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Wo Wilma wütet: Reisen in Hurrikangebiete können abgesagt werden

Wo Wilma wütet : Reisen in Hurrikangebiete können abgesagt werden

Kempten/Stuttgart (rpo). Wer eine Reise in die vom Hurrikan bedrohten Gebiete gebucht hat, kann diese unter Umständen absagen. Diese Regelung betrifft die USA und Mittelamerika. Nicht nur der Reisende, sondern auch der Veranstalter kann von sich aus stornieren.

Die Regelung gilt, wenn zu 25 Prozent sicher ist, dass ein Hurrikan die Region treffen wird, erklärt Prof. Ernst Führich, Reiserechtler an der Fachhochschule Kempten. "Das A und O ist, was die Wetterdienste sagen." Haben Kunden die Reise bereits angezahlt, bekommen sie ihr Geld zurück.

Derzeit steuert der Hurrikan "Wilma" auf die Nordspitze der mexikanischen Halbinsel Yucatan zu. Am Samstag soll er voraussichtlich Florida erreichen. Mehrere Flüge nach Mexiko wurden bereits verschoben. Wenn Flugverbindungen auf Grund eines Hurrikans gestrichen werden, bekommen Kunden ihr Geld zurück, erklärt Führich. Werden Fluggäste bei einem Flug durch ein Hurrikangebiet bei Turbulenzen verletzt, werden ihnen Schäden bis zu einer Höchstgrenze von 100.000 Euro erstattet.

Reiseabbruch

Ist eine Region von einem Hurrikan zerstört, müssen Urlauber die Reise gar nicht erst antreten, erklärt der Reiserechts-Experte Rainer Noll in Stuttgart. "Das ist der Fall, wenn Leistungen nicht erbracht werden können und der Urlaub wesentlich beeinträchtigt ist." Ist zum Beispiel das gebuchte Hotel nicht zerstört, aber der Strand wegen umgestürzter Bäume und Trümmer gesperrt, sei von einer solchen Beeinträchtigung auszugehen, sagt der Rechtsanwalt.

Bereits angetretene Pauschalreisen und Kreuzfahrten können ebenfalls vom Veranstalter oder dem Touristen abgebrochen werden, sagt Führich. "Der Kunde muss dann nur zahlen, was er in Anspruch genommen hat." Bei einem Karibik-Urlaub seien das zum Beispiel Hin- und Rückflug und der tatsächliche Aufenthalt im Hotel. Entstehen Mehrkosten, weil zum Beispiel nur noch teurere Rückflüge frei sind, teilen sich Veranstalter und Kunde diese Kosten jeweils zur Hälfte.

Nach Einschätzung von Führich werden Hurrikans in der Karibik auch im kommenden Jahr noch als höhere Gewalt gelten und damit ein Grund sein, eine Reise kostenlos zu stornieren. "Entscheidend ist das Merkmal der Vorhersehbarkeit", sagt der Experte. Bei einem Hurrikan sei das jedoch in der Regel nur schwer möglich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hurrikan Wilma in der Karibik

(gms)