Tausende Passagiere betroffen: Streiks bei Lufthansa-Töchtern bis Mitternacht

Tausende Passagiere betroffen : Streiks bei Lufthansa-Töchtern bis Mitternacht

Frankfurt/Main (RPO). Mitten in der Hauptreisezeit hat ein Pilotenstreik den Flugverkehr der Lufthansa-Töchter Cityline und Eurowings lahmgelegt. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat seit Dienstagmittag bis 24 Uhr am Mittwoch zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

VC erklärte, alle innerdeutschen Flughäfen seien von den Streiks betroffen. Flüge von Eurowings sind in Nürnberg, Düsseldorf, Hannover, Münster/Osnabrück, Frankfurt/Main, Bremen, Dresden, Leipzig/Halle, Stuttgart, Berlin-Tegel und Hamburg betroffen. Verbindungen der Lufthansa CityLine sind in München, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin Tegel, Frankfurt, Bremen, Köln, Nürnberg, Paderborn, Münster/Osnabrück, Friedrichshafen, Dresden, Hannover und Leipzig gestört.

Wie ein Sprecher der Lufthansa in Düsseldorf mitteilte, fielen allein am Flughafen Düsseldorf 34 von insgesamt 39 geplanten Flügen aus. Auch an anderen Flughäfen in NRW mussten Flüge gestrichen werden, die Auswirkungen am Düsseldorfer Airport seien jedoch am stärksten gewesen.

Laut Schätzungen waren mehrere Tausend Fluggäste in NRW von den Streiks betroffen. Sie wurden entweder auf andere Flugverbindungen umgebucht oder erhielten ein Bahnticket, um damit zu ihren Zielorten oder Anschlussflughäfen gebracht zu werden.

Insgesamt mussten laut Lufthansa 990 Flüge gestrichen werden, davon 465 am Dienstag und 525 am Mittwoch. Mehrere Tausend Passagiere waren betroffen. VC rief die Gewerkschaftsmitglieder unter den mehr als 1.000 Piloten zu einem 36-stündigen Streik auf. Betroffen seien alle deutschen Stationen.

Cockpit erklärte, die Arbeitgeber hätten in den mehrmonatigen Tarifverhandlungen keine verhandlungsfähigen Angebote vorlegt. Bereits Anfang Juli traten die Cockpitbesatzungen der beiden Fluggesellschaften in einen 24-stündigen Ausstand, nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert waren.

Verbessertes Angebot für Cityline und Eurowings

"Für die Geschäftsführung von Cityline ist der Streik nicht nachvollziehbar", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Sie habe für die Piloten von Cityline ein deutlich verbessertes Angebot für eine Tariferhöhung von insgesamt 5,5 Prozent plus einer Einmalzahlung vorgelegt. Dies entspreche dem Abschluss für die Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo vom Januar dieses Jahres. Den Eurowings-Piloten bot der deutsche Branchenprimus zuletzt 6,5 Prozent und eine Einmalzahlung.

Die Reisenden reagierten dem Unternehmen zufolge relativ gelassen. Viele Fluggäste informierten sich offenbar rechtzeitig im Internet, so dass es keine lange Schlangen vor den Lufthansa-Schaltern gab.

Urabstimmung bei Verdi läuft

Ungemach droht Lufthansa auch an einer zweiten Front. Die vierte Tarifrunde für Beschäftigte des Boden- und Kabinenpersonals scheiterte am 10. Juli. Derzeit lässt ver.di ihre Mitglieder in einer Urabstimmung über Streiks entscheiden. Ein Ergebnis wird für Freitag erwartet. Theoretisch könnte es dann bereits am Wochenende erste Streiks des Boden- und Kabinenpersonals geben.

Hier geht es zur Infostrecke: Streik: Ihre Rechte als Fluggast

(ap)