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Reisen nach Ruanda: Tierisches Vergnügen in Ostafrika

Abenteuer in Ostafrika : Ruanda: Reisen ins Land der 1000 Hügel

Niemand besucht Ruanda, ohne die seltenen Berggorillas im Volcanoes Nationalpark hautnah erlebt zu haben. Auf einer Reise durch das Land im Osten Zentralafrikas lässt sich aber noch viel mehr entdecken.

Ruanda besticht durch seine vielfältige Landschaft, freundlichen Menschen und die zahlreichen Aktivitäten, die Reisende im "Land der tausend Hügel" unternehmen können.

Diese Reise beginnt gewöhnlich in der ruandischen Hauptstadt Kigali, dort, wo die meisten Urlauber mit dem Flugzeug ankommen. Sie landen auf dem Kigali International Airport, der ungefähr 12 Kilometer von der Innenstadt von Kigali liegt. Einige von ihnen nutzen Kigali nur als Durchgangsort, um ins Innere des Landes weiterzureisen. Andere wiederum entscheiden sich erst einmal für einen Aufenthalt in der Hauptstadt von Ruanda, um ein Gefühl für das Land im Osten Zentralafrikas zu entwickeln.

Was sollte man auf Reisen nach Ruanda unbedingt sehen?

Kigali, die Hauptstadt Ruandas

Innerhalb eines Jahrhunderts hat sich Kigali zu einer Großstadt entwickelt und wächst weiterhin. Die Millionen-Metropole liegt im Herzen des "Landes der tausend Hügel. In dieser Gegend ist das Klima trotz seiner Lage um den Äquator nicht tropisch, sondern wegen seiner Höhenlage eher mild-feucht. Kigali wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem deutschen Arzt und Afrikaforscher Richard Kandt in der einstigen Kolonie Deutsch-Ostafrika gegründet. Damals wohnten nicht einmal 500 Menschen in der Gegend. Mittlerweile zählt die Stadt Kigali rund 1,2 Millionen Menschen und ist damit die größte Stadt in Ruanda.

Kigali versteht sich als eine "Stadt der Moderne" - im Stadtzentrum sprießen Hochhäuser, Shopping-Malls und Villen aus dem Boden. Kilometerweit erstrecken sich über Hügel und Täler neue Wohnviertel mit Apartmenthäusern und Bürogebäuden. Mit anderen Worten, Kigali gleicht mehr und mehr einer westlichen Metropole, wenngleich jenseits des Zentrums die Wellblechdächer von Lehmhütten noch immer in der Sonne glitzern.

Um ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln, bietet sich eine Stadtrundfahrt an. Dabei wird die an die schrecklichen Geschehnisse des Jahres 1994 erinnert, wie etwa an der Völkermord-Gedenkstätte "Genocide Memorial Center". Beim Besuch des Genozid-Museums erhalten Besucher einen umfassenden Einblick in Ruandas-Geschichte, und zwar mit Hilfe von Schrifttafeln, Bildmaterial und Dokumenten sowie mit teils unter die Haut gehenden Ausstellungsstücken (zerschlagene Schädel und Gebeine).

Eine weitere Touristenattraktion in Kigali ist das Richard-Kandt-Haus, das nach dem deutschen Stadtgründer Richard Kandt benannt wurde. In der ehemaligen Residenz des kaiserlichen Generalresidenten von Ruanda befindet sich heute ein Natur- und Heimatkundemuseum. Im Innern des Gebäudes wird zum einen die Kolonialgeschichte Ruandas erzählt und zum anderen das Leben und Wirken von Richard Kandt vorgestellt. Zu den Highlights der Ausstellung gehören ein vier Meter langes, ausgestopftes "Menschenfresser"-Krokodil aus dem Kivu-See und eine riesige Landkarte, die die Forschungsreise von Richard Kandt durch Afrika nachzeichnet.

Freunde der Kunst fühlen sich im Inema Arts Center sicherlich gut aufgehoben. Gegründet wurde das Kunstzentrum von den beiden Künstlern Emmanuel Nkuranga und Innocent Nkurunziza im Jahr 2012. Sie verfolgten dabei die Absicht, lokalen Künstlern einen kreativen Raum zur Verfügung zu stellen, in dem sie an Kunstwerken arbeiten und diese auch ausstellen. Besucher können durch die verschiedenen Ateliers schlendern und den Künstlern über die Schulter schauen. Wer von der afrikanischen Gegenwartskunst angetan ist, kann diese im Inema Arts Center untergebrachten Shop käuflich erwerben.

Zu einem Stadtbummel durch Kigali gehört auch der Besuch des Kimironko Marktes, der Großmutter unter all den Kigali Märkten. Der Besuch ist ein ganz besonderes Erlebnis: Bergweise türmen sich Obst und Gemüse. Auch Kleidung, Werkzeug, Haushaltswaren oder Schuhe werden an Marktständen angeboten.

Schimpansen-Meeting im Regenwald von Nyungwe Forest Nationalpark

Ein wunderbarer Ort, um ein tierisches Abenteuer zu erleben, ist der Nyungwe Forest Nationalpark zwischen Butare und dem Kiwusee. Mit einer Größe von 970 Quadratkilometern ist der Nyungwe-Wald einer der größten zusammenhängenden Bergwälder Afrikas. Besucher haben hier die Möglichkeit, während einer Safari auf Tuchfühlung mit freilebenden Schimpansen zu gehen, die munter in den Baumwipfeln turnen oder am Waldboden gemeinschaftlich ihrer Körperhygiene nachgehen. Ihren Lebensraum teilen sich die Schimpansen unter anderen mit Ruwenzori-Colobus-Affen, Mantelaffen, Vollbartmeerkatzen und Bärenstummelaffen teilen. Neben den insgesamt 13 verschiedenen Primaten gibt es im Nyungwe Forest Nationalpark noch viele andere Tierarten, darunter Mangusten, Riesenwaldschweine, Servalkatzen und sogar Leoparden. Der Besuch des Nationalparks erweist sich als eine wahre Perle Afrikas.

Wanderung zu den Berggorillas im Nationalpark

Im Norden des Landes, an der Grenze zum Nachbarland Uganda, liegt der Volcanoes Nationalpark - die Heimat der letzten Berggorillas der Erde. Bekanntheit erlangte der Park durch die amerikanische Primatenforscherin Dian Fosseys, aber auch durch den Hollywood-Film "Gorillas im Nebel" mit Sigourney Weaver. Wer Berggorillas in ihrem natürlichen Lebensraum sehen will, ist im ruandischen Volcanoes Nationalpark genau richtig. Gemeinsam mit einem Parkranger begeben sich Besucher auf eine spannende Suche, die über Stock und Stein und quer durch den Regenwald führt, schlussendlich aber in der Begegnung mit den sanftmütigen Menschenaffen gipfelt. Beim Anblick dieser beeindruckenden Wesen sind Besucher gewöhnlich hin- und hergerissen zwischen Hochachtung, Furcht und Neugierde. Die Faszination, auf einer Reise durch Ruanda Auge in Auge mit einem Berggorilla gegenüberzustehen, überwiegt.

Übrigens: Um die Ruhe der 880 Berggorillas so gut es geht nicht zu gefährden, ist der Besuch der "sanften Riesen" stark reglementiert. So betragen die Gebühren für eine Berggorilla-Safari derzeit 1.500 US-Dollar pro Person. Gleichwohl sind pro Tag nur kleine Gruppen mit nicht mehr als acht Personen zugelassen. Sobald die Tiere durch den Ranger lokalisiert worden sind, haben Besucher eine Stunde Zeit, um die beinahe unwirkliche Szenerie aufzusaugen und Mitten im Leben von wildlebenden Berggorillas zu stehen.

Wandern am Ufer des Kivu-Sees

Mit einer Fläche von 2.650 Quadratkilometern ist der Kivu-See der größte See in Ruanda. Er bildet die natürliche Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und erweckt den Anschein, als ob man an die italienische Riviera gefahren sei. Tiefblaues Wasser, Palmen gesäumte Sandstrände, üppig grüne Berghänge. Es ist eine hinreißende Landschaft, die von den Reisenden oft als perfekten Ausklang der Ruanda Rundreise gewählt wird. Wie wäre es mit einer mehrtägigen Wanderung auf dem "Congo Nile Trek" oder einer Tageswanderung hinauf zum Kratersee des Vulkans Visoke? Oder wie mit Ruhe, Entspannung und möglicherweise etwas Wellness am Seeufer des Kivu-Sees?

Safari im Akagera-Nationalpark

Auf einer Höhe von 1.280 und 1.800 Metern über dem Meeresspiegel liegend, erstreckt sich auf einer Fläche von 1.120 Quadratkilometern der Akagera-Nationalpark. Obwohl jeder Teil des Parks seinen eigenen Reiz und Charakter hat, zeigt sich der Park in seiner großen Gesamtheit in einer ausgesprochen malerischen Landschaft. Die Gegend im Norden des Nationalparks besticht durch satte, goldene Grassavannen mit Akazien. Gen Süden wandelt sich die Landschaft in eine Busch- und Baumsavanne. Im Südosten an der Grenze zu Tansania gibt es Seen und Sümpfe. Angesichts der landschaftlichen Vielfalt beherbergt der Park eine große Anzahl von Tieren, darunter Zebras, Büffel, Giraffen, Antilopen, Elefanten, Hyänen, Leoparden, Nashörner und neuerdings auch wieder Löwen.

Übrigens: Der Akagera-Nationalpark ist der einzige Park in Ruanda, in dem Safaris durchgeführt werden.

Wohin kann man in Ruanda mit Kindern reisen?

Afrika-Reisen eignen sich sehr wohl für Kinder, allerdings sollten sie bereits im Teenager-Alter sein. Vor diesem Hintergrund erwarten Familien mit Kindern ein großes tierisches Spektakel im Akagera Nationalpark. Wer auf Safaris beziehungsweise Pirschfahrt ist, begegnet dort den "Big Five" (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) und vielen weiteren Tierarten.

Ruanda ist auch die Heimat von Schimpansen und Gorillas. Daher gibt es wohl kaum etwas Aufregenderes als im Volcanoes Nationalpark zu einem Gorilla-Trekking aufzubrechen oder an einem Schimpansen-Meeting im Regenwald von Nyungwe Forest Nationalpark teilzunehmen. Hierbei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass sich die Wanderungen über längere Distanzen hinziehen und teils auch anstrengend sein können.

Als echte Abwechslung drängt sich für Familien mit Kindern der Kivu-See auf. So sorgen Bootstouren sowie Kajak- und Kanufahrten für jede Menge Vergnügen.

Welche Währung begegnet man auf Reisen nach Ruanda?

In die Reisekasse jedes Ruanda-Touristen gehört der Ruanda-Franc, um sicher und flexibel reisen zu können. Die im Umlauf befindlichen Banknoten gibt es in Stückelungen zu 100, 500, 1.000, 2.000 und 5.000 Ruanda-Franc. ursprünglich gibt es noch Münzen zum Wert von 1, 5, 20, 50 und 100 Ruanda-Franc. Da sie aber nur von einem geringen Wert sind, findet man sie kaum bis gar nicht mehr im Umlauf.

Für Reisende aus dem Ausland ist es von Vorteil, auch fremdländische Währungen mitzunehmen. Hier eignen sich bestens der Euro sowie der US-Dollar. Die Banknoten sollten allerdings nicht älter als Ausgabejahr 2006 sein. Beide Währungen können problemlos in den Großstädten Ruandas umgetauscht werden. Es kann sogar sein, dass man mit Euro oder US-Dollar auch direkt bezahlen kann.

Achtung: In ländlichen Regionen kann das Thema "Geld wechseln" zu einem echten Problem werden. Denn es gibt in Ruanda außerhalb der größeren Städte wie wie Butare, Gisenyi, Kigali und Ruhengeri keine Bankautomaten. Deshalb sollten Reisende versuchen, immer ausreichend Bargeld in der Reisekasse zur Hand zu haben.

Welche Kosten entstehen bei Reisen nach Ruanda?

Bevor die Reise nach Afrika, sprich nach Ruanda, überhaupt losgehen kann, ist es notwendig, dass sich Reisende mit einem deutschen Reisepass ein Visum besorgen. Für eine einmalige Einreise und einer Aufenthaltsdauer von 30 Tagen beträgt die Gebühr derzeit 50 US-Dollar. Wer hingegen mehrmals nach Ruanda einreisen und bis zu 90 Tage im Land zu bleiben beabsichtigt, muss für das Visum 70 US-Dollar bezahlen. Die Kosten für das "East-Africa-Tourist-Visum" (Kenia, Uganda und Ruanda) betragen 100 US-Dollar.

Eines vorweg: Reisen nach Afrika, vor allem Ruanda- und Uganda-Reisen, können deutlich teurer ausfallen als vielleicht anfangs gedacht. Selbstverständlich richtet sich das Reisebudget in erster Linie nach der Reisedauer, der gebuchten Unterkunft und den geplanten Touren und Aktivitäten. So müssen Reisende für die Übernachtung in der ruandischen Hauptstadt Kigali mindestens 30 Euro pro Person rechnen. Fernab der Großstädte liegen die Übernachtungskosten in einer Mittelklasse-Unterkunft bei 20 Euro pro Person.

In den meisten Nationalparks müssen Touristen im Schnitt 20 Euro pro Tag/pro Person einkalkulieren. Hinzu kommen außerdem Kosten fpr Wanderungen, Pirschfahrten und Touren zu den Gorillas und Schimpansen. So kostet beispielsweise eine Berggorilla-Safari derzeit 1.500 US-Dollar pro Person.

Urlauber, die das Land mit dem Mietwagen entdecken möchten, können nur in Kigali und Ruhengeri ein Fahrzeug anmieten. Für Rundreisen durch Ruanda empfiehlt sich ein Allradfahrzeug. Im Schnitt kommen dafür durchschnittlich 55 Euro pro Tag zum Budget hinzu. Bitte das Benzin nicht vergessen, das pro Liter ungefähr 1 Euro kostet.

Die Preise für Essen und Trinken liegen in der Regel unter dem europäischen Niveau, insbesondere Obst und Gemüse. Fleisch vom Rind, Schwein oder Ziege gibt es in Ruanda nicht allzu oft, dementsprechend teuer ist es auch. Lebensmittel aus dem Ausland kosten weit mehr als in Europa.

In Restaurants liegt das Preisniveau in vielfacher Hinsicht unter dem heimischen. Das gilt sowohl für Besuche von einfachen Restaurants (3 Euro pro Person) als auch für gehobene Restaurantbesuche (10 Euro pro Person).

Zu den größeren Ausgaben auf einer Reise nach Ruanda - die Perle Afrikas - zählen die Kosten für den Flug. Die Preise variieren mit Reiseziel Kigali zwischen 600 und 1.100 Euro in der Economy-Class. Einen Direktflug ab Deutschland gibt es nicht.

Wer braucht ein Visum für Reisen nach Ruanda?

Grundsätzlich benötigen deutsche Staatsbürger für die Einreise nach Ruanda ein Einreisevisum. Reisende erhalten es entweder bei der Botschaft von Ruanda im Heimatland oder bei der Einreise am Flughafen. Wer den ganzen Zauber Afrikas erleben möchte, sollte eine Rundreise durch Kenia, Uganda und Ruanda unternehmen. Dafür gibt es ein spezielles Visum, nämlich das "East-Africa-Tourist-Visum". Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Ersteinreiseland Ruanda ist. Es berechtigt zur einmaligen Einreise und erlaubt das mehrmalige Reisen zwischen den drei Reiseländern.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Ruanda.

Tipp: Als ein besonders lohnenswerter Ausflug in Uganda erweist sich der Besuch des Queen Elizabeth Nationalparks. Der Park, zwischen dem Ruwenzori-Gebirge und den Virunga-Vulkanen, besticht durch wunderschöne Naturlandschaften, wie Savannen, Wälder, Seen und Berge. Es gibt hier viele Möglichkeiten für eindrucksvolle Tierbeobachtungen, wie zum Beispiel von Schimpansen und Löwen.

Hier geht es zur Infostrecke: 10 Tipps für traumhafte Ruanda-Reisen