Warnungen in Spanien und Frankreich Wieder Hitzealarm auf Mallorca

Madrid · Schon zum wiederholten Mal in diesem Sommer bringt eine Hitzewelle die Menschen in weiten Teilen Spaniens ins Schwitzen und Stöhnen. Auch die beliebte Ferieninsel Mallorca ist erneut betroffen.

Menschen schützen sich mit Strandtüchern vor der Sonne am Strand von Arenal (Archivbild).

Menschen schützen sich mit Strandtüchern vor der Sonne am Strand von Arenal (Archivbild).

Foto: dpa/Clara Margais

„Bei dieser Hitze kann man weder leben noch schlafen“, sagte die junge Mutter Nancy der Zeitung „El País“ in Barcelona. Dabei wurden in der katalanischen Metropole am Dienstag Höchsttemperaturen von „nur“ 34 Grad erwartet. Am schlimmsten waren die Bewohner der Provinzen Córdoba in Andalusien im Süden sowie Badajoz in Extremadura im Westen des Landes dran, wo die Quecksilbersäule laut dem Wetterdienst Aemet auf bis zu 43 Grad klettern sollte. Am Montag wurden laut Aemet in El Granado im andalusischen Huelva sogar 45,2 Grad gemessen.

Es handelt sich bereits um die vierte offizielle Hitzewelle des diesjährigen kalendarischen Sommers in Spanien, und um die fünfte des meteorologischen Sommers, der bereits am 1. Juni startete. Die neue Hitzewelle begann am Sonntag und soll mindestens bis Donnerstag anhalten. Bis dahin gilt praktisch im gesamten Land Hitzealarm, darunter auch auf Mallorca. Den Höhepunkt der Hitzewelle kündigte Aemet für Mittwoch an. Vielerorts gibt es „tropische Nächte“ mit Temperaturen von mehr als 20 und zum Teil auch über 25 Grad. Die sogenannten gefühlten Temperaturen seien meistens höher, hieß es.

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Foto: dpa-tmn/Stephanie Pilick

Auch im Nachbarland Portugal gibt es dieser Tage Temperaturen von zum Teil deutlich über 40 Grad. In beiden Ländern warnten die Behörden wegen der Trockenheit vor einem erhöhten Waldbrandrisiko. Ein bereits am Dienstag voriger Woche ausgebrochenes Feuer erfasste auf Teneriffa bereits fast 15.000 Hektar. Das entspricht mehr als sieben Prozent des Gebiets der bei Urlaubern beliebten Kanaren-Insel. Zeitweilig mussten mehr als 13.000 Menschen ihre Häuser im Norden und Nordosten der Insel verlassen. Die Lage hat sich dort zuletzt aber entspannt. Die Behörden hoffen, die Flammen in den nächsten Tagen völlig unter Kontrolle bringen zu können.

Höchste Warnstufe in vier französischen Departements

Auch die Hitzewelle in Frankreich nimmt an Intensität zu und die Behörden haben für vier Departements die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Erwartet werden von Dienstag bis Donnerstag Temperaturen von bis zu 42 Grad, teilte der Wetterdienst Météo France am Montag mit. Selbst nachts sinken die Temperaturen teils nur auf 25 bis 26 Grad ab. Für 49 Departements, die ungefähr zwei Drittel der Landesfläche abdecken, sowie für Andorra wurde die Warnstufe Orange ausgerufen. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf, mit sinkenden Temperaturen rechnen die Meteorologen von Freitag an.

„Es könnten Temperaturen erreicht werden, die in Frankreich noch nie gemessen wurden, daher sind wir sehr besorgt“, sagte Gesundheitsminister Aurélien Rousseau am Montag dem Sender BFMTV. Das Entscheidende sei die Dauer der Hitzewelle, die den menschlichen Organismus auf die Probe stelle. Etliche Städte in Frankreich reagierten auf die Hitzewelle, etwa indem sie Schwimmbäder kostenlos zugänglich machen oder Parks länger offen halten.

Nach einer verheerenden Hitzewelle 2003 in Frankreich, bei der hitzebedingt etwa 15.000 Menschen starben, hat das Land ein Hitze- und Gesundheitswarnsystem eingeführt. Insbesondere gefährdete Bevölkerungsgruppen werden dadurch besonders geschützt. Nach der Einführung des Warnsystems sank die Zahl der Todesopfer bei folgenden Hitzewellen erheblich ab.

(felt/dpa)
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