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Iran-Reisewarnung: Diese Sicherheitshinweise müssen Touristen beachten

Zwischenfälle vermeiden : Reisewarnung für den Iran - darauf müssen Sie jetzt achten

Die Islamische Republik Iran bietet Touristen spannende Begegnungen mit der Kultur und Geschichte des Landes. Reisende sollten allerdings die Sicherheitshinweise kennen - einschließlich der Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes.

Nur die wenigsten Touristen machen sich gewöhnlich um die geopolitische Lage oder die Menschenrechte in ihren angepeilten Reiseländern ernsthafte Gedanken. Vielmehr zählen für sie das Wetter vor Ort, die günstigen Preise und die persönlich empfundene Sicherheitslage. Doch Touristen sollten sich nicht nur der Frage stellen, wohin die nächste Reise geht, sondern auch wie man reist.

Gerade in Ländern, in denen Terror und Krieg, Bandenkriege und hohe Kriminalität sowie Naturereignisse wie Hurrikans, Erdbeben und Tsunamis herrschen, sollten sich Reisende über die Lage im Reiseland immer auf dem Laufenden halten. Doch was genau bedeutet das? Muss man sich an Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes halten? Mit welchen Konsequenzen muss man bei Zuwiderhandeln rechnen?

Iran - Reiseziel mit schlechtem Ruf?

Die Reisewarnungen und Sicherheitshinweise für den Iran hören sich so beunruhigend an wie eine Risiko-Aufklärung vor einer Zahnwurzelbehandlung. Da gibt es Verhaltensregeln, Kleidervorschriften, Sicherheitshinweise und Fotografierverbote, die bei Zuwiderhandlung mit drakonischen Strafen belegt werden können. Warum also in den Iran reisen, um dort seinen Urlaub verbringen?

Der Iran hat nicht gerade den besten Ruf auf der politischen Weltbühne. Das ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Die andere sind der kulturelle Reichtum des Landes, die Vielfalt an Natur und die Gastfreundschaft der Menschen. Mit anderen Worten: Wer einen unvoreingenommenen Blick einnimmt, wird überrascht sein, dass der Iran mehr ist als es die Schlagzeilen dieser Welt uns weismachen wollen. Nichtsdestotrotz sollte man die Reise- und Sicherheitshinweise und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes beherzigen, sodass der Urlaub generell einfacher, entspannter und sicherer verläuft.

Was ist eine Reisewarnung?

Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes werden nur in den Fällen ausgesprochen, wenn eine generelle Gefährdung für Leib und Leben besteht. Vor diesem Hintergrund prüft das Auswärtige Amt in Berlin regelmäßig die Sicherheitslage eines jeden Landes und passt seine Sicherheitshinweise bei Bedarf an. Dabei unterscheidet das Auswärtige Amt in Berlin drei Warnungen:

Reisehinweise

Urlauber nutzen diese Hinweise, um einen allgemeinen Überblick zum Reiseland zu erhalten, mehr über die Ein- und Ausreisebestimmungen zu erfahren oder auf medizinische Hinweise aufmerksam gemacht zu werden.

Sicherheitshinweise

Um auf Probleme im Reiseland hinzuweisen, gibt das Auswärtige Amt landesspezifischen Sicherheitshinweise für deutsche Staatsbürger im Ausland heraus. Je nach Einschätzung der Sicherheitslage können diese Hinweise Empfehlungen für die Sicherheit und Gesundheit sein.

Reisewarnungen

Es handelt sich hierbei um einen offiziellen und dringlichen Appell an die eigenen Staatsbürger, gewisse Länder nicht zu bereisen. Manchmal richtet sich eine solche Reisewarnung auch nur auf Teile des Landes oder bestimmte Regionen. Die Gründe für Warnungen durch das Auswärtige Amt können verschieden ausfallen. Im Großen und Ganzen schätzt die Berliner Bundesbehörde die politische oder gesellschaftliche Situation als instabil ein. Aber nicht Menschen verursachen Gefahren. So gibt es auf der Welt Gebiete, die besonders von Naturkatastrophen (Vulkanausbrüche, Erdbeben etc. bedroht und betroffen sind. Die Gefahr, tatsächlich im Urlaub von einer Naturkatastrophe überrascht zu werden, ist allerdings relativ gering. Darüber hinaus können Warnungen ausgesprochen werden, wenn das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung durch Krankheiten besteht. Letzten Endes muss aber immer eine akute Gefahr für das leibliche Wohl vorliegen, um eine Reisewarnung auszusprechen.

Ob und wie lange eine Reisewarnung durch das Auswärtige Amt ausgesprochen wird, überprüft die Behörde regelmäßig und zeitnah. Sobald sich die Lage im Reiseland ändert, werden die Informationen auf der Webseite des Auswärtigen Amtes angepasst. In der Regel wird eine Reisewarnung mit einem Datum der letzten Aktualisierung ausgezeichnet. Das wiederum bedeutet für Reisende, dass die aufgeführten Informationen so lange ihre Gültigkeit behalten, wie sie auf der Website des Auswärtigen Amtes zu finden sind.

Anmerkung: Gründe für eine partielle Reisewarnung für ein bestimmtes Reiseland liegt vor, wenn beispielsweise bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, das Kriegsrecht verhängt wurde oder ein Bürgerkrieg in vollem Gange ist. Reisenden wird empfohlen, diese Regionen nicht zu bereisen oder dringend zu verlassen. Sollten sich die Konflikte flächendeckend ausbreiten, gibt das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für das ganze Land heraus.

Sobald eine Reisewarnung ausgesprochen wurde, werden Reisende mit einem deutschen Reisepass, die sich in dem Land aufhalten, zur Ausreise aufgefordert. Urlauber, die noch vor der Abreise stehen, können wegen außerordentlichen Umständen Flüge und Hotels kostenlos stornieren.

Wer trotz ausgesprochener Reisewarnung in ein betroffenes Land bzw. Gebiet reist, sollte sich in die Krisenvorsorgeliste "Elefand" des Auswärtigen Amtes eintragen. Das hat den Vorteil, dass das Auswärtige Amt bei Vorfällen reagieren und schneller helfen kann. Darüber hinaus sollten Reisende berücksichtigen, dass der Versicherungsschutz bei Reisen trotz Reisewarnung unter Umständen erlischt.

Darf man trotz Reisewarnung in den Iran einreisen?

Grundsätzlich gilt: Reisewarnungen verstehen sich als gut gemeinte Hinweise und Empfehlungen und sollen auf Risiken und Gefahren für Leib und Leben aufmerksam machen. Es liegt somit ganz allein in der Entscheidung des Reisenden, ob ein Land bzw. eine Region bereist wird. Wer dennoch in ein Land reist, bei dem eine Reisewarnung vorliegt, nimmt der Reisende in Kauf, dass er sich freiwillig in ein Risiko begibt und somit auf eigene Gefahr reist.

Auch wenn das Außenministerium in Berlin derzeit keine offizielle Reisewarnung für das Reiseland Iran ausgegeben hat, so kann sich die Sicherheitslage dennoch schnell verändern. Vor diesem Hintergrund rät das Amt, nicht unbedingt notwendigen Reisen in die Islamische Republik Iran nach Möglichkeit zu verschieben. Wer sich bereits im Land befindet, sollte sorgfältig abwägen, ob die bereits angetretene Reise wie geplant fortgeführt werden kann. Sofern nichts dagegensprecht, empfiehlt das Amt jedem Reisenden, während der Rundreise besonders aufmerksam zu sein und sich über die aktuellen Entwicklungen genauesten zu informieren.

Was muss man bei einer Reisewarnung für den Iran beachten?

Der Iran ist ein Traumreiseland. Er bietet Urlaubern märchenhafte Paläste, paradiesische Gärten, geschichtsträchtige Ruinen, riesige Moscheen, quirlige Basare aus 1001 Nacht - und nicht zu vergessen traumhafte Naturlandschaften. Doch angesichts der angespannten politischen Lage in Teheran und im Landesinneren sollten Reisende doch etwas mehr Zurückhaltung und Vorsicht walten lassen.

Besonders wichtige Hinweise für Reisende im Iran:

  • Urlauber aus dem Ausland sollten sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten.
  • Demonstrationen, Kundgebungen und größere Ansammlungen von Menschen sollten weiträumig gemieden werden.
  • Von Fotografieren und Filmen von Demonstrationen ist strikt abzuraten, insbesondere von Polizisten, Sicherheitskräften und öffentlichen Gebäuden.
  • Den Anweisungen der Polizei oder den Sicherheitskräften ist Folge zu leisten.
  • Das Äußern der eigenen politischen Meinung sollte nicht vor Unbekannten oder neuen Bekannten erfolgen.
  • Reisende sollten sich stets über die Entwicklungen über die lokalen Medien oder in der Unterkunft informieren.
  • Selbständige Boots- oder Schiffstouren in der Straße von Hormuz sollten aufgrund der politischen sehr sensiblen Lage vermieden werden.

Allgemeine Sicherheitshinweise:

Die Islamische Republik Iran mit Teheran ist kein gefährliches Reiseland, auch wenn vieles unter Strafe steht. Wer sich als Urlauber allerdings strafbar macht, wird dementsprechend auch belangt. Es kann auch vorkommen, dass man einfach des Landes verwiesen wird. Sollten Reisende einmal in eine brenzlige Situation geraten, gilt es, sich ruhig, höflich und respektvoll zu verhalten. Wird es doch einmal ernst, sollte man darauf bestehen, die Botschaft kontaktieren zu wollen.

Straßenkriminalität

Kriminalität gibt es im Iran kaum. Freilich ist es ratsam, wie in jedem anderen Reiseland auch, wichtige Dokumente wie Pass, Führerschein und Flugtickets sowie Wertsachen wie teure Uhren und Schmuck stets im Auge zu behalten. Am besten trägt man sie eng am Körper in einem Geldgürtel oder einen Brustbeutel. Bessere Hotels stellen Gästen einen Hotelsafe zur Verfügung.

Demonstrationen

Reisende sollten lieber einen weiten Bogen darum machen. Auch das Fotografieren kann unter Umständen zu einem echten Problem werden. Denn schnell könnte der Verdacht der Spionage aufkommen.

Alkohol

Alkoholische Getränke sind streng verboten. Wer sich im streng muslimischen Land dabei erwischen lässt, muss damit rechnen, entweder eine hohe Geldstrafe bezahlen zu müssen oder ausgepeitscht zu werden. Bei Wiederholungstätern droht sogar die Todesstrafe. Wenn sich Iraner treffen, wird in aller Regel Tee oder Kaffee getrunken.

Kleiderordnung

Für Frauen bedeutet das zuallererst Kopf und Nacken mit einem Kopftuch zu bedecken. Gewöhnlich reicht hier ein leichter, locker sitzender Schal. Zudem müssen Frauen ein langes Oberteil tragen, um so die weiblichen Konturen verstecken. Das bedeutet jedoch nicht, dass man als Frau grundsätzlich einen Tschador tragen muss. Es kann eine langärmelige Tunika oder ein längerer Cardigan in Kombination mit einer Jeans und Baumwollhose sein oder aber auch ein langer Rock oder ein Kleid. Wichtig ist nur, dass Gesäß, Arme und Dekolleté gänzlich bedeckt werden. Im Grunde genommen spricht auch nichts dagegen, sich an dem Kleidungsstil der einheimischen Frauen zu orientieren.

Anmerkung: Das Betreten von wichtigen muslimischen Heiligtümern ist für Frauen ohne einen Tschador nicht möglich. In der Regel liegen allerdings Leih-Tschadors zur freien Entnahme am Eingang aus.

Die Kleidervorschriften der Islamischen Republik Iran beziehen sich auch auf Männer, denen es untersagt wird, kurze Hosen zu tragen. Gleiches gilt gewöhnlich auch für kurzärmelige T-Shirts, wobei sie mittlerweile vielerorts akzeptiert werden. Hierbei sollten Männer lediglich berücksichtigen, dass sie ein unauffälliges Design haben. Trotz dieser gelockerten Gangart sind T-Shirts in Moscheen und in anderen heiligen Stätten ein absolutes No-Go. Die meisten Männer im Iran tragen daher ein langes Hemd.

Austausch von Zärtlichkeiten

Bei der Vorstellung zwischen Mann und Frau auf den Handschlag verzichtet - das schickt sich nämlich nicht in der Öffentlichkeit. Touristen hingegen können während ihrer Reise durch den Iran händchenhaltend durch die Straßen ziehen, aber auf Umarmungen und Küssen sollten Mann und Frau verzichten. Einzige Ausnahme ist der Wangenkuss bei der Begrüßung und Verabschiedung. Sex vor der Ehe steht im Iran unter Strafe und wird mit Gefängnis oder körperlicher Züchtigung bestraft. So will es das Gesetzbuch des Islams.

Hinweis: Wer als Paar in ein Hotel einchecken will, muss nachweisen, dass man verheiratet ist, und zwar mit einer amtlichen Eheurkunde. Das gilt sowohl für Einheimische als auch für Touristen. Ansonsten gibt es kein gemeinsames Hotelzimmer. Noch ein Tipp für gleichgeschlechtliche Ehepartner: Homosexualität ist im Iran verboten. Daher empfiehlt es sich, nicht nach einem gemeinsamen Zimmer zu fragen - trotz Eheurkunde.

Welche Gebiete des Iran sind von einer Reisewarnung betroffen?

Angesichts diverser politischer Spannungen in den Grenzregionen zu Pakistan und Afghanistan rät das Außenministerium, diese Gegenden zu meiden. So besteht im Osten der Provinz Kerman und Sistan-Belutschistan das Risiko, entführt oder Opfer eines Anschlags zu werden. Vor allem in der Region zwischen den iranischen Metropolen Zabol, Bam und Chahabar können Touristen einer großen Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt werden. Besondere Vorsicht ist an der iranischen Grenze zum Nachbarland Irak geboten. Denn im Grenzgebiet kommt es immer wieder mal zu Auseinandersetzungen mit Waffengewalt zwischen aufständischen Gruppen, kriminellen Banden und den iranischen Sicherheitskräften.

Als Risikogebiete vom Auswärtigen Amt ausgewiesen sind die Provinz Kurdistan sowie die von Kurden bewohnte Provinz West-Aserbaidschan. Die Sicherheitslage in diesen Regionen erweist sich als sehr wechselhaft, sodass Touristen mit gezielten Anschlägen gegen Sicherheitskräfte, lokale Volksvertreter und den Klerus zu rechnen haben. Aufgrund der erhöhten Gefährdungslage wurde die Präsenz von Sicherheitskräften massiv erhöht und diverse Kontrollen mit Checkpoints eingerichtet.

Ein gewisses Risiko gehen Touristen beim Besuch der Provinz Khuzestan sowie von Teheran ein. Wie das Auswärtige Amt schreibt, kommt es dort oft zu Verhaftungen von Personen, die mit dem Islamischen Staat in Kontakt stehen und terroristische Anschläge in der Islamischen Republik Iran planen.

Warum gibt es regelmäßig eine neue Reisewarnung für den Iran?

Aufgrund der schwierigen innen- wie auch außenpolitischen Lage, die sich im Laufe der Zeit als sehr volatil bezeichnen lässt, schätzt das Auswärtige Amt diese Lage regelmäßig ein und passt seine Reise- und Sicherheitshinweise auf der offiziellen Webseite dementsprechend an. Eine Reisewarnung für den Iran wurde bisher nicht für das ganze Land ausgesprochen. Vielmehr handelt es sich um eine partielle Reisewarnungen, die sich auf die Provinzen Kerman, Sistan-Belutschistan, Kurdistan und West-Aserbaidschan beziehen. Zudem warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die Grenzgebiete zu Pakistan, Afghanistan und Irak. Für diese Regionen wird deshalb eine partielle Reisewarnung ausgesprochen, weil es dort häufig zu Anschlägen und Entführungen kommt.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen in den Iran.

Generell lässt sich sagen, dass es heutzutage kein Reiseland mehr auf der Welt gibt, in dem Urlauber hundertprozentig sicher sein können. Selbst Naturkatastrophen wie Erdbeben, Waldbrände, Tsunamis, Hurrikans und Vulkanausbrüche können die Urlaubs- und Reisepläne vielerorts zunichte machen. Zudem kann sich die geopolitische Lage in einer schnelllebigen Zeit wie heute rasch ändern.

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