Reisen nach Guatemala: Darum lohnt sich der Trip durch Mittelamerika

Entdeckungstour durch Mittelamerika : Warum sie unbedingt nach Guatemala reisen sollten

Guatemala ist ein Land voller Kontraste - von der Mayastätte Tikal über den Atitlan-See mit seinen Vulkanen bis hin zum Mayamarkt in Chichicastenango. Doch worauf müssen sich Reisende einstellen?

Mit Guatemala verbinden Reisende oft die Hochkultur der Mayas, atemberaubende Naturlandschaften, pastellfarbene Kolonialstädte und traumhafte Sandstrände an der karibischen Küste. Vor Ort werden die gesetzten Erwartungen allerdings bei weitem übertroffen. Damit die Reise nicht zum Albtraum wird, sollten Sie sich mit unseren Reisetipps einen Wissensvorsprung verschaffen.

Warum sollte man als Backpacker durch Guatemala reisen?

Wer als Backpacker durch Guatemala reist, sollte sich bereits vor Antritt der Reise nach Mittelamerika ausgiebig über Kultur, Menschen und fremde Gepflogenheiten informieren. Das hat den Vorteil, dass man als Backpacker bereits weiß, was einen erwartet. Um das Reiseland noch intensiver kennenzulernen, kann auch das Erlernen einer neuen Sprache hilfreich sein. Denn dadurch hat man nicht nur die Riesenchance wertvolle Einblicke in die lokalen Gepflogenheiten zu erhalten, sondern auch mit den Einheimischen schneller in Kontakt zu kommen.

Eines vorweg: Guatemala mag flächenmäßig vielleicht ein kleines Reiseland sein, nicht einmal halb so groß wie Deutschland. Aber dafür hat das mittelamerikanische Land jede Menge landschaftliche und kulturelle Schätze zu bieten. Dementsprechend sollten sich Backpacker auch die nötige Zeit nehmen, um die Schönheit Guatemalas zu entdecken und näher in Augenschein zu nehmen. Nicht verpassen sollten Reisende die antike Maya-Stätte Tikal in den Regenwäldern des Petén, aber das versteht sich im Grunde genommen von selbst. Sie wurde von 600 vor Christus an erbaut und stellte 1.500 Jahre lang das wirtschaftliche, politische und religiöse Zentrum der Maya-Kultur dar. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherbergte Tikal rund 100.000 Einwohner. Besonders beeindruckend sind die monumentalen Tempelruinen, die weit über das Blätterdach des Regenwaldes hinausreichen, allen voran der Tempel der zweiköpfigen Schlange mit seiner stolzen Höhe von 65 Metern.

Guatemala verfügt aber nicht nur über eindrucksvolle Bauwerke aus der Zeit der Mayas, sondern erinnert mit Schritt und Tritt auch sein koloniales Erbe. Als Paradebeispiel gilt die bezaubernde Kolonialstadt Antigua. Denn in der ehemaligen Hauptstadt Guatemalas zeigt sich die typische koloniale Baukunst, die kirchliche Machtentfaltung in Zentralamerika sowie die ergebene Königstreue der Spanier. Besonders sehenswert sind in Antigua die Kathedrale San José mit der Grabstätte von Bernal Diaz, ehemaliger Gouverneur und Chronist von Antigua, die Barockkirche La Merced sowie die Kirche und das Kloster der Kapuzinerinnen.

Das Gegenstück für so viel Kultur bildet in Guatemala die atemberaubende Vielfalt der Naturlandschaften - tropische Regenwälder im Norden des Landes, Nebelwälder in den Bergen und jede Menge spektakuläre Vulkankegel. Ein beliebtes Reiseziel von Backpackern ist das Naturschutzgebiet Semuc Champey. Dort windet sich nämlich der smaragdgrüne Rio Cahabón, dessen Flusswasser von sechs terrassenartigen Wasserbecken gespeist wird. Hier steht dem Badespaß nichts im Wege. Tipp: Eine Höhlenwanderung im Kerzenschein in den K'an Ba Höhlen.

Lust auf Nervenkitzel und Abenteuer? Dann sollten Backpacker eine geführte Tour auf einen der zahlreichen Vulkane unternehmen. Gleich, ob es hinauf zum Pacaya oder Acatenango geht, die meisten von ihnen lassen sich mit einem erfahrenen Guide gut besteigen, sodass der sprichwörtliche "Tanz auf dem Vulkan" auch unbeschadet zu Ende geht.

Anmerkung: Die Vulkane in Guatemala gehören teils zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt. Daher sollte jedem Backpacker die Gefahr bewusst sein, dass es unter den schlafenden Riesen auch ein böses Erwachen geben kann.

Wie geeignet sind Guatemala-Reisen für Familien mit Kindern?

Es gibt wohl nichts Schöneres als gemeinsam mit der Familie auf den Spuren der Mayas und der kolonialen Vergangenheit Guatemalas zu wandeln. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, ob ein Urlaub in Guatemala für Familien mit Kindern überhaupt geeignet ist? Angesichts der kulturellen Vielfalt des Landes können Kinder schnell überfordert werden. Daher sollten Reisen mit Kind abwechslungsreich gestaltet sein, indem man kindgerechte Orte wie den Freizeitpark Mundo Petapa Irtra in Guatemala-Stadt oder den Wasserpark Xocomil bei Retalhuleu oder den Petencito Zoo in Flores aufsucht. Nichtsdestotrotz sind die monumentalen Ruinen der Mayas, die exotischen Tiere im Dschungel sowie die majestätischen Vulkane zweifelsohne ganz besondere Highlights für Kinder. Und ganz nebenbei: Auch ein Besuch der farbenfrohen und lebendigen Märkte - es gibt sie in jeder Stadt, in jedem Dorf - eignen sich optimal, um die Kids bei Laune zu halten.

Wissenswertes über Reisen mit Kindern in Guatemala:

  • Wer mit Kindern eine Reise nach Guatemala plant, sollte sich entsprechend vorbereiten und sich auch darauf einstellen, einige Einschränkungen in Kauf nehmen.
  • Die Guatemalteken zeigen sich Kindern offen und tolerant, allein schon der Tatsache wegen, dass sie selber viele Kinder haben.
  • Durch die eigenen Kinder bekommt man oftmals viel schneller mit den Einheimischen ins Gespräch.
  • Nach der langen Anreise benötigen Kinder ausreichend Zeit, sich an das Klima und das neue Umfeld zu gewöhnen. Am besten starten Eltern die Rundreise mit ein paar Tagen am Meer - vorzugsweise im Osten Guatemalas am karibischen Meer.
  • Bei der Wahl der Unterkunft empfiehlt es sich, ein Zimmer im Erdgeschoss zu nehmen. Dort sind die Zimmertemperaturen sicherlich angenehmer als in den höher gelegenen Zimmern.
  • In den Touristenzentren ist das Essen gewöhnlich nicht scharf und in großer Auswahl ausreichend vorhanden.

Grundsätzlich kann man sagen, dass es keinen Grund gibt, nicht mit Kindern eine Rundreise durch Guatemala zu unternehmen - ganz im Gegenteil. Die Menschen sind im Allgemeinen sehr kinderfreundlich, aufgeschlossen und neugierig, auch ausländische Kinder werden überall mit offenen Armen empfangen. Trotz der herzlichen Gastfreundlichkeit der Guatemalteken gilt für Touristen, sein Kind niemals aus den Augen zu lassen und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu berücksichtigen. Außerdem wird Reisenden empfohlen, sich elektronisch in der Krisenvorsorgeliste "Elefand" des Auswärtigen Amtes zu registrieren. Und wer locker und stressfrei durchs Land kommen will, sollte sich ein paar Sprachbausteine in Spanisch zu Eigen machen.

Nicht vergessen: Bevor es losgeht, ist darauf zu achten, dass mitreisende Kinder den aktuellen Impfschutz für alle Routineimpfungen mitbringen.

Wie sicher sind Reisen nach Guatemala für Frauen?

Was die Sicherheit in Guatemala betrifft, so genießt das von Gewalt, Armut und Drogen geplagte Land in Sachen Sicherheit und Kriminalität einen schlechten Ruf. Allein die Hinweise auf der Webseite des Auswärtigen Amtes können bei dem einen oder anderen Reisenden schon für Zweifel oder Ängste sorgen. Sofern es nämlich nach den Reise- und Sicherheitshinweisen der Behörde geht, so werden im ganzen Land und zu jeder Zeit Gewalttaten wie Taschendiebstähle, Entführungen, Vergewaltigungen und bewaffnete Überfälle verübt. Selbst die Tourismushochburgen des Landes werden hin und wieder zum Schauplatz von Gewalt. Und als ob das nicht schon reichen würde, so haben sich Reisende zeitweise noch mit korrupten Polizisten herumzuschlagen. Spätestens an dieser Stelle, sollte man sich fragen, ob eine Reise nach Guatemala wirklich eine so gute Idee ist. Aber bitte nicht falsch verstehen! Reisende sollten nicht voreilig den Kopf in den Sand stecken, sondern stattdessen die Hinweise des Auswärtigen Amtes beherzigen und zusätzlich auf das eigene Bauchgefühl vertrauen.

Guatemala ist, wie viele andere Länder in Mittel- und Südamerika, von einer hohen Kriminalität betroffen und taucht dadurch immer wieder mal in negativen Schlagzeilen der Medien auf. Trotz allem können sich Touristen weitgehend sicher fühlen, sofern sie sich an die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes orientieren. So wird Reisenden, insbesondere Frauen, empfohlen, das Land nicht alleine zu bereisen. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit ist dieser Rat ernst zu nehmen. Stattdessen sollten Frauen ein Taxi nehmen, aber nicht irgendeines, sondern nur ein Taxi mit offizieller Lizenz. Frauen sollten sich ein Taxi rufen lassen oder ein solches über eine Taxi-App bestellen. Außerdem sollte der Fahrpreis bereits im Vorhinein mit dem Taxifahrer ausgehandelt oder auf ein Taxometer bestanden werden, damit man am Ende der Fahrt nicht mehr bezahlt wird als üblich.

Um brenzlige Situationen zu vermeiden, sollten Frauen ihre Wertgegenstände wie hochwertige Kameraausrüstung, teure Uhren und wertvollen Schmuck sowie Bargeld nicht in der Öffentlichkeit zur Schau stellen. Dadurch lässt sich das Risiko minimieren und Raubüberfälle vorbeugen. Eine gewisse Vorsicht ist auch bei Geldautomaten, an Tankstellen und beim Verlassen von Banken und Einkaufszentren angebracht. Und sollten Frauen in Guatemala einmal Opfer einer Straftat werden, gilt grundsätzlich, nicht den Helden zu spielen. Denn die Gewaltbereitschaft ist unter den kriminellen Guatemalteken sehr hoch.

Tipp: Es empfiehlt sich, einen kleinen Geldbetrag in einem separaten Portemonnaie sowie ein zweites Mobiltelefon bei sich zu haben.

Aus den Hinweisen des Auswärtigen Amtes geht ferner hervor, dass Frauen keine Getränke oder Esswaren von Unbekannten annehmen sollten. Vor allem in Bars und Diskotheken besteht für Frauen die stete Gefahr, dass sie mit K.O.-Tropfen betäubt und in einen willenlosen Zustand versetzt werden, um sie anschließend auszurauben oder zu vergewaltigen. Last but not least wird Frauen empfohlen, Wanderungen, Trekkings und Exkursionen nur in Begleitung eines vertrauenswürdigen Guides zu unternehmen.

Welche Kosten fallen für Guatemala-Reisen an?

Die meisten Touristen kommen mit dem Flugzeug oder im Zuge einer größeren Rundreise auf dem Landweg nach Guatemala. Das Teuerste am Reisen sind nach wie vor die Flugtickets. Fairerweise muss man sagen, dass es hierbei darauf ankommt, welche Fluggesellschaft, Jahreszeit und Aufenthaltsdauer ins Auge gefasst wird. Alles in allem erweist sich Guatemala als ein günstiges Reiseland und Touristen müssen durchschnittlich mit einem Tagesbudget zwischen 20 und 35 Euro pro Person rechnen. Dafür kann man auch so einiges erleben.

Kosten für die Fortbewegung

Um innerhalb Guatemalas bis in die hintersten Winkel zu gelangen, nutzen die meisten Reisenden den Bus. Er gilt als das günstigste und bestverfügbare Verkehrsmittel, das nicht nur die Reisekasse schont, sondern auch einige der unvergesslichsten Augenblicke einer Guatemala Reise beschert. Wer sich für diese Art der Fortbewegung entscheidet, sollte allerdings berücksichtigen, dass es zwei unterschiedliche Bus-Klassen gibt. So haben Reisende die Wahl zwischen den Bussen der ersten Klassen (Pullman) die zwischen den wichtigsten Städten des Landes pendeln und den Bussen der zweiten Klasse (Chickenbus), die allerdings weitaus weniger komfortabel sind und deutlich mehr Zeit brauchen. Tipp: Trotz der höheren Reisekosten sind die Pullman-Busse oftmals ausgebucht. Dementsprechend wird empfohlen, bis spätestens am Vortag einen Platz zu reservieren.

Übrigens: Wer auf seiner Guatemala-Rundreise nur wenige Tage zur Verfügung hat, sollte größere Distanzen mit dem Flugzeug zurücklegen. So ist ein Inlandsflug von Guatemala-Stadt nach Flores bereits für 100 Euro zu bekommen.

Kosten für die Unterkunft

Wie in jedem anderen Land auf der Welt auch, richtet sich der Preis für eine Übernachtung nach den eigenen Ansprüchen. Eine der kostengünstigsten Varianten ist in Homestays zu übernachten, wo Reisende unter demselben Dach wie sein Gastgeber schläft. Hier zahlt man ungefähr 100 US-Dollar für die ganze Woche (Verpflegung inklusive). Eine weitere Übernachtungsmöglichkeit bieten Hostels, in denen zwischen 5 und 10 Euro für ein Bett bezahlt werden muss. In Pensionen und Hotel hingegen müssen Reisende gewöhnlich mit Preisen ab 15 Euro rechnen. Dafür sind die meisten Zimmer mit Ventilatoren, TV und WLAN ausgestattet. Normalerweise muss das Frühstück extra hinzugebucht werden.

Übrigens: Die Höhe der Übernachtungskosten richtet sich auch nach der Lage: Am günstigsten sind Übernachtungen im Landesinneren. In den touristischen Hochburgen wie in Antigua, Flores und Semuc Champey zahlen Urlauber für ein günstiges Zimmer mit Doppelbett um die 30 Euro pro Nacht.

Kosten für die Verpflegung

In Guatemala finden Urlauber gute und sehr gute Restaurants, in denen sowohl nationale als auch internationale Gerichte angeboten werden. In der Regel wird man schnell feststellen, dass sich die Preise, zumindest in den touristischen Hochburgen und in den Großstädten denen in Europa sehr ähnlich sind. So kostet ein Essen in einem Restaurant der Mittelklasse beispielsweise zwischen 20 und 25 Euro.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Guatemala.

Weitaus günstiger geht es in den Straßenimbissen zu. Dort gibt es ein Mittagsmenü bestehend aus Fisch oder Fleisch, eine Vorsuppe, ein Getränk schon für zwei bis drei Euro. Tipp: Reisende mit einem empfindlichen Magen sollten lokale Speisen in Straßenimbissen meiden.

Kosten für Sehenswürdigkeiten

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Eintrittsgelder für die Maya-Stätten durchschnittlich bei 7 und 8 Euro pro Sehenswürdigkeit betragen. Wer eine Vulkanbesteigung in Angriff nehmen möchte, sollte für eine Tageswanderung ungefähr 10 Euro einplanen plus ein paar US-Dollar Trinkgeld. Der Eintritt in den Semuc Champey Nationalpark kostet um die 6 Euro pro Person und die Sehenswürdigkeit Nummer eins - die Mayastätte Tikal - ungefähr 17 Euro pro Person.

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