Prachtvolle Bauten prägen Landschaftsbilder

Wahrzeichen ganzer Regionen : Herausragende Wahrzeichen ganzer Regionen

Mit atemberaubenden Bauwerken haben Menschen ganze Landschaften geprägt. Diese Bauten sind nicht mehr wegzudenken.

(rps) Sie haben mehrere Hundert Jahre überdauert. Und sind somit beeindruckende Zeugnisse menschlicher Schaffenskraft. Die Schlösser und Burgen, oft Prachtbauten der Herrschenden, prägen heute das Erscheinungsbild ganzer Landschaften. Eine Vielzahl von Burgen sind etwa im Oberen Mittelrheintal zu sehen, die diese Region ausmachen. Die UNESCO hat in Deutschland vier einzelne Anlagen zum Welterbe auserkoren.

Die Würzburger Residenz und sein dazugehöriger Hofgarten zählen zum außergewöhnlichsten Ensemble aller Barockschlösser in Deutschland. Der Würzburger Hofarchitekt Balthasar Neumann, bei dem die Gesamtleitung des gewaltigen Bauvorhabens lag, wird nicht zu beneiden gewesen sein. Viele sensible Künstlernaturen hatte er bei Laune zu halten und zu motivieren, ihr Bestes zu geben: Darunter waren die führenden Architekten Deutschlands und Frankreichs, etwa Lucas von Hildebrandt, Maximilian von Welsch, Robert de Cotte und Germain Boffrand.

In einer schöpferischen Gemeinschaftsleistung haben diese Künstler unterschiedlicher Nationalität und Sprache das „Würzburger Rokoko“ hervorgebracht, die gleichsam „italienischste“ aller Varianten dieses Stils in Deutschland. Auch der Hofgarten ist Teil des UNESCO-Welterbes und steht der Residenz in nichts nach.

Auch im Rheinland finden sich mit den Schlössern Augustusburg und Falkenlust zwei herausragende Bauwerke im Rokokostil in Brühl bei Köln direkt vor der Haustür. Schloss Augustusburg, oft einfach Schloss Brühl genannt, zählt als Lieblingsresidenz des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Clemens August zu den ersten bedeutenden Schöpfungen des Rokoko in Deutschland. 1725 begann man mit der Errichtung des Schlosses auf den Ruinen einer mittelalterlichen Wasserburg, bis zur Vollendung dauerte es mehr als 40 Jahre.

Einen kurzen Spaziergang von Schloss Augustusburg entfernt, am Rande eines abgeschiedenen Wäldchens, liegt das reizvolle Jagdschloss Falkenlust. In nur wenigen Jahren entstand zwischen 1729 und 1737 eine der intimsten und kostbarsten Schöpfungen des deutschen Rokoko. Hier frönte der Erzbischof seiner Leidenschaft, der Falkenjagd, um nach den Jagdvergnügungen höfische Gesellschaft  um sich herum zu versammeln.

Über Jahrhunderte hinweg haben die bedeutendsten Baumeister und Gartenkünstler in Potsdam und Berlin gewirkt. Die Anfänge liegen im Jahr 1745, als Friedrich der Große Schloss Sanssouci als Sommerresidenz erbauen ließ. Damit ist Sanssouci der älteste Teil der Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin. Seiner geradezu paradiesischen Schönheit verdankt das einzigartige Ensemble den Beinamen „Preußisches Arkadien“.

Die Eintragung der Potsdamer Schlösser und Gärten in die UNESCO-Welterbeliste hatte die Deutsche Demokratische Republik noch kurz vor ihrem Ende am 29. September 1989 beantragt. Die Bundesrepublik Deutschland ihrerseits schlug am 14. Juni 1990 den Teil der Havellandschaft mit den Schloss- und Gartenanlagen in Glienicke sowie die Pfaueninsel zur Eintragung vor. Am 12. Dezember 1990, nur zwei Monate nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten, nahm das Welterbekomitee der UNESCO die „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ in die Liste des Welterbes auf.

Von der einstigen Blüte der Wartburg zeugt in Eisenach noch heute der aus dem 12. Jahrhundert stammende Palas mit seinem prachtvollen Festsaal als Musterbeispiel und Kostbarkeit spätromanischer Baukunst. Wer heute die weitläufige Anlage betritt, dem öffnet sich ein ganzes Buch deutscher Geschichte. Die höfische Kunst des Mittelalters, das Leben und Wirken der heiligen Elisabeth, das Fest der deutschen Burschenschaften, der Sängerkrieg und Wagners romantische Oper „Tannhäuser“ – all das ist mit der Wartburg verbunden.

Ebenso wie Martin Luther, der 1521/22 auf der Wartburg als „Junker Jörg“ Schutz suchte – und fand. Hier nutzte er die erzwungene Rast, um sich für künftige theologische Auseinandersetzungen zu wappnen und um seine Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche zu verfassen.

Etwas komfortabler als in Luthers spartanischer Kammer geht es im Hotel und Restaurant auf der Wartburg zu. Es bietet nicht nur eine ausgezeichnete Gelegenheit, in wahrhaft historischem Ambiente zu nächtigen, sondern auch einen atemberaubenden Blick über die Schönheiten der thüringischen Landschaft.

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