Viele Preissenkungen: 2010 wird ein günstiges Reisejahr

Viele Preissenkungen: 2010 wird ein günstiges Reisejahr

Düsseldorf (RP). Die Überkapazitäten bei Hotels und Flügen bleiben groß. Dies zeigt sich zur Tourismus-Messe ITB, die heute Abend in Berlin beginnt. Besonders Baukastenreisen und Angebote für ältere Kunden liegen im Trend.

Urlaub soll preiswert sein? Für seine Kunden hat Alltours-Inhaber Willi Verhuven zwei Tipps. Erstens: bei ihm als viertgrößtem Veranstalter Deutschlands buchen. Zweitens: zelten. Millionär Verhuven: "Ich brauche kein Geld, um glücklich zu sein."

Aber auch ohne Campen können Urlauber ein günstiges Reisejahr 2010 erwarten. "Je nach Zielgebiet liegt die Preissenkung zwischen fünf und acht Prozent", sagt Klaus Laepple, Inhaber eines Düsseldorfer Reisebüros und Präsident des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verbandes (DRV). Karl Born, Professor für Tourismuswirtschaft, ergänzt gegenüber unserer Zeitung: "Die Überkapazitäten in vielen Regionen drücken weiter auf die Preise." In Spanien, der Türkei und Österreich seien günstigere Konditionen zu erwarten. In Griechenland werde die aktuelle Wirtschaftskrise am Ende auch zu günstigeren Angeboten führen. Preiserhöhungen erwartet Born nur in Dänemark und Kroatien. "Kroatien liegt voll im Trend", sagt er, "da sind die Discountzeiten nun langsam vorbei."

Die großen Veranstalter stemmen sich mit aller Macht gegen einen weiteren Preisverfall. Ein Trend: Mit Frühbucherrabatten versuchen Tui, Thomas Cook (Neckermann-Reisen) und Rewe-Touristik (ITS, Jahn-Reisen), möglichst viele Betten schon jetzt vollzubuchen - bisher ohne großen Erfolg. Tui bot sogar 100 Euro Rabatt für 200 ausgewählte Häuser. Weil gerade in einigen Regionen Spaniens viele Kapazitäten noch nicht verkauft sind, will Tui dort nun niedrigere Tarife durchsetzen. "Wir verhandeln nach", sagt Deutschland-Chef Volker Böttcher. Er will den Markt "über Günstig-Preise ankurbeln."

Zweitens setzen die Anbieter auf All-Inclusive-Reisen, bei denen die Gäste alle Getränke und Speisen und auch viele Freizeitangebote schon mit dem Zimmerpreis mitbezahlen. "Planungssicherheit ist gerade Paaren mit Kindern sehr wichtig", sagt dazu Laepple.

Drittens versuchen die Anbieter speziell halbwegs wohlhabende Zielgruppen für entsprechend teure Angebote zu ködern. Dazu gehören Kreuzfahrten. Kombinationen von Strandurlaub mit Rundreisen im Baukastensystem liegen auch im Trend, wobei speziell Online-Buchungen zulegen. Und auch Ferienclubs wie Club Robinson (Tui) oder Club Aldiana (Thomas Cook) profitieren von der hohen Nachfrage der Gutverdiener.

Neues Wachstum bringen zudem spezielle Angebote für Best-Ager, also Reisende ab 50 Jahren. So versucht es Thomas Cook mit seinem Hotelkonzept "Sentido", TUI mit Häusern der Marke "Sensimar".

Einer der Verlierer des Reisejahres 2010 könnten die USA sein. Denn der Euro verlor mehr als zehn Prozent gegenüber dem Dollar. Das heißt: Der Dollar ist teurer geworden. Als Gewinner absehbar sind Südafrika (dank Fußball-WM) und die Niederlande. Sie zogen schon 2009 Jahr drei Prozent mehr deutsche Urlauber an als 2008. "Die Leute wollen nicht weit und teuer fahren, und sie wollen trotzdem ans Meer", freut sich Lothar Peters, Chef des niederländischen Fremdenverkehrsbüros in Deutschland, "das hilft uns speziell in NRW."

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(RP)