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Feiner Badeort an der Côte d'Azur: Saint-Tropez sorgt sich um sein Jet-Set-Image

Feiner Badeort an der Côte d'Azur : Saint-Tropez sorgt sich um sein Jet-Set-Image

Es ist einer der legendärsten Strandabschnitte – Pampelonne mit seinem türkisblauen Wasser und den 4,5 Kilometern weißen Sands, in dem sich einst Brigitte Bardot räkelte. Seit Playboy Gunther Sachs aus luftiger Höhe rote Rosen auf die Villa seiner Zukünftigen regnen ließ, ist Saint-Tropez mit seinen goldenen Stränden und den exklusiven Beach-Clubs als Urlaubsziel für die Schönen und Reichen dieser Welt berühmt geworden. Doch nun sieht der Ort an der Côte d'Azur sein Jet-Set-Image in Gefahr.

Es ist einer der legendärsten Strandabschnitte — Pampelonne mit seinem türkisblauen Wasser und den 4,5 Kilometern weißen Sands, in dem sich einst Brigitte Bardot räkelte. Seit Playboy Gunther Sachs aus luftiger Höhe rote Rosen auf die Villa seiner Zukünftigen regnen ließ, ist Saint-Tropez mit seinen goldenen Stränden und den exklusiven Beach-Clubs als Urlaubsziel für die Schönen und Reichen dieser Welt berühmt geworden. Doch nun sieht der Ort an der Côte d'Azur sein Jet-Set-Image in Gefahr.

Das französische Küstenschutzgesetz ist schuld. Danach soll der bewirtschaftete Teil des weltberühmten Privatstrandbereichs von Pampelonne aus Umweltschutzgründen von 30 auf 20 Prozent verkleinert und die Zahl der Restaurants, Bars, Liegestuhl- und Sonnenschirmverleiher begrenzt werden. Damit will der Staat die voranschreitende Strand-Erosion stoppen, die Dünen erhalten und die seltene Flora und Fauna besser schützen.

Während Umweltschützer frohlocken, gehen die Strandpächter auf die sprichwörtliche Palme. Vor allem die 27 privaten Beach-Clubs, mit so klingenden Namen wie "Coco Beach" und "Les Palmiers", schlagen Alarm. Deren Betreiber, die in der Hochsaison bis zu 30 000 Touristen pro Tag bewirten, sollen angehalten werden, die Zahl ihrer Tische und Sitzplätze zu reduzieren. Außerdem sollen sie ihre Einrichtungen in der Nebensaison künftig abmontieren, um dem Strand Gelegenheit zur "Erholung" zu geben. In der Praxis bedeutet dies, dass alle Beach-Clubs abgerissen und durch leicht wiederaufbaubare Hütten ersetzt werden müssen. Neue Lizenzen sollen durch öffentliche Ausschreibung vergeben werden.

"Das Unternehmen Pampelonne, das einen Umsatz von 42 Millionen Euro einfährt und 800 Menschen beschäftigt, wird in einem Federstrich kaputtgemacht", wettert Jean-Claude Moreu, der die Gewerbetreibenden des berühmten Strandabschnitts vertritt. Wie viele fürchtet er, dass die traditionellen Gastwirt-Familien bald der Restaurant-Industrie und dem Fast-Food-Business werden weichen müssen. Der Bürgermeister von Ramatuelle, zu der der Pampelonne-Strand gehört, sieht indes keine andere Möglichkeit. "Gesetz ist Gesetz, und der Strand ist physisch in Gefahr", sagt Roland Bruno. Er verweist darauf, dass er ohnehin schon eine Ausnahmeregelung erhalten habe: "Eigentlich hätten wir schon längst alles abreißen müssen, da der Strand als bemerkenswerte Naturlandschaft eingestuft wurde." Er versichert, die Umsetzung erfolge nicht von heute auf morgen, sondern peu à peu.

(RP)