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Druck aus konservativen Kreisen: Hotelkette Marriott schafft Porno-Filme ab

Druck aus konservativen Kreisen : Hotelkette Marriott schafft Porno-Filme ab

Washington (RPO). Schluss mit Pornofilmen: Die amerikanische Hotelkette Marriott schafft in ihren weltweit 600.000 Zimmern das bezahlbare Erotikfernsehen ab. In der Vergangenheit hatte es Vorwürfe christlicher Organisationen gegeben, die Filme stellten Familienwerte infrage. Nun reagierte das als sehr konservativ geltende Familienunternehmen.

Mitt Romney, möglicherweise der nächste republikanische Präsidentschaftskandidat, hatte vor zwei Wochen seinen Rückzug aus dem Verwaltungsrat des Unternehmens bekannt gegeben. Er hatte sich bereits 2008 für die Kandidatur beworben und war damals kritisiert worden, weil er nichts gegen das Porno-Angebot der Hotelkette unternommen habe.

"Die Familie Marriott ist als sehr konservativ bekannt, zum Teil wegen ihres mormonischen Hintergrunds", sagte Patrick Scholes, Hotelanalyst von FBR Capital Markets. Ein Bündnis christlicher Organisationen traf sich bereits 2008 mit Marriott-Managern in Washington, um das Unternehmen zur Abschaffung des kostenpflichtigen Porno-Angebots zu bewegen. Damals ließ die Hotelkette alles beim alten.

Am Montag begründete das Management die Entscheidung zur Aufgabe des Angebots mit dem technischen Fortschritt und wirtschaftlichen Erwägungen. Heutzutage hätten mehr Gäste über Mobilcomputer billigen Zugang zu Pornographie aus dem Internet, die kostenpflichtigen Fernsehangebote in den Hotelzimmern seien deshalb weniger gefragt.

Romney trat vor zwei Wochen von seinem Posten im Marriott-Verwaltungsrat zurück. Vergangene Woche lag er im US-Staat New Hampshire bei einer Probeumfrage über die Besetzung des Präsidentenamts vorn. Beobachter gehen davon aus, dass er dieses Jahr seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur bekannt geben könnte. Die nächste US-Präsidentschaftswahl findet im November 2012 statt. Davor bestimmen die Parteien in Vorwahlen, wen sie als Kandidaten aufstellen.

(Quelle: Washington Post mit Bloomberg News)

(apd/mais)