Schlafen in der "Stasi-Suite": Berliner Hostel "Ostel": Traumhafte Nächte im DDR-Kitsch

Schlafen in der "Stasi-Suite": Berliner Hostel "Ostel": Traumhafte Nächte im DDR-Kitsch

Berlin (RPO). Seit dem 1. Mai kann man in Berlin in (N)ostalgie schwelgen: Das "Ostel" am Berliner Hauptbahnhof hat seine Pforten geöffnet. Das Hostel ist komplett im Stil der DDR eingerichtet. Alle 33 Zimmer sind mit Originalstücken aus dem früheren Arbeiter- und Bauernstaat ausgestattet. Und wer möchte, schläft in der "Stasi-Suite".

Berlin 18.00 Uhr, Moskau 20.00 Uhr, Havanna 13.00 Uhr, Peking 6.00 Uhr. Die großen Bahnhofsuhren über der Rezeption geben dem Besucher einen ersten Hinweis darauf, welche Zeitreise er angetreten hat. Auch das Eröffnungsdatum war Teil des Konzepts: Am 1. Mai feierte das "Ostel" am Berliner Ostbahnhof seine Premiere. Wer es exklusiv mag, wählt die "Stasi-Suite" (59 Euro pro Zimmer), Rucksacktouristen übernachten zu sechst im preiswerten "Pionierlager" (9 Euro pro Person). Für die kostenbewusste Kleinfamilie eignet sich die Plattenbauwohnung "mit Aufbettungsmöglichkeit" (39 bis 51 Euro pro Zimmer). Frühstück kostet 3,50 Euro.

"Seit dem ersten Tag können wir uns vor Reservierungen kaum retten", erzählt Rezeptionistin Liliana Lehmann. Das "Ostel" scheint eine Lücke im Berliner Gastgewerbe zu schließen. Dabei hatten die Eigentümer, der 35 Jahre alte Daniel Helbig und der 41-jährige Guido Sand, keinerlei Erfahrung in der Hotellerie, als sie den Plan zu einem Hostel im DDR-Design fassten. Kennen gelernt hatten sich die beiden als Artisten im DDR-Staatszirkus.

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Alles ist ein Original

"Es dauerte nur wenige Monate, bis die Einrichtung komplett war", erzählt Helbig. Das meiste stamme aus Familienbesitz, einiges hätten Freunde beigesteuert. Die großflächig gemusterten Tapeten, die das Farbspektrum zwischen braun und orange voll ausschöpfen, die ausladenden Schminktoiletten, die kastenförmigen, schmucklosen Nachttische - jedes Möbelstück ist ein Original. Diejenigen Gäste, die das historische Vorbild aus eigener Anschauung kennen, bestätigen die Authentizität des Interieurs.

(afp)
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