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Badegewässer-Test der EU-Kommission: Spitzenwerte für deutsche Badegewässer

Badegewässer-Test der EU-Kommission : Spitzenwerte für deutsche Badegewässer

Gute Nachrichten für Wasserratten: Urlauber können sich auf nahezu ungetrübten sommerlichen Badespaß an Seen und Küsten in Europa freuen – sofern das Wetter mitspielt. 94 Prozent aller Badestellen in der EU erfüllen die Mindeststandards für die Wasserqualität – das ist ein Anstieg um fast zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gute Nachrichten für Wasserratten: Urlauber können sich auf nahezu ungetrübten sommerlichen Badespaß an Seen und Küsten in Europa freuen — sofern das Wetter mitspielt. 94 Prozent aller Badestellen in der EU erfüllen die Mindeststandards für die Wasserqualität — das ist ein Anstieg um fast zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das geht aus dem neuen Bericht der Europäischen Umweltagentur zur Qualität der europäischen Badegewässer 2012 hervor, der gestern veröffentlich wurde. An 78 Prozent der Standorte ist die Wasserqualität demnach hervorragend. In fünf Ländern wurden alle Badegewässer als zumindest den vorgeschriebenen Werten entsprechend klassifiziert — das heißt: es wurden keine Badestandorte mit mangelhafter Wasserqualität festgestellt — dazu gehören Zypern, Luxemburg, Malta, Slowenien und Rumänien. In Zypern und Luxemburg erreichen gar alle Gewässer die Bestnote.

In acht weiteren Ländern liegt die Anzahl der Standorte mit hervorragenden Qualitätswerten über dem EU-Durchschnitt - dazu gehören Malta (97 %), Kroatien (95 %), Griechenland (93 %), Deutschland (88 %), Portugal (87 %), Italien (85 %), Finnland (83 %) und Spanien (83 %). In Deutschland wurden während der gesamten Badesaison 2012 insgesamt 2295 Gewässer untersucht, davon 31 Flüsse, 1898 Seen und 366 Küstengewässer. Fast vier von fünf Badestellen an Nord- und Ostsee erzielten hervorragende Werte, ein Anstieg von über vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Deutschlands Binnengewässern war die Qualität im Testjahr 2012 an fast neun von zehn Stellen sehr gut.

Sehr gute Werte für Deutschland

50 Badegebiete an der Küste (13,7 Prozent) wurden mit "gut" und 16 (4,4 Prozent) mit "ausreichend" bewertet. In insgesamt drei Fällen in Niedersachsen (Badestelle an der Bohrinsel Dyksterhusen, Freibad an der Ems im Jemgum) und Schleswig-Holstein (Badestelle Götheby an der Schlei) war die Qualität schlecht. Die Binnengewässer erreichten zu fast 90 Prozent hervorragende Werte. Bei 78 Gewässern (4 Prozent) war die Qualität "gut", bei 15 "ausreichend". Fünf Binnenbadegewässer in Berlin (Kleine Badewiese, Unterhavel), Baden-Württemberg (Buchhorner See in Pfedelbach und das Strandbad Eriskirch), Nordrhein-Westfahlen (Blausteinsee) und dem Saarland (Badestelle am Campingplatz Siersburg in Rehlingen-Siersburg) erzielten schlechte Werte.

Jedes Jahr stellt die Europäische Umweltagentur (EUA) die Badegewässerdaten der örtlichen Behörden von mehr als 22 000 Standorten in den 27 EU-Mitgliedstaaten, Kroatien und der Schweiz sowie die Werte der bakteriellen Belastung durch Abwässer und Tierhaltung zusammen. Mehr als zwei Drittel der Standorte sind Küstenstrände, der Rest setzt sich aus Flüssen und Seen zusammen. Der diesjährige Bericht ist also eine Zusammenstellung der Daten, die im Sommer 2012 erhoben wurden.

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Küstenorte schneiden gut ab

Generell schneiden Küstenorte gut ab: EU-weit erfüllen mehr als 95 Prozent dieser Badeorte die Mindestanforderungen und 81 Prozent werden als ausgezeichnet eingestuft. Bei den Binnengewässern erreichten EU-weit 91 Prozent die Mindestanforderungen, 72 Prozent erreichten hervorragende Werte. Trotz der allgemeinen Verbesserung geht aus dem diesjährigen Bericht auch hervor, dass beinahe 2 % der Badeorte an Stränden, Seen und Flüssen eine schlechte Badegewässerqualität aufweisen.

Der höchste Anteil an Badegewässern, die eine mangelhafte Qualität aufwiesen, wurde in Belgien (13,0 %), den Niederlanden (6,5 %), dem Vereinigten Königreich (5,7 %), Spanien (3,8 %) und Dänemark festgestellt (3,1 %). Einige dieser Strände mussten während der Saison 2012 geschlossen werden. In Belgien gab es jedoch an der bei deutschen Urlaubern beliebten Küste keine mangelhaften Ergebnisse, in den Niederlanden an der Küste gab es vier mangelhafte Stellen, eine musste geschlossen werden. In Katwijk an Zee etwa kann es nach Regen zu erhöhten Bakterienbelastungen kommen. In Spanien erwies sich vor allem die westliche Atlantikküste als problematisch, in Frankreich galt dies für die Bretagne und östliche Mittelmeerstrände.

Die meisten der bekannten und beliebten Badeseen Österreichs (73,7 Prozent) bieten Gästen hingegen höchste Gewässergüte. Auch am Mittelmeer können Badewillige nahezu unbesorgt in die Fluten springen.
EU-Umweltkommissar Janez Potočnik zeigte sich zufrieden, mahnte aber auch: "Es bleibt noch viel zu tun, bis alle unsere Gewässer Trinkwasser- und Badegewässerqualität haben und unsere aquatischen Ökosysteme gesund sind."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Badeseen in NRW haben die beste Wasserqualität

(RPO/felt)