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Iran: Auswärtiges Amt gibt Sicherheitstipps für Touristen

Unterwegs im Nahen Osten : Urlaub im Iran: Das rät das Auswärtige Amt

Es versteht sich von selbst, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu beachten. Das gilt auch für Reisen in den Iran. Lesen Sie hier, worauf Urlauber im Nahen Osten achten müssen.

Iran zählt zu den schönsten Reiseländern dieser Erde. Es zeichnet sich durch märchenhafte Naturwunder, gastfreundliche Menschen, reiche Kultur und einzigartige Wüstenstädte aus. Vor allem die Widersprüchlichkeit in der iranischen Alltagskultur ist im Iran allgegenwärtig: Auf der einen Seite blickt das Land zwischen dem Persischen Golf und dem Kaspischen Meer auf eine jahrtausendealte Kultur zurück und lebt viele Traditionen, Sitte und Bräuche. Auf der anderen Seite kann sich der Iran vor der modernisierenden Gesellschaft nicht verstecken, insbesondere in der iranischen Hauptstadt Teheran.

Über all dem schweben die Gebote und Verbote der Scharia. Danach ist es Frauen und Mädchen ab einem Alter von neun Jahren verboten, ohne ein Kopftuch das Haus zu verlassen. Wie in jedem anderen islamischen Land auch, ist der Konsum von Alkohol streng untersagt. Alltägliche Dinge wie Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit oder Sex vor der Ehe stehen ebenfalls unter Strafe. Und auch die gelebte Homosexualität wird im Iran nicht toleriert und hart bestraft - bis hin zur Todesstrafe.

Trotz der Regeln und Verbote, trotz der Sittenwächter und trotz der Strafen, erweist sich das alte Persien als ein lohnenswertes Reiseziel und kann weitgehend bedenkenlos bereist werden. Wichtig ist allerdings, dass sich Reisende an die Verhaltensregeln der Islamischen Republik Iran halten und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes berücksichtigen.

Welche Sicherheitshinweise spricht das Auswärtige Amt für den Iran aus?

Urlaubern wird der eigenen Sicherheit zuliebe geraten, keine Ausflüge in den Osten des Landes zu unternehmen, und zwar in die Provinzen Kerman und Sistan-Belutschistan. Auch die Grenzgebiete zu Pakistan und Afghanistan sollten von Touristen gemieden werden. Denn dort besteht ein erhöhtes Risiko, einem Anschlag zum Opfer zu fallen oder entführt zu werden, insbesondere zwischen den iranischen Städten Zabol, Bam und Chabahar. Eine gewisse Gefahr für Leib und Leben besteht auch in der iranischen Provinz Kurdistan und in der ebenfalls von Kurden bewohnten Provinz West-Aserbaidschan. Nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes werden dort des Öfteren Anschläge verübt.

Fernab der für Touristen unsicheren Gebiete lässt sich Vieles entdecken. Der Iran ist mit knapp 1,65 Mio. Quadratkilometern flächenmäßig ein riesiges Land - halb so groß wie der asiatische Subkontinent Indien und viereinhalb Mal so groß wie Deutschland. Ein flächendeckendes Verkehrsnetz öffentlicher Verkehrsmittel, gut ausgebaute Straßen und eine Vielzahl an Unterkünften sorgen für angenehme Reisen durch das faszinierende Land.

Allgemeine Tipps zur Sicherheit:

  • Demonstrationen, Kundgebungen und politisch motivierte Menschenansammlung sollten von Reisenden weiträumig gemieden werden.
  • Das Fotografieren und Filmen von Demonstrationen und dem Umfeld ist streng verboten. Genau das Gleiche gilt auch für das Ablichten von Polizisten, Soldaten und deren Einrichtungen und Fahrzeuge. Öffentliche Gebäude mit dem Hinweisschild "No photo" fallen ebenfalls unter diesem Verbot.
  • Den Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte ist Folge zu leisten.
  • Auf Kritik an Staat und Politik sollten Reisende gegenüber Unbekannten und neuen Bekannten gänzlich verzichten.

Wovor warnt das Auswärtige Amt bei Reisen in den Iran?

Kommt es im Iran zu kriminellen Handlungen, handelt es sich aber zumeist um Taschendiebstähle, Handtaschenraub, Trickbetrüger und Fahrzeugdiebstähle. Demzufolge sollten sich Reisende stets von Vorsicht leiten lassen und die Reise- und Sicherheitswarnungen des Auswärtigen Amtes im Hinterkopf behalten. Im Allgemeinen ist die Islamische Republik Iran ein sicheres Reiseland und so einige Vorurteile gegenüber dem Iran als Reiseland lassen sich zerstreuen beziehungsweise relativieren. Die Religion und die strengen Scharia-Gesetze haben einen dämpfenden Einfluss auf kriminelle Machenschaften. Selbst für kleinere Straftaten drohen hohe Strafen.

Stadtbummel in der Nacht - eine schlechte Idee

Um sich sicher fühlen zu können, sollte man nach Einbruch der Dunkelheit nicht allein durch die Straßen der Großstädte wie in Teheran laufen. Das gilt besonders für abgelegene, dunkle und schlecht beleuchtete Straßen oder vereinsamte Gegenden. Stattdessen ist es ratsam, immer genug Geld für ein Taxi im Portemonnaie zu haben. Hierbei ist es wichtig, ausschließlich telefonisch vorbestellte Taxis zu nutzen und darauf zu bestehen, dass keine weiteren Fahrgäste zusteigen. In der Regel rufen Restaurants und Unterkünfte gerne ein Taxi, welches im Vergleich zu europäischen Preisen nicht teuer ist. Den Fahrpreis sollte man allerdings bereits vor der Fahrt aushandeln. Denn nur ganz wenige Taxis verfügen über einen Taxameter, so dass Touristen leicht und immer wieder gerne übers Ohr gehauen werden.

Obacht im dichten Gedränge

Ein erhöhtes Risiko, bestohlen zu werden, gibt es vor allem an von Touristen frequentierten Orten wie etwa an Busbahnhöfen, Flughäfen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das gilt selbstverständlich auch auf (großen) Märkten. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei dichtem Gedränge besondere Vorsicht an den Tag zu legen, da häufig Taschen- und Trickdiebe unterwegs sind. Am besten man nimmt nur das nötigste Bargeld mit und deponiert den Rest im Hotelsafe oder im verschlossenen Koffer in der Unterkunft. Auch teure Kameras trägt man im dichten Gedränge besser gut verstaut in einer Kameratasche oder im Tagesrucksack und nicht einfach lose über die Schulter. Wertsachen wie Schmuck und (teure) Uhren sollten lieber erst gar nicht auf die Reise in den Iran mitgenommen werden. Reisepass, Kreditkarten, Bargeld finden einen sichern Platz im Brust- oder Hüftbeutel oder im Geldgürtel direkt am Körper unter der Kleidung. Für die täglichen Einkäufe und Ausgaben bietet sich ein kleiner Geldbeutel an, in dem nur das für den Tag benötigte Bargeld aufbewahrt wird.

Im unwahrscheinlichen Fall eines Überfalls sollten Reisende nicht den Helden spielen und keinen Widerstand leisten.

Trickbetrüger als falsche Sicherheitskräfte

In Großstädten wie in Teheran kann es auf der Straße vorkommen, dass vermeintliche Zivilpolizisten eine Personenkontrolle durchführen wollen. Die Kontrolleure stellen sich in der Regel als Trickbetrüger heraus, die nach der "Kontrolle" Geld und Wertsachen einfach behalten. In so einem Fall sollten Reisende darauf bestehen, mit den Männern in die Lobby des eigenen Hotels oder zur nächstgelegenen Polizeiwache gehen zu wollen.

Fenster hoch und Türen schließen beim Autofahren

Wer als Reisender durch große Menschenmengen fährt (etwa an einem Markttag) oder beim Anhalten von Kindern umringt wird, sollte die Fenster im Auto hochzukurbeln und die Türen von innen gut verschlossen zu halten. Damit verhindert man einen schnellen Zugriff auf die im Auto liegenden Dinge wie Rucksack, Handtasche oder Kameraausrüstung. Das Auto sollte auch immer abgesperrt sein, selbst wenn man sich nur kurz für ein paar Meter entfernt. Dringend anzuraten ist auch, keine Wertsachen sichtbar im Auto zurückzulassen.

Hinweis: Die iranische Fahrweise ist sehr abenteuerlich und im Straßenverkehr lauern generell die größten Gefahren. Verkehrsregeln scheinen nicht wirklich zu existieren. Um auf sich aufmerksam zu machen, wird vielmehr auf die ohrenbetäubende Autohupe gedrückt.

"Taarof" ist nur eine Höflichkeitsfloskel

Beim "Taarof" handelt es sich um den Austausch von Höflichkeiten, um den anderen zu gefallen, was aber nicht der Wahrheit entspricht. Es handelt sich dabei um ein jahrhundertealtes persisches Ritual der Höflichkeit, das in verschiedensten Lebensbereichen der Iraner tief verwurzelt ist. Und es wird von jedem erwarten, auch von Touristen, das Spielchen mitzumachen. Das betrifft vor allem das Anbieten und Ablehnen von Gegenständen, Dienstleistungen und Geld. Zum Beispiel kann es vorkommen, dass der Taxifahrer am Ende der Fahrt keinen Fahrpreis möchte. Doch das Angebot einer kostenlosen Fahrt ist schlichtweg nur als Höflichkeitsfloskel zu verstehen. Anschließend sollte zwei- oder dreimal darauf bestanden werden, den Fahrpreis bezahlen zu wollen. Diese Hin und Her gibt es überall im Alltag der Iraner, daher sollte man als Reisender nicht jede Höflichkeit als ernst gemeint verstehen.

Welche Impfungen empfiehlt das Auswärtige Amt für Reisen in den Iran?

Für die Einreise in den Iran besteht gemäß dem Auswärtigen Amt keine Verpflichtung zu speziellen Impfungen. Empfohlen wird allen Reisenden jedoch unabhängig vom Reiseziel in den Impfpass zu schauen, welche der Standardimpfungen fehlen oder gegebenenfalls aufgefrischt werden sollten.

Zu den Standardimpfungen gehören Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Masern, Mumps, Röteln, Polio (Kinderlähmung) und Hepatitis B. Wer damit geimpft worden ist, hat zumindest schon einmal eine solide Grundimmunisierung. Bei längeren Aufenthalten, insbesondere in ländlichen Gegenden empfiehlt das Auswärtige Amt zudem Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus, Meningokokken, Tollwut und Tuberkulose.

Das Risiko, sich auf der Reise mit der Fieberkrankheit Malaria anzustecken, ist im Iran zwar gering, kann allerdings nicht ausgeschlossen werden. Vor allem im Norden des Landes in der Reisezeit von Juni bis September, im Süden von Mai bis September und entlang des Persischen Golfes (ganzjährig) kann es zu einer Übertragung durch Anophelesmücken kommen. Dementsprechend sollten sich Reisende abends und nachts vor Mückenstichen schützen.

Anmerkung: Wer in der Islamischen Republik Iran einen Aufenthalt plant, der länger als drei Monate andauert, der muss bei der Einreise einen HIV-Test mit negativem Befund nachweisen können.

Welche medizinischen Hinweise gibt das Auswärtige Amt für den Iran aus?

Die medizinische Versorgung im Iran lässt sich in Hinblick auf Hygiene, Technik und Organisation nicht mit den Standards in der Europäischen Union vergleichen. Zudem gibt es einen großen qualitativen Unterschied zwischen Stadt und Land. Kurzum: Während die medizinische Versorgung in Teheran ohne Weiteres gewährleistet wird, kann es in ländlichen Gegenden zu Engpässen kommen. Allein vor diesem Hintergrund ist es ratsam, einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz in der Tasche zu haben, der gegebenenfalls auch den Rücktransport in die Heimat einschließt.

Für die Aufenthalte im Iran empfiehlt das Auswärtige Amt eine gut ausgestattete Reiseapotheke im Gepäck zu haben. Diese sollte an die eigenen Bedürfnisse angepasst sein, sodass kleine Beschwerden (Durchfall, Schmerzen, Fieber) weitgehend allein behandelt werden können. Wer gängige Medikamente benötigt, kann sich an eine Apotheke wenden.

Was rät das Auswärtige Amt Frauen bei Reisen in den Iran?

Spätestens beim Verlassen des Flugzeugs müssen Frauen ein Kopftuch tragen, das Haare und Nacken bedeckt. Zugleich ist darauf zu achten, dass die Kleidung so gewählt wird, dass die weiblichen Konturen mit einem locker fallenden Mantel, einer langen Bluse und knöchellangen Hose verhüllt werden. In religiös bedeutenden Städten wie in Quom oder Mashad sowie bei der Besichtigung von bestimmten heiligen Stätten müssen Frauen einen schwarzen Tschador tragen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen in den Iran.

In der Regel reisen die meisten iranischen Frauen in Begleitung ihres Ehemannes, Vaters oder Bruders. Daher ist das Reisen allein als Frau etwas sehr Untypisches für Iraner. Mittlerweile hat man sich an das Bild einer alleinreisenden Frau aus dem Ausland gewöhnt und stellt weitestgehend auch kein Problem dar. Sexuelle Belästigungen oder Begrapschen kommen selten vor. Nichtsdestotrotz sollten alleinreisenden Frauen mit gesundem Menschenverstand reisen und stets auf das eigene Bauchgefühl hören. Daher sollte es selbstverständlich sein, dass Frauen nicht in menschenleeren Gegenden oder zwielichtigen Vierteln unterwegs sind, vor allem nicht nachts.

Wer als Frau im Iran unterwegs ist, muss sich wegen der eigenen Sicherheit also keine Gedanken machen - sofern man sich an die Regeln und Verbote des Landes hält und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beherzigt.

Tipp: Alleinreisende Frauen können sich vor der Einreise in den Iran in die Krisenvorsorgeliste "Elefand" des Auswärtigen Amtes registrieren. Wer konsularische Amtshilfe in Anspruch nehmen will, wendet sich an die Botschaft der Bundesrepublik Deutschen in Teheran (Avenue Ferdowski 320-324).

Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit

Auch im Hinblick auf den Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit gelten im Iran strenge Regeln. Während Händchenhalten gerade noch so toleriert wird, sollten Frauen auf Umarmungen und Küssen gänzlich verzichten. Das gilt selbstverständlich nicht bei Begrüßungen wie auch Verabschiedungen. Unehelicher Sex wird streng geahndet - von Peitschenhieben bis hin zur Todesstrafe. Daher sollten sich Frauen, die mit dem Lebenspartner in den Iran Reisen, nicht wundern, dass man als unverheiratetes Paar in getrennten Zimmern übernachtet.

Hinweis:In einigen Hotels müssen Paare eine Heiratsurkunde vorzeigen, wenn sie in einem Doppelzimmer übernachten möchten. Da es im Iran jedoch geläufig ist, nach der Ehe unterschiedliche Nachnamen zu tragen, wird häufig gar nicht erst nicht nach dem Familienstand gefragt.

Hier geht es zur Infostrecke: Reisen in den Iran: 10 Sicherheitstipps des Auswärtigen Amtes