Myanmar: Was das Auswärtige Amt Touristen empfiehlt

Sicherheit im Urlaubsland : Das empfiehlt das Auswärtige Amt für Reisen nach Myanmar

Reisen in asiatische Länder wie Myanmar sind faszinierend. Allerdings weisen diese Reiseziele Besonderheiten auf, die sie von anderen Urlaubsländern unterscheiden. Hier erfahren Sie alles was sie wissen müssen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.

Mingalaba. Das ist wohl das erste burmesische Wort, das Touristen in Myanmar nach der Ankunft am Internationalen Flughafen in Yangon lernen. Wörtlich übersetzt heißt es "Möge Segen über dich kommen", was im übertragenen Sinne "Guten Tag" bedeutet. Damit beginnt eine faszinierende Reise in ein sehr ursprüngliches Land mit einer Vielzahl an kulturellen Highlights und malerischen Naturwundern. Das Leben der Burmesen ist tief vom buddhistischen Glauben geprägt.

In den Köpfen vieler Reisender ist Myanmar immer noch ein weißer Fleck auf der touristischen Weltkarte. Doch nach Jahrzehnten der strengen Abschottung durch die Militärdiktatur öffnet sich das südostasiatische Land am Golf von Bengalen von Jahr zu Jahr immer mehr dem Tourismus. Inzwischen sind es mehrere Millionen von Besuchern, die das frühere Birma oder Burma auf den noch weitgehend unentdeckten Pfaden erkunden. Wichtig ist dabei, dass man die Größe des Landes nicht unterschätzt. Demzufolge lohnt es sich, größere Distanzen mit dem Flugzeug zu überbrücken und per Fahrrad, Boot oder Auto die jeweilige Region zu erkunden.

Trotz aller Veränderungen hat sich das "Land der goldenen Pagoden" seine traditionellen Lebensformen und Gepflogenheiten bewahrt. Aus diesem Grund sollten Asien-Fans und Reisefreudige die nachfolgenden Reiseinformationen und Reisehinweise berücksichtigen.

Welche Impfung empfiehlt das Auswärtige Amt für Myanmar?

Wer erst an seine Gesundheit denkt, wenn es ans Kofferpacken geht, der ist für eine prophylaktische Impfung oftmals zu spät dran. Denn in vielen Fällen muss der Impfstoff rechtzeitig vor Reisebeginn verabreicht worden sein, um einen wirksamen Impfschutz überhaupt entfalten zu können. Daher empfehlen Ärzte, sich zwei bis drei Monate vor Antritt der Reise mit Fragen zum Thema Reisegesundheit in Myanmar zu beschäftigen.

Die gute Nachricht vorab: Für eine Reise nach Myanmar werden derzeit keine Impfungen vorgeschrieben. Nichtsdestotrotz sollte im Impfpass geprüft werden, ob der Basis-Impfschutz für die geplante Urlaubsreise noch ausreicht. Der Impfpass gibt nämlich Aufschluss darüber, ob die üblichen Basis-Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Polio wieder aufgefrischt werden müssen. Sollten Impflücken im Impfpass auftauchen, ist es ratsam, die jeweiligen Impfungen nachzuholen.

Bei Reisen nach Myanmar empfehlen Reisemediziner auch Impfungen gegen Hepatitis-A. In der Regel heilt eine solche Erkrankung selbst aus, schwere Krankheitsverläufe lassen sich aber dennoch nicht ausschließen. Reisende, die länger als drei Monate in Myanmar unterwegs sind, sollten darüber hinaus über eine Hepatitis-B-Immunisierung nachdenken. Impfungen gegen Typhus und Tuberkulose erweisen sich ebenfalls als sinnvoll. Da es in Myanmar auch zu einer Übertragung von schwereren Reise-Erkrankungen wie Malaria, Dengue-Fieber oder Japanischer Enzephalitis kommen kann, sollten Myanmar-Reisende auch hier angemessene Prophylaxe-Maßnahmen ergreifen. So empfehlen sich in jedem Fall wirksame Mückenschutzmittel.

Warum weist das Auswärtige Amt auf Zollvorschriften für Myanmar hin?

Bei der Einreise nach Myanmar sollten sich Touristen bereits vor Antritt der Reise über die aktuellen Reisehinweise und gültigen Zollbestimmungen informieren, um Geldstrafen oder Haftstrafen zu vermeiden. Dem Auswärtigen Amt zufolge dürfen ausländische Devisen bis zu einem Gegenwert von insgesamt 10.000 US-Dollar ohne Deklaration eingeführt werden. Alles, was darüber hinausgeht, muss bei der Einreise und Ausreise eigenständig und ohne gesonderte Aufforderung durch die myanmarischen Beamten deklariert werden. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung Kyat ist grundsätzlich untersagt.

Technische Geräte wie Laptops, Tablets, Mobiltelefone, Foto- und Videokameras können ohne Weiteres eingeführt werden. Es kann allerdings vorkommen, dass bei der Einfuhr nach Myanmar besonders hochwertiges und professionell wirkendes Equipment beim Zoll angemeldet werden muss. Das gilt auch für Satellitentelefone und Drohnen, wobei diese eine besonderer Genehmigung durch die myanmarische Behörde des Post & Telecommunications Departments bedürfen.

Ein striktes Verbot der Einfuhr nach Myanmar besteht nach Angaben des Auswärtigen Amtes für Waffen, pornographische Materialien, Spielkarten und Gegenstände, die die Staatsflagge Myanmars und/oder das Bildnis Buddhas oder myanmarische Pagoden abbilden.

Bei der Ausreise sollten Reisende darauf achten, dass es strengsten verboten ist, echte Antiquitäten außer Landes zu schaffen. Wer sich darüber hinwegsetzt, muss in diesem Fall mit sofortigen Festnahmen und einem mehrmonatigen Aufenthalt im Gefängnis rechnen. Die Ausfuhr von Edelsteinen (ungeschliffen oder geschliffen), Schmuck und Silber müssen indes mit einer Kaufquittung eines staatlich zugelassenen Händlers belegt werden.

Es versteht sich von selbst, dass geschützte Pflanzen- und Tierarten nicht als Mitbringsel mit nach Hause genommen werden dürfen.

An dieser Stelle sollte Erwähnung finden, dass sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise sowie auf Inlandsflügen alle Reisegepäckstücke ausnahmslos durchleuchtet und gegebenenfalls händisch kontrolliert werden. Sollte es zu Unstimmigkeiten bzw. Missverständnisse kommen, ist es für deutsche Staatsangehörige empfehlenswert, Kontakt zur deutschen Botschaft in Yangon aufzunehmen.

Wie sieht das Auswärtige Amt die Sicherheit in Myanmar?

Im Allgemeinen müssen sich Myanmar-Reisende keine Sorgen um ihre Sicherheit machen. Dennoch warnt das Auswärtige Amt vor Aufenthalte in gefährlichen Teilen der Staaten Kachin und Shan. Dort kann es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der burmesischen Armee und bewaffneten Rebellen kommen. Gleiches gilt auch für Reisen in die Grenzregionen zu Thailand sowie in den Nordwesten Myanmars (Bundesstaaten Rakhaing und Chin).

Politische Unruhen und politisch motivierte Gewalttaten können in Großstädten leider nicht ausgeschlossen werden. Vor allem im Wirtschaftszentrum Yangon kann es nach Angaben des Auswärtigen Amtes zu Anschlägen mit Verletzten und Todesopfern kommen. Deswegen ist es wichtig, dass Reisende große Menschenansammlungen vermeiden, die Augen offenhalten und sich vorsichtshalber auf den eher typischen touristischen Pfaden bewegen.

In den für Touristen frei zugänglichen Gebieten ist die Sicherheit weitestgehend gewährleistet. Dies schließt die Kriminalität in Myanmar mit ein. Denn Taschendiebstähle, Betrügereien und Überfälle kommen nur in ganz seltenen Fällen vor. Das ist wohl der Tatsache geschuldet, dass den Einheimischen sonst drakonische Strafen drohen. Ein weiterer Aspekt ist, warum Kriminalität nur ab und an vorkommt, ist die Religiosität der Birmanen. Schließlich gilt für Buddhisten, dass Straftaten ein schlechtes Karma mit sich bringen.

Trotz der idyllischen Landschaften sollten Touristen unsichere Regionen im Shan-Staat meiden. Foto: Shutterstock.com / Yury Birukov

Ausdrücklich verboten ist das Fotografieren und Filmen von militärischen und strategisch bedeutenden Einrichtungen (Brücken, Flughäfen, Bahnhöfe). Auch Polizeistationen und politisch-motivierte Demonstrationen dürfen nicht fotografiert oder gefilmt werden. Das gilt selbst dann, wenn nicht explizit mit einem Schild darauf hingewiesen wird, wie etwa von imposanten Privathäusern, die oftmals im Besitz von Generälen oder Ministern sind. Sollten Myanmar-Reisende hierbei nicht das gewisse Fingerspitzengefühl mitbringen, müssen sie damit rechnen, dass Kamera und Bild- und Videomaterial beschlagnahmt werden. Zudem besteht das Risiko, aus Myanmar ausgewiesen zu werden. Unter Strafe steht auch die Verunglimpfung der Religion, u.a. das Fotografieren und Filmen vor einem Buddha-Bildnis in allzu freizügiger Kleidung.

Kritik an der Politik und der Regierung des Landes wird nicht gern gesehen und kann unter Umständen zu einer strengen Strafe führen. Außerdem ist für Ausländer jegliche politische Betätigung strafbar.

Welche Tipps gibt das Auswärtige Amt alleinreisenden Frauen in Myanmar?

Konkrete Reiseinformationen für alleinreisende Frauen stellt das Auswärtige Amt nicht bereit. Dennoch lässt sich sagen, dass Frauen, die in Myanmar allein unterwegs sind, sich weitgehend sicher fühlen können. Es geschieht nämlich in buddhistischen Ländern recht selten, dass Mädchen und Frauen in der Öffentlichkeit belästigt, bestohlen oder sonst auf eine Weise bedrängt werden. Kurzum: Als Frau allein in Myanmar gibt es in der Regel keine Probleme. Trotzdem ist es ratsam, dass Frauen die allgemeinen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes berücksichtigen. Zudem sollte Frau auf ihren gesunden Menschenverstand vertrauen und auf ihr Bauchgefühl hören, um nicht in brenzlige Situationen zu geraten.

In Myanmar wird es alleinreisenden Frauen sehr leicht gemacht. Denn sie kommen mit den Einheimischen schnell ins Gespräch und finden viel Unterstützung, insbesondere von anderen Frauen. Hilfreich können dabei ein freundliches Lächeln und ein paar burmesische Worte sein, um mit den Burmesen in Kontakt zu kommen. Anfangs mögen sie vielleicht zurückhaltend, schüchtern und misstrauisch wirken. Das ist nicht überraschend, war Myanmar doch jahrzehntelang isoliert und stand unter der Kontrolle der herrschenden Militärdiktatur. Umso mehr zeigen sich die Burmesen als gastfreundliche Menschen. Sie sind sehr interessiert und neugierig, sodass Touristen oftmals mit Fragen regelrecht überschüttet werden.

Wie in allen anderen Kulturen dieser Welt gibt es auch in Myanmar einige Verhaltensregeln, an die sich alleinreisende Frauen halten sollten, um die Einheimischen nicht vor den Kopf zu stoßen. Daher sollte man darauf achten, die religiösen Gebäude beim Besuch ausnahmslos barfuß zu betreten. Des Weiteren ist es ratsam, aus Respekt gegenüber den Burmesen auf kurze Röcke, Trägertops oder Bikini-Oberteile zu verzichten. Ebenso wird es als unpassend angesehen, wenn Frauen keinen BH tragen oder ihre tätowierten Kunstwerke öffentlich frei zur Schau stellen. Grundsätzlich wird empfohlen, dass Frauen Schulter und Knie bedecken.

Welche Verhaltenshinweise hat das Auswärtige Amt für Myanmar?

Während der Rundreise werden Touristen schnell feststellen, dass es weitgehend nicht gefährlich ist, in Myanmar herumzureisen. Es wäre aber vermessen und naiv zu sagen, dass es überhaupt keine Gefahren gibt. Deshalb sollten sich Reisende an Reisehinweise und Reiseinformationen halten, um somit brenzligen Situationen aus dem Weg gehen zu können. Daher wird jedem Myanmar-Reisenden empfohlen, sich vor Reiseantritt über Religion, Gesellschaft, Sitten und Gebräuche zu informieren. Dadurch bekommt man einen kleinen Einblick in das Leben der Burmesen und etwas über deren Verhaltensweisen.

Myanmar ist zutiefst ein vom Buddhismus geprägtes Land, sodass den Einheimischen mit Respekt und Ehrfurcht begegnet werden sollte. Hierunter versteht man unter anderem, dass Paare sich nicht in der Öffentlichkeit küssen oder sonstige Intimitäten austauschen. Selbst Händchen halten wird in einigen ländlichen Regionen als unschicklich angesehen.

Auch bei der Wahl der Kleidung gibt es einiges zu beachten. Obwohl das Wetter in Myanmar eher dem europäischen Sommer gleicht, sollten sich Reisende bezüglich der Bekleidung eher konservativer anziehen. Denn wer zu viel Haut zeigt, gilt als respektlos gegenüber den Burmesen. Dem entsprechend sollten Schultern und Knie bei Frauen und Männern stets bedeckt sein, selbst, wenn die Wärme dadurch nicht auszuhalten ist.

Beim Besuch von religiösen Stätten (Tempel und Pagoden) wird von den Besuchern erwartet, dass Schuhe und Socken ausgezogen werden. Die "schmutzigen" Füße dürfen niemals in Richtung von Menschen, Mönchen und Buddha-Figuren gestreckt werden. Stattdessen verharren die Besucher im Schneidersitz. Es ist ebenso darauf zu achten, dass man nicht höher als die Mönche selber steht oder sitzt. Das Berühren von Mönchen ist strikt untersagt.

Beim Besuch der Tempelanlagen in Myanmar müssen Touristen viele Regeln beachten. Foto: Shutterstock.com / milosk50

Das Rauchen in der Öffentlichkeit ist im Allgemeinen nur unter Männern üblich. In Großstädten wie Yangon kommt es immer wieder vor, dass auch Frauen zur Zigarette greifen und weniger Aufmerksamkeit dadurch erregen als in der Provinz.

Was die Homosexualität unter Männern und Frauen betrifft, so wird sie im myanmarischen Strafrecht, so das Auswärtige Amt, nicht explizit erwähnt. Dennoch können Homosexuelle verfolgt werden und im Gefängnis landen. Verurteilungen seien bisher nicht bekannt geworden, da sich die buddhistische Kultur in Myanmar gegenüber homosexuellen Beziehungen tolerant verhält.

Welches Zahlungsmittel empfiehlt das Auswärtige Amt in Myanmar?

Offizielles Zahlungsmittel in Myanmar ist der Kyat (MMK), das seit dem 1. Juli 1952 die offizielle Währung des südostasiatischen Landes ist. Im Umlauf befinden sich sowohl Münzen in den Werten 1, 5, 10, 25, 50 und 100 Pya als auch Banknoten mit 50, 100, 200, 500, 1000, 5000 und 10000 Kyat-Noten. Ein Euro entspricht einen Wert von 1669,21 Kyat.

Wichtig: Reisende sollten sich nicht wundern, dass im alltäglichen Leben keine Geldmünzen im Umlauf sind. Grund dafür sind die zu kleinen Geldwerte. Demzufolge wird ausnahmslos mit Banknoten der Landeswährung Kyat bezahlt. Allerdings kann es vorkommen, dass gewissen Leistungen wie etwa Tickets für Inlandsflüge, Zug- und Schiffsfahrten, Eintrittskarten oder Hotels, mit der US-amerikanischen Währung US-Dollar beglichen werden. Myanmarreisenden wird daher empfohlen, ausreichend Barmittel mitzuführen. Diese sollten unbedingt neu und unbeschädigt sein, da sie ansonsten nicht akzeptiert werden. Möglichkeiten zum Umtausch bieten den Reisenden Wechselstuben, insbesondere in den Großstädten Yangon, Bagan, Mandalay und am Inle See.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Myanmar.

Wer Bargeld auf seiner Reise benötigt, kann auch die mit dem Aufkleber ATM gekennzeichneten Geldautomaten nutzen. Sie befinden sich in der Regel vor Banken, an Flughäfen sowie vereinzelt an touristischen Sehenswürdigkeiten. Im Notfall helfen auch große Hotels aus, bei denen per Kreditkarte (gegen eine hohe Transaktionsgebühr) Bargeld bezogen werden kann.

Hier geht es zur Infostrecke: Diese 10 Empfehlungen hat das Auswärtige Amt für Myanmar

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