Möglicher Euro-Austritt: Was Griechenland-Urlauber wissen müssen

Möglicher Euro-Austritt: Was Griechenland-Urlauber wissen müssen

Griechenland macht seit einigen Monaten vor allem wegen der Schuldenkrise und dem drohenden Euro-Austritt Schlagzeilen. Dennoch lockt der Mittelmeerstaat nach wie vor Urlauber aus Deutschland an. Doch sollte Griechenland tatsächlich die Eurozone verlassen, stehen Touristen vor vielen Fragen: Kann ich dann noch mit dem Euro zahlen? Verliert mein Geld an Wert? Was muss ich beachten?

Zunächst einmal hätte ein Euro-Austritt auf eine gebuchte Reise keinerlei Auswirkungen, zumindest wenn sie bei einem großen Veranstalter gebucht wurde. Mögliche Rückerstattungen gibt es vom Reise-Anbieter in Euro, da er seinen Sitz in Deutschland hat. Auch weitere Serviceleistungen wie Reisekranken- und Reiserücktrittsversicherungen bleiben zu denselben Kosten und Konditionen bestehen, versichert TUI-Manager Markus Bruchmüller.

Engpässe beim Bargeld möglich

Reise-Veranstalter TUI rät Griechenland-Urlaubern außerdem dazu, mehr Bargeld auf ihre Reise mitzunehmen. Denn sollte sich die Krise weiter ausweiten, drohen Engpässe hinsichtlich der Bargeldversorgung. Gerade für Urlauber, die kein All Inclusive-Angebot oder Vollpension gebucht haben und Aktivitäten auf eigene Faust unternehmen, sei ein gewisser Bargeld-Vorrat empfehlenswert - der sorgsame Umgang damit natürlich auch.

Auch nach dem Wechsel wird es erstmal weiterhin möglich sein, mit der alten Währung zu bezahlen. Für Euro-Besitzer würden die Preise in Griechenland sogar sinken, denn der mitgebrachte Euro behält seinen Wert. Aber vorsicht: Man erhält Drachme als Wechselgeld zurück. Wertverluste sind dabei unvermeidbar.

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Sollte es tatsächlich genau während des Urlaubs zu einem plötzlichen Währungswechsel kommen, drohen chaotische Zustände. Hamsterkäufe könnten zu Knappheit bei Lebensmitteln führen. Wie gut Hotels dagegen abgesichert sind, lässt sich nicht vorhersagen.

Euro bleibt Fundament im Tourismus

Abgesehen von den unmittelbaren Auswirkungen auf Urlauber, die sich zum Zeitpunkt eines Währungswechsel bei den Griechen aufhalten, bleibt Griechenland, laut Bruchmüller, trotz Drachme, ein attraktives Urlaubsziel. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Euro das Fundament der touristischen Zusammenarbeit bleibt, um Wechselkurskriterien auszuschließen. So handhaben es auch Ägypten und die Türkei, wo die jährlichen Vorauszahlungen an die Hoteliers und die Bezahlung der Unterkünfte, laut Reiseveranstalter TUI, an den Euro gekoppelt sind.

Auch an den Einreisebedingungen für Touristen würde sich durch den EU-Austritt Griechenlands nichts ändern. Nach wie vor reicht der gültige Personalausweis aus, um einzureisen. Ein Reisepass ist nicht nötig. Denn selbst wenn Griechenland aus der Gruppe der 17 EU-Länder austritt, die den Euro eingeführt haben, bleibt es dennoch im Staatenbund der Europäischen Union, in der 27 Länder Mitglied sind.

(anch/csi)
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