieben sich über den Brenner in Richtung Italien zum Gardasee in den Campingurlaub. Den Menschen ging es wirtschaftlich wieder besser, und nun sehnte man sich nach Urlaub. Günstig sollte es dann aber doch sein. Damals war man bescheiden und kam mit wenig aus. Camping-Urlaub war modern und folgte dem Geist der Zeit. Statt im schmucken Wohnwagen oder gar in einem Wohnmobil zu reisen, packten die Deutschen lieber ihr Zelt ein.

Heute ist das Klientel auf den Campingplätzen bunt gemischt. Vor allem für Familien ist Campingurlaub gut geeignet. Die Kinder können toben, und die Erwachsenen finden Erholung. Moderne Campingplätze, zum Beispiel in Ferienparks, bieten W-LAN, Restaurants, Schwimmbäder und manchmal auch eine Sauna. Waren die Sanitäranlagen früher oft noch spartanisch, sind auch die heute modern. Am liebsten fahren die Touristen immer noch auf Plätze, die am Meer liegen.

Was versteht man unter dem Begriff Camping?

Camping kommt vom lateinischen Wort campus und bedeutet grob das touristische Übernachten auf eben diesem freien Feld. In Deutschland wurde Camping schon nach dem Ersten Weltkrieg attraktiv. Die Menschen erlebten einen Aufschwung und konnten sich plötzlich Urlaub leisten. Einen Anspruch darauf, gab es davor nicht. Natürlich war die Campingausrüstung damals spartanisch. Zelte waren die Wahl der Zeit. Besonders beliebt waren auch Faltboote. Die erlebten so reißenden Absatz, dass die Hersteller der Faltboote auch die Campingausrüstung herstellten. Der Stoff der Zelte war relativ einfach. Kriegsbedingt brach das Camping ein und erlebte durch das Wirtschaftswunder wieder einen Aufschwung. 1931 erfunden, wurde der Wohnwagen beliebt. Auch Fahrzeuge wie der VW-Bus erlebten durch das Camping ihren großen Aufschwung. In der DDR war Camping schon deshalb beliebt, weil die Bürger dort keine große Auswahl an Reisezielen hatten. Fuhren die Bundesdeutschen vornehmlich nach Italien, zog es die DDR-Bürger an den Plattensee. Der bekannte Kölner Liedermacher Karl Berbuer widmete dem Zeitgeist sogar ein Camping-Lied.

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In der Corona-Zeit erleben Campingplätze noch einmal einen ganz neuen Boom. Manch einer möchte nicht ins Ausland fahren oder meidet Hotels. Auf einem Campingplatz, an der frischen Luft, gefällt es vielen besser. Dafür wird es aber bei der Campingplatz-Suche hin und wieder schwierig, einen Stellplatz zu finden. Hat man den aber dann gefunden, geht es mit der ganzen Familie in den Urlaub.

Camping-Packliste – was darf nicht fehlen?

Wer einen Campingurlaub plant, der muss beachten, dass er im Grunde alles dabei haben sollte, was man sowohl täglich als auch im Notfall braucht. Einen Großteil der Infrastruktur muss der Camper nämlich selber schaffen. Deshalb muss man einiges mitnehmen.

Es kommt auch darauf an, ob man im Zelt, im Wohnwagen oder im Reisemobil schläft. Reisemobile sind oft mit den wichtigsten Dingen ausgestattet. Auch Wohnwagen haben zumindest Betten an Bord. Zum Schlafen braucht man in diesen beiden Fällen daher das, was man im heimischen Bett auch hat: Kopfkissen und Oberbett. Wer zeltet, der braucht einen Schlafsack, eine Isomatte, Heringe und einen Hammer, um die Heringe – und damit das Zelt – im Boden zu verankern.Um es sich ein wenig gemütlich zu machen, sollte man auch einen Tisch und Stühle, die man zum Beispiel einklappen kann, einpacken. Eine Lampe, Taschen oder Tüten, ein Handfeger, Batterien und ein Regenschirm sind auch empfehlenswert.

Wer den Campingurlaub im Ausland verbringt, der nimmt am besten auch einen Eurostecker mit. Denn Steckdosen können in anderen Ländern auch schon einmal anders aussehen. Das vielleicht Wichtigste bei einem Campingurlaub ist aber Klopapier. Und da ist es auch ganz egal, welche Art von Camping man wählt.

Natürlich gibt es Campingplätze, die über ein Restaurant oder einen Imbiss verfügen. Oder man kann auf Ausflügen essen gehen. Campingplätze sind nämlich oft der ideale Ausgangspunkt, um die Umgebung zu erkunden. Eine Karte der Region ist daher auch ein guter Tipp. Wer aber selber kochen möchte, der braucht weitere Ausrüstung. Dazu gehören unter anderem Töpfe, Pfannen, Geschirr, eine Schere, Spülmittel, ein Schwamm, Küchenhandtücher, ein Dosenöffner und ein Schneidebrett. Wer kein Reisemobil hat, in dem eine Küche eingebaut ist, für den ist es ein guter Tipp, vielleicht auch den Grill einzupacken. Um anschließend den Abfall zu entsorgen, sollte man auch Mülltüten dabei haben.

Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, der muss natürlich auch die nötigen Papiere wie den Führerschein und den Fahrzeugschein dabei haben. Nicht vergessen darf man im Camping-Urlaub auch Dinge wie Zahnbürste, Zahnpasta, Duschgel und Handtücher. Ein kleines Problem ist die Kleidung. Denn in einen Wohnwagen passen nicht viele Koffer. Daher lieber etwas weniger einpacken als bei einem Urlaub im Hotel. Manchmal kann man die Wäsche auch waschen. Empfehlenswert ist daher auch eine Wäscheleine. Medikamente und ein Erste-Hilfe-Set gehören ebenfalls zur Grundausrüstung eines Campers.Zum Schluss sollten Campingfreunde noch daran denken, Speisen, Getränke und einige Snacks einzupacken. So sind die Mahlzeiten gesichert.

Was muss beim Camping beachtet werden?

Wer in den Camping-Urlaub fährt, der sollte sich zunächst einmal darüber klar werden, wie er überhaupt Camping machen möchte. Im Wohnmobil beziehungsweise Reisemobil, im Wohnwagen oder vielleicht doch lieber klassisch im Zelt? Das Zelt ist günstig, braucht aber viel zusätzliche Ausrüstung. Bei den anderen Varianten bringt man seine eigenen vier Wände mit. Der Komfort ist dabei deutlich höher. Wer sich dafür entscheidet, der muss sich im Grunde nur Gedanken über den Stellplatz auf dem Campingplatz machen. Den meisten Luxus bietet das Wohnmobil. Allerdings kann das je nach Ausführung recht teuer werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, bei diversen Anbietern eines zu leihen.

Hat man die für sich richtige Wahl getroffen, muss man natürlich darüber nachdenken, in welchem Land der Urlaub überhaupt stattfinden soll. In Deutschland, klassisch in Italien oder Frankreich? Und lieber in der Nähe von Strand und Meer oder doch lieber an einem See, Fluss oder im Landesinnern? Manch einer bevorzugt vielleicht auch einen FKK-Campingplatz. Auch solche speziellen Camping Resorts gibt es. Um den nächsten Urlaub zu planen, gibt es zahlreiche Campingführer. So findet jeder den für sich richtigen Campingplatz.

Bevor es dann losgeht, sollte man zu Hause einmal üben, ob man mit dem gewählten Fahrzeug auch zurechtkommt. Eventuell empfiehlt sich ein Fahrsicherheitstraining. Zu beachten ist auch, dass das Gewicht richtig verteilt wird. Bewegliche Gegenstände müssen gut gesichert werden. Bei einem Bremsmanöver werden sie sonst zu gefährlichen Geschossen. Wer einen Führerschein der Klasse 3 besitzt, braucht sich keine weiteren Gedanken zu machen. Wer einen Führerschein der Klasse B hat, kann vor einem Problem stehen. Damit darf man nämlich nur Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen fahren. Außerdem ist das Tempolimit zu beachten.Wer sich entschieden hat, zu zelten, der muss beachten, dass das nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt ist. Wer ein Wohnmobil hat, der darf hingegen auch auf Parkplätzen stehen.

Wie findet man schöne Campingplätze?

Den nächsten Urlaub zu planen und sich dann das ganze Jahr darauf zu freuen, kann richtig Spaß machen. Wer auf der Suche nach einem schönen Campingplatz ist, der kann zum Beispiel spezielle Campingführer zu Rate ziehen. Im Internet gibt es außerdem spezielle Camping-Websites. Da ist für jeden Preis etwas dabei. Gemeinsam mit der Familie oder zusammen mit den Kindern den richtigen Campingplatz zu suchen, fällt da nicht schwer. Alternativ gibt es von verschiedenen Anbietern regelmäßig erscheinende Camping-Magazine. Sie kann man sich per Post nach Hause schicken oder per Mail als Newsletter zusenden lassen. Inhaltlich bestehen solche Camping-Magazine häufig aus Vorstellungen von Campingplätzen und Infos rund um das Camping.

Welche Camping-Varianten gibt es?

Camping kann man in mehreren Varianten betreiben, von günstig bis teuer, von schlicht bis luxuriös. Für einen günstigen Campingurlaub braucht man eigentlich nur einen passenden Campingplatz. Der Preis hängt auch oft von der Lage ab, zum Beispiel ob man sich in der Nähe eines Strandes befindet. Dann können die Kosten schon einmal etwas höher sein. Wer aber seinen Urlaub genießen möchte, der zahlt das nicht selten gerne.

Grundsätzlich unterscheidet man aber fünf Arten des Campings:

Zelten: Das ist der Klassiker unter den günstigen Campingurlauben. Weit verbreitet ist es aber nicht mehr, denn Komfort und Luxus sind hier gleich null. Man muss im Grunde alles mitbringen, was man so braucht. Dafür ist diese Variante absolut ursprünglich und hat ihre Liebhaber. Und man kann das Zelt, sofern es erlaubt ist, direkt am Strand, am Meer oder am See aufbauen.

Camper-Van: Dabei handelt es sich um einen Camping-Bus. Man ist flexibel, kann mehrere Ziele ansteuern und den Campingplatz als idealen Ausgangspunkt für Touren nutzen, um die Gegend zu entdecken. Ihn gibt es vielen Varianten von günstig bis hochpreisig und luxuriös.

Wohnmobil: Diese Variante bietet den größten Komfort, um das Campen richtig zu genießen. Die Unterkunft auf vier Rädern macht den Camper unabhängig. Man hat alles dabei, was man braucht und kann sein eigener Herr sein.Wohnwagen: Der Klassiker auf dem Campingplatz stirbt nicht aus. Er ist eigentlich nichts anderes als ein Anhänger, in dem man wohnen kann. Seit Generationen fahren deutsche Familien mit ihm vor allem im Sommer in die Ferien. Ihn kann man in Ruhe auf dem Campingplatz stehen lassen und mit dem Pkw die Gegend entdecken. Der Preis für die Anschaffung ist meist moderat. Auch ihn kann man mit allem ausstatten, was man in den Ferien so braucht. Inzwischen gibt es einige Luxusausführungen.

Glamping: Diese Variante wird seit einigen Jahren immer beliebter. "Glamping" ist eigentlich eine Kurzform für "glamoruos camping". Beim Glamping bevorzugt man Luxus. Es gibt immer mehr Campingplätze, die diese Form anbieten. So kann man eine fertig eingerichtete Unterkunft anmieten und hat eine billige Alternative zur Übernachtung im Hotel. So hat man beim Glamping ein festes Dach über dem Kopf und meist ein bequemes Bett, gleichzeitig aber die Atmosphäre eines Campingplatzes. Eigene sanitäre Anlagen sind auch vorhanden. Meist handelt es sich bei den Unterkünften des Glampings um kleine Holzhäuschen. Und die lästige Suche nach einem Stellplatz entfälltFür was auch immer man sich entscheidet: Alle Varianten gibt es in der klassischen Form und als spezielles Angebot für FKK-Camper in eigens dafür angelegten Camping Resorts.

Welche sind die beliebtesten Reiseziele für Camping in Europa?

Zu den beliebtesten Zielen der Camper gehört unter anderem Deutschland und dort vor allem die Ostsee. Doch auch außerhalb des eigenen Landes gibt es zahlreiche Ziele, die von deutschen Campingfreunden gerne angesteuert werden. Zu den beliebtesten Reisezielen gehören laut ADAC Campingplätze in Italien, Frankreich, Kroatien, den Niederlanden und auch Österreich. Bei der Campingplatz-Suche schauen sich Campingfreunde also in beinahe ganz Europa um.Am immer noch beliebten Gardasee empfiehlt der ADAC gleich vier Campingplätze: Camping Piani di Clodia, La Rocca Camp, Camping Fornella und Camping Internazionale La Quercia. Gemein haben alle, dass sie in direkter Nähe zum See liegen. Vor allem der erste gleicht einem Ferienpark und verfügt zum Beispiel über ein Schwimmbad.

Für Kroatien rät der ADAC zu gleich 13 Campingplätzen. Zu ihnen gehören unter anderem Krk Premium Camping Resort, das Zaton Holiday Resort und Camping Straško. An erster Stelle für Kroatien nennt der ADAC die FKK-Anlage Valalta. Auch in Kroatien gleichen einige der empfohlenen Campingplätze Ferienparks, in denen sowohl Glamping als Alternative zur Unterkunft im Hotel möglich ist, als auch ganz normales Campen. Die meisten liegen in unmittelbarer Nähe zum Meer.

Für die Niederlande empfiehlt der ADAC 23 Ziele. Einige liegen direkt an der deutschen Grenze, wie der Vakantiepark De Twee Bruggen oder Vakantiecentrum De Fruithof. Andere befinden sich am Meer, wie der Ardoer Strandpark De Zeeuwse Kust. In den Niederlanden haben Campingfreunde für die Ferien im Sommer eine große Auswahl, um den für sich passenden Campingplatz zu finden. In Österreich rät der ADAC zu sieben Campingplätzen. Dazu zählt unter anderem der Komfort-Campingpark Burgstaller, der direkt an einem See liegt.Beliebt bei Campingfreunden sind auch Plätze in Frankreich – und da vor allem im Süden. Als Ziele nennt der ADAC zum Beispiel das Village Les Mimosas und das Village Le Sérignan Plage. Beide befinden sich direkt am Strand, und der Weg zum Meer ist damit kurz.

Welche sind die beliebtesten Camping-Ziele in Deutschland?

Vor allem in der Corona-Zeit suchen Campingfreunde nach Plätzen, die sich im eigenen Land befinden. Für Deutschland empfiehlt der ADAC 18 Ziele. Besonders beliebt ist die Region an der Ostsee. Dort steuern Campingfreunde zum Beispiel den Campingpark Kühlungsborn an. Beliebt ist auch das Insel-Camp Fehmarn. Dort gibt es neben Sanitäranlagen auch eine Sauna. Der Weg zum Wasser der Ostsee beträgt nur 200 Meter.Auch beliebt ist der Alfsee Ferien- und Erlebnispark in Niedersachsen. Auch Freunde des Glampings kommen dort auf ihre Kosten. Der Weg zum See ist auch nicht weit. Die Top-Adresse in Bayern ist laut ADAC das Strandcamping am Waginger See. Der Campingplatz befindet sich direkt am See und der Weg zum Strand ist ob der Lage kurz. Es gibt auch Unterkünfte zur Miete sowie W-LAN.

Eine beliebte Gegend ist auch der Schwarzwald. Dort empfiehlt der ADAC das Ferienparadies Schwarzwälder Hof. Es ist zwar nicht unbedingt groß, bietet dafür aber Mietunterkünfte, Schwimmbad, Sauna, Sportangebote und vieles für Kinder.So gerne die Deutschen ins Ausland, zum Beispiel nach Italien, Frankreich oder Kroatien reisen, so gerne kommen Gäste aus ganz Europa nach Deutschland. Denn die deutschen Campingplätze haben sich einen Namen gemacht.

Camping-Film - diese Filme wecken die Lust aufs Camping

Campingurlaub hat auch Eingang in zahlreiche Filme gefunden, auch wenn er dabei meist nur eine Nebenrolle übernimmt. So finden sich Campingszenen unter anderem in "Into the wild", "Wir sind die Millers" und "Die Chaoscamper". Typische Szenen der 1960er-Jahre gibt der Film "Das wilde Leben", die Biografie über Uschi Obermaier, wieder. Ein Klassiker bis heute ist "Go Trabbi Go".

Hier geht es zur Infostrecke: Top-Adressen für Camping in NRW

(cl)