Hotels in Gefängnissen: Zur Erholung in den Knast

Hotels in Gefängnissen : Zur Erholung in den Knast

Düsseldorf (RPO). Amy Winehouse war schon mal zu Gast, Paris Hilton durfte ebenfalls vorbeischauen, und Christian Slater ruhte sich auch einmal darauf aus: der Gefängnispritsche. Doch wogegen die einen sich sträuben, dafür bezahlen andere viel Geld. Immer mehr ehemalige Gefängnisse werden zu Hotels umgebaut. Darunter einfache Herbergen und Fünf-Sterne-Luxushäuser.

Handschellen, Gitterstäbe, karge Mauern — im Kittchen lebt es sich nicht schön. Und doch wollen viele Menschen dort Urlaub machen. Gebäude mit düsterer Vergangenheit, dicken Mauern und einer Geschichte voller tragischer Schicksale, das ist aufregender als ein neu gebautes Luxusresort am Strand. Dabei gibt es für jeden Geschmack etwas, von einfachen Herbergen bis hin zu teuren Luxushotels.

In einem alten Gefängnis in Lettland kommen beispielsweise die ganz Hartgesottenen auf ihre Kosten. Das Karosta-Gefängnis in Liepaja bietet Besuchern eine trostlose Knast-Atmosphäre. In dem ehemaligen Militärgefängnis saßen früher Offiziere, desertierte deutsche Wehrmachts-Soldaten und — zu Stalins Zeiten — politische Gefangene ein.

Das heutige "Hotel"-Zimmer: eine karge Zelle mit Holzpritschen auf dem Boden und einer Decke. Komfort: nicht vorhanden. Das Essen: wie im Gefängnis. Dafür wird gleich zu Beginn von jedem Gast — Verzeihung: jedem Gefangenen — ein Verbrecher-Foto gemacht. Das übernehmen natürlich die Wärter. Beliebt ist das Hotel besonders bei Schulklassen und Studenten. Angeblich interessieren sich auch Unternehmen mehr und mehr für die "Gefängnis-Erfahrung". Es soll die Kollegen zusammenschweißen.

Der Luxus-Knast

Ganz anders dagegen die Erfahrung im luxuriösen Bostoner Liberty Hotel. Es gehört zu einem der extravagantesten Hotels der Stadt. Dabei waren dort früher einige der berüchtigsten Verbrecher Bostons untergebracht. Im Jahr 1851 erbaut diente es bis 1990 als Gefängnis. Jahrelang stand das Gebäude leer, bis sich schließlich ein Team von Designern, Architekten, Denkmalschützern und Historikern daran machte, es in eine Luxusherberge umzubauen.

Heute ist der Charme des Alten im Innern noch erhalten, doch Kriminelle und triste Gefängnisflure gibt es dort nicht mehr. Stattdessen gutbetuchte Hotelgäste, die sich in exklusiver Umgebung an die aufregenden Zeiten des Hauses erinnern. Lediglich die "Alibi" Bar und das Restaurant namens "Clink" (Knast) erinnert noch an die früheren Bewohner.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Gefängnis-Hotels

(tmn)
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