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"Fort Fun": Tierschützer kritisieren Rodeo in Freizeitpark

"Fort Fun" : Tierschützer kritisieren Rodeo in Freizeitpark

Kirmes-Trubel in der Natur: Seit 40 Jahren gehört der Freizeitpark "Fort Fun" zu den beliebtesten Ausflugszielen im Sauerland. Zum Geburtstag will der Park die Besucher mit einem Rodeo überraschen, doch das ruft Tierschützer auf den Plan.

Cowboys auf sich aufbäumenden Pferden und auf mehreren hundert Kilo schweren Bullen: Mit einem Rodeo will der Freizeitpark "Fort Fun" bei Bestwig im Sauerland seinen Besuchern von diesem Freitag bis Sonntag ein besonderes Erlebnis bieten. Doch die Aktion zum 40-jährigen Bestehen des Parks ruft Tierschützer auf den Plan. Am Donnerstag rief der Deutsche Tierschutzbund in Bonn zum generellen Boykott solcher Veranstaltungen auf. "Tierquälerei verdient keinen Beifall", so der Tierschutzbund.

"Wir haben uns mit den Argumenten der Gegner auseinandergesetzt", sagte Parksprecherin Christine Schütte. In einer Vorab-Präsentation hatte Rodeo-Betreiber Dieter Brand aber auch die Bedenken des zuständigen Mescheder Amtstierarztes Martin Steiger zerstreut. "Es stellt sich für mich so dar, als würden die Tiere nicht sonderlich darunter leiden", sagte Steiger.

Stress und Angst

Tierschützer hingegen sehen das anders. "Was dem Zuschauer als Show und Belustigung vorgegaukelt wird, ist für die Pferde und Rinder mit Schmerzen, Stress und Angst verbunden", erklärte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

"Insbesondere die Pferde machen einen sehr gestressten Eindruck. Außerdem ist es unverantwortlich, sie 15 Minuten in der engen Startbox eingesperrt zu lassen. Die haben nur Angst", sagte die Mescheder Tierheilpraktikerin Elke Plugge. Sie will am Wochenende gemeinsam mit anderen Tierschützern vor dem Freizeitpark gegen das Rodeo demonstrieren. Besonders bemängelt wird unter anderem der Einsatz von umstrittenen "Flankengurten", die die Pferde und Bullen zum Buckeln bringen sollen.

Von Reaktionen überrascht

"Das ist das gute Recht der Tierschützer. Wir werden natürlich auch vor Ort sein, um unseren Gästen Fragen zu beantworten", sagte Parksprecherin Schütte. Die Organisatoren der Jubiläumsveranstaltung waren aber offenbar von den Reaktionen auf das Rodeo überrascht. "Wir haben zwar damit gerechnet, aber nicht dass wir so viele Mails bekommen", sagte Parkchef Gordon Kosa. Es seien aber auch viele positive Stimmen darunter.

Der Park mit jährlich etwa 300.000 Besuchern hat bisher ein aufregendes Jahr hinter sich. Ende 2011 war er für 6 Millionen Euro verkauft worden. Allerdings waren die Verkäufer einem offenbar mittellosen Betrüger aufgesessen. Als dies im Januar auffiel, wurde der Deal rückgängig gemacht.

Auch mit den Besucherzahlen ist man bisher noch nicht zufrieden. "Das Wetter hat ja leider meist nicht dazu eingeladen, in einen Freizeitpark zu gehen", sagt Schütte. In den vergangenen zwei Wochen sei der Park aber voll gewesen. Man liege zwar noch hinter den Vorjahren, "aber wir haben gut aufgeholt".

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