Air-France: Pilot bricht Flug wegen zu vielen Überstunden ab

Passagiere saßen sechs Stunden in Maschine fest : Pilot bricht Flug wegen Überstunden ab

Weil er seine maximale Flugzeit überschritten hatte, hat ein Pilot der Air France einen Airbus A380 in Manchester statt in Paris gelandet. Die 440 Passagiere mussten Medienberichten zufolge mehr als sechs Stunden im Flugzeug sitzen bleiben und warten.

Wie der britische "Telegraph" berichtet, war der Flug in New York mit etwa vier Stunden Verspätung gestartet, weil es Verzögerungen beim Enteisen des Flugzeugs gegeben hatte. EU-Regelungen zufolge dürfen Piloten nicht mehr als elf Stunden am Stück arbeiten. Als er den Airbus am Samstag in Manchester landete, war der Pilot bereits 13 Stunden im Einsatz. Der Weiterflug nach Paris hätte noch rund 90 Minuten gedauert.

Nachdem die Maschine um 11.30 Uhr in Manchester gelandet war, mussten die Fluggäste bis etwa 18 Uhr im Flugzeug sitzen bleiben. Zuerst hieß es, eine Ersatz-Crew werde an Bord kommen und die Maschine werde bald in Richtung Paris starten. Später wurde ein technisches Problem am Flugzeug festgestellt. Air France kündigte an, drei Ersatzflugzeuge würden die Passagiere befördern, doch bis die Maschinen eintrafen, dauerte es Stunden.

Mehrere Fluggäste machten ihrem Ärger bei Twitter Luft.

@airfrance Hello from Manchester from flight AF0007. About to become the longest NYC-CDG ever... #veryveryverylate... pic.twitter.com/EuA8jlbrZo

Passagiere sagten dem "Telegraph", während der mehr als sechsstündigen Wartezeit im Flugzeug habe es kein Essen gegeben. "Da waren Kinder an Bord, die nichts gegessen hatten, seit sie am Tag zuvor New York verlassen hatten", zitiert der "Telegraph" eine Frau aus Manchester.

Für diese Passagierin war die Situation besonders ärgerlich - denn die Fluggesellschaft teilte ihr zunächst mit, sie könne in ihrer Heimatstadt nicht aussteigen, sondern müsse zunächst nach Paris weiterfliegen und dann wieder zurück nach Manchester. "Sie wollten uns nicht aus dem Flugzeug lassen. Ich habe ihnen immer wieder gesagt: Ich wohne hier die Straße runter, können Sie mich bitte rauslassen?"

Als die Passagiere das Flugzeug gegen 18 Uhr schließlich verlassen und in einen Warteraum am Flughafen wechseln durften, durften die Frau aus Manchester und andere britische Passagiere den Flughafen verlassen. Ihr Gepäck blieb laut "Telegraph" allerdings an Bord der Maschine und flog nach Paris.

Wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat sich Air France inzwischen für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Man verstehe die Verärgerung der Passagiere sehr gut, teilte der Konzern mit. Wegen der rechtlichen Vorschriften habe es aber keine andere Möglichkeit gegeben, als in Manchester zu landen. Die Fluggesellschaft will die Passagiere entschädigen.

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(jco)