Weeze, Memmingen & Co: Fünf deutsche Flughäfen weisen schwere Sicherheitsmängel auf

Weeze, Memmingen & Co: Fünf deutsche Flughäfen weisen schwere Sicherheitsmängel auf

Deutschlands Flughäfen könnten sicherer sein. Im strengen Check der Pilotenvereinigung Cockpit bleiben nur sechs Flughäfen ganz ohne Mangel. Fünf fallen durch. Darunter der Flughafen Weeze - der die Kritik zurückweist.

Die schlechteste Bewertung der Untersuchung durch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) erhielt Memmingen, gefolgt von Zweibrücken, Lübeck, Weeze (Niederrhein) und Friedrichshafen. Die Piloten legten die Flughafen-Mängelliste 2014 am Mittwoch auf der Luftfahrtmesse ILA in Schönefeld vor.

Der Flughafen Weeze wies die Kritik zurück. "Der Flughafen erfüllt alle internationalen Standards und ist sicher", betonte Airportchef Ludger van Bebber in einer Mitteilung. In elf Jahren Flugbetrieb habe es nicht einen sicherheitsrelevanten Vorfall gegeben. Die Bezirksregierung Düsseldorf habe im vergangenen Jahr klargestellt, dass der Flughafen in allen Kriterien internationalen Standards entspreche oder diese sogar übertreffe. Der Flughafen prüfe die Einleitung rechtlicher Schritte gegen die Vereinigung Cockpit.

Mängel stellte die VC etwa bei den Rollwegen zur Landebahn und der Beleuchtung für den Anflug fest. Sie erhöhten das Unfallrisiko. Alle deutschen Flughäfen erfüllten die internationalen Sicherheitsvorschriften, sagte VC-Präsident Ilja Schulz. Deutschland sollte sich mit diesen Mindestanforderungen aber nicht begnügen. Denn sie entsprächen nicht den höheren Ansprüchen der Piloten, die mit dem Vergleich die Sicherheitssituation kontinuierlich verbessern wollen.

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VC-Sprecher Jörg Handwerg sprach einer Mitteilung zufolge von einer Erfolgsgeschichte. Auch im vergangenen Jahr seien wieder Mängel beseitigt worden, weitere Verbesserungen seien in Arbeit. Deutschland dürfe sich bei der Flugsicherheit nicht mit Mindestanforderungen begnügen.

Als besonderes Risiko sieht die VC Rangiermanöver auf der Startbahn, weil parallele Rollwege zu jedem Bahnkopf fehlen oder nicht nutzbar sind. Das sei in Lübeck, Memmingen und Zweibrücken der Fall und führt automatisch zu einem "Mangelstern". Häufig wurden auch verkürzte Anflugbefeuerung, fehlende oder schlecht einsehbare Windsäcke sowie fehlende Leuchten auf den Rollwegen oder in der Landezone kritisiert.

Ganz ohne Mängel blieben von 30 untersuchten Standorten nur sechs: Leipzig/Halle, München, Berlin-Schönefeld, Stuttgart, Düsseldorf sowie erstmals Bremen. Beim erstmals getesteten Flughafen Kassel-Calden wurden fehlende Lichter in der Landezone bemängelt. Deutschlands größtes Drehkreuz Frankfurt verfehlte die optimale Bewertung mit einem Mangel am Leitsystem zum Andocken an den Terminals.

(dpa)
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