Massive Preissteigerungen auf Hotelmarkt: London droht touristisches Olympia-Desaster

Massive Preissteigerungen auf Hotelmarkt : London droht touristisches Olympia-Desaster

Vom 27. Juli bis 12. August 2012 finden die Olympischen Sommerspiele in London statt. Prognosen zufolge werden die großen Touristenströme in die britische Hauptstadt jedoch ausbleiben. Dies belegen die Austragungsorte der vergangenen Jahre.

Sportliche Großveranstaltungen sind ein Touristenmagnet - diese häufig behauptete Gleichung wird in London, das die kommenden Sommerspiele austragen wird, mittlerweile stark bezweifelt. Einem Bericht der Tageszeitung "The Independent" zufolge haben einige amerikanische Agenturen bereits ihre Englandangebote für Sommer 2012 gestrichen. Ebenso raten englische Reisebüros von Londonreisen zwischen Juli und August ab.

Der Hauptgrund für die von der Touristikindustrie befürchteten Einbußen ist die große Nachfrage nach Hotelbetten in London, die das vorhandene Angebot weit übersteigen wird. Entsprechend hoch wird das Preisniveau in dieser Zeit sein: Wie auf der Londoner Touristikmesse WTM (World Tourism Market) bekanntgegeben wurde, wird mit Preisaufschlägen von bis zu 500 Prozent zu rechnen sein. Zusätzlicher Mangel ergibt sich durch die vom Olympischen Organisationskomitee reservierten 40.000 Zimmer, rund 40 Prozent aller in London verfügbaren Unterkunftsmöglichkeiten.

Ähnliche Erfahrungen wurden bereits in Sydney und Athen gemacht, Gastgeber der Sommerspiele 2000 und 2004. Dennoch ist man bei der britischen Touristikzentrale "VisitBritain" zuversichtlich, dass die Olympischen Spiele eine einmalige Gelegenheit für das Vereinigte Königreich bedeuten. So werden bereits jetzt Besucher mit Spezialprogrammen nach London gelockt, um über die diversen Baustellen für Olympia 2012 geführt zu werden. Alternative Unterkunftskonzepte gewinnen zudem an Bedeutung: Die Touristikmesse WTM hat bereits einen Aufruf an die Bevölkerung der Hauptstadt gerichtet, private Gärten für Campingtouristen zu vermieten.

(chk)