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Pilotenstreik bei Lufthansa: 140.000 Passagiere betroffen

Pilotenstreik trifft Kurz- und Mittelstreckenverbindungen : 140.000 Lufthansa-Passagiere von Flugausfällen betroffen

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa ist am Mittwoch fortgesetzt worden. Eine Unternehmenssprecherin forderte alle Lufthansa-Passagiere auf, sich auf der Website des Unternehmens zu informieren, ob ihr Flug wie geplant stattfinde. Mit Chaos rechne Lufthanse trotz der Streiks nicht, sagte die Sprecherin in Frankfurt am Main.

Lufthansa und die Tochtergesellschaft Germanwings waren am Dienstagabend vor Arbeitsgerichten in Frankfurt am Main und Köln mit ihrem Versuch gescheitert, den Streik per einstweiliger Verfügung zu stoppen.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit hatte am Montagabend angekündigt, ihren am Dienstag um 8 Uhr begonnenen Streik bei der Lufthansa auf den gesamten Mittwoch auszuweiten. Am Dienstag fiel bereits jeder zweite der rund 170 Langstreckenflüge aus, mehr als 20.000 Passagiere waren betroffen.

Am Mittwoch sollen vor allem Kurz- und Mittelstreckenverbindungen ausfallen. Die Lufthansa strich 1000 Flüge, betroffen sind nach Konzernangaben 140.000 Passagiere. 500 Lufthansa-Flüge sollen wie geplant abheben.

In dem Tarifkonflikt wird über das Sparkonzept "Wings" und die Altersversorgung der Piloten gestritten. Die Lufthansa will im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehr Strecken Billigflüge anbieten. Das Personal von "Wings" soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter.

Angesichts des neuen Pilotenstreiks in dem mittlerweile anderhalbjährigen Tarifkonflikt wurden erneut Rufe nach einer Zwangsschlichtung laut. "Es kann nicht sein, dass Hunderttausende ständig in Geiselhaft für die Interessen einer kleinen Minderheit genommen werden", sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe). Künftig müsse es Zwangsschlichtungen geben "- und zwar bevor es zu immer wiederkehrenden Dauerstreiks kommt".

Darüber hinaus sollten Streiks in der Luftfahrt künftig deutlich länger als 48 Stunden im Voraus angekündigt werden müssen, forderte Fuchs. Er warf den Lufthansa-Piloten zugleich vor, mit ihrem Ausstand "angesichts des harten internationalen Wettbewerbs" den Konzern zu gefährden. "Was die Piloten machen, ist hochgefährlich", warnte Fuchs in der "Bild".

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(AFP)