Urlaub in Georgien: Geheimtipp zwischen Europa und Asien

Urlaub im Kaukasus : So klappt es mit dem perfekten Georgien-Urlaub

Georgien. Was wissen wir eigentlich von dem kleinen Land im Kaukasus? Welche Sprache sprechen die Georgier, welche Regionen sind besonders schön und wann ist die beste Reisezeit für einen Urlaub? Holen Sie sich hier die besten Urlaubstipps.

Georgien - ein Land so groß wie Bayern - liegt im Kaukasus-Gebirge zwischen Asien und Europa. Es grenzt an Russland im Norden, an Aserbaidschan im Osten und an Armenien und der Türkei im Süden des Landes. Im Westen wird Georgien vom Schwarzen Meer umgeben. Da sich Georgien am östlichsten Rand Europas befindet, wird es von den georgischen Bewohnern gerne auch als "Balkon Europas" bezeichnet. Gleichwohl lässt sich dieser Beiname auch damit begründen, dass zwei Drittel des georgischen Landes mit Bergen bedeckt ist. Der höchste Gipfel mit einer Höhe von 5201 Metern über dem Meeresspiegel ist übrigens Schchara, gefolgt von Dzjanga (5051 Meter) und Kasbek (5047 Meter). Diese majestätischen Bergriesen liegen in der Nähe der Ländergrenze zwischen Russland und Georgien. Allein ihr Anblick macht das eurasische Land zu einer interessanten und lohnenswerten Reise.

Georgien zählt rund 3,7 Millionen Einwohner, wobei der überwiegende Teil der georgischen Bevölkerung in und um die großen Städte wie Tiflis, Batumi, Katuaissi und Rustawi lebt. Allein in der georgischen Landeshauptstadt Tiflis haben mehr als eine Million Menschen ihr Zuhause. Gesprochen wird in Georgien Georgisch. Hierbei handelt es sich um eine Sprache, die zur südkaukasischen (kartwelischen) Sprachfamilie gehört. Nebst dem Georgischen umfasst die georgische Sprache noch die Sprachen Mingrelisch, Lasisch und Swanisch sowie die Sprache der georgischen Juden, Judäo-Georgisch.

Kleiner Reise-Wortschatz für den Urlaub auf Georgisch:

Selbst wer nicht die georgische Sprache spricht, muss sich nicht sogleich verloren fühlen. Da fast alle Georgier mindestens zwei Sprachen sprechen (Russisch und Englisch), ist die Verständigung nicht wirklich ein Problem. Überraschender Weise kann man sich vielerorts auch in der deutschen Sprache gut verständigen.

Tiflis - spannende Gegensätze zwischen Alt und Neu

Dreh- und Angelpunkt einer Reise durch Georgien ist Tiflis (georgisch: Tbilisi). Der Legende nach wurde die georgische Hauptstadt deshalb gegründet, weil die schwefelhaltigen Thermalquellen den kranken König Wachtang Gorgassali wie von Zauberhand gesunden ließen. Noch heute erweisen sich die Schwefelbäder im Bäderviertel Abanotubani am südlichen Ende der Altstadt von Tiflis als eine kleine Wellness-Oase. Wie kleine Pilzköpfe reichen die Kuppeldächer der Bäder gen Himmel, sodass sie von Besuchern kaum übersehen werden können.

Nur wenige Schritte vom Bäderviertel entfernt liegt die kleine Feigenbaum-Schlucht Legvtakhevi, an deren Ende ein Wasserfall aus der Höhe anmutig nach unten stürzt. Auf dem Weg hin zum erfrischenden Nass lassen sich imposante Holzhäuser mit bunten Balkonen bestaunen.

Oberhalb der Altstadt von Tiflis und für jeden Reisenden immer sichtbar thront die Burgruine Nariqala. Die Festung wurde im 3. Jahrhundert unter der Besetzung der Perser erbaut und gilt als die bedeutendste Burg aus dem Mittelalter in ganz Georgien. Wer die Überreste der Burg besichtigen möchte, kann die moderne Seilbahn benutzen. Oben angekommen erwartet die Besucher eine beeindruckende Aussicht auf Tiflis.

Auf der anderen Seite der Nariqala-Festung befindet sich Kartlis Deda, die "Mutter Georgiens", eine 20 Meter hohe Statue aus Aluminium. In der einen Hand hält sie ein Schwert zur Verteidigung der Stadt Tiflis und in der anderen eine mit Wein gefüllte Schale.

Ein ebenso beliebter Ort für Touristen, wie auch für die Georgier selbst, ist der Botanische Garten der Akademie der Wissenschaften. Der Garten umfasst eine Fläche von 128 Hektar, auf der seltene und bedrohte Pflanzenarten aus dem Kaukasus beheimatet sind.

Die Jugendstilvillen von Sololaki, gleich neben der Altstadt von Tiflis, sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Aufwändige Fassadengestaltung, kunstvoll gestaltete Balkone, reich verzierte Türen und Fenster und großzügig geschwungene Treppen lassen das mondäne Leben des höheren Bürgertums des 19. und 20. Jahrhunderts nur erahnen. Heute bröckelt der Putz von vielen Gebäuden, Risse bahnen sich ihren Weg durch die Fassade und Löcher klaffen im Boden. Doch genau dieser morbide Charme verfallener Villen lockt allerlei Touristen herbei.

Wer nach Georgien reist, sollte die Sioni-Kathedrale in der Altstadt von Tiflis nicht verpassen. Ihre Gründung geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Wiederholt wurde das Gotteshaus Opfer der Zerstörung. Doch immer wieder bauten die Georgier ihr Wahrzeichen auf wurde erweiterten es baulich aufs Neue.

Am linken Ufer des Mtkvari Flusses (russisch: Kura) erhebt sich stolz die drittgrößte orthodoxen Kathedrale der Welt - die wahrlich prachtvolle Zminda-Sameba-Kathedrale. Die Dreifaltigkeits-Kathedrale, wie sie auf Deutsch heißt, beeindruckt mit einem über 100 Meter hohen Turm samt goldenem Spitzdach. Auf den ersten Blick mag der Sakralbau den Eindruck vermitteln, mehrere Jahrzehnte alt zu sein. Tatsächlich wurde dieser in den Jahren zwischen 1995 und 2004 nach Plänen des Architekten Artschil Mindiaschwili neu errichtet.

Auf dem neun Hektar großen Kirchengelände befinden sich die Residenz des georgischen Katholikos-Patriarchen und Erzbischofs von Mzcheta-Tiflis sowie ein Kloster mit einem Priesterseminar und einer theologischen Hochschule. Umgeben wird die Kathedrale von einem prächtigen Garten.

Stellvertretend für die Moderne Tiflis steht die bogenförmige Friedensbrücke, die den Mtkvari Fluss im außergewöhnlichen Design überspannt. Es handelt sich hierbei um eine Fußgängerhängebrücke des italienischen Architekten Michele Di Lucchi. Neben dem kuppelartigen Glasdach beeindruckt die Brücke vor allem in den Abendstunden mit einer bunten Lichtershow. Dafür sorgen Tausende von LED-Lichtern, die die Friedensbrücke stets in wechselnde Farben tauchen.

Hip und trendy geht es auf dem Rustaweli-Boulevard im Zentrum der georgischen Hauptstadt zwischen dem Platz der Rosenrevolution und dem Friedensplatz zu. Wie an einer Perlenkette reihen sich Geschäfte, Boutiquen, Cafés, Restaurants und Galerien aneinander, die von prachtvollen Häusern beherbergt werden.

Wo kann man im Georgien-Urlaub wandern?

Sowohl Alexandre Dumas als auch Fritz Pleitgen haben bereits über ihre Reisen durch den wilden Kaukasus geschrieben und viele Urlauber zu einer Georgien Reise inspiriert. Noch heute stellt diese wild-romantische Vorstellung einen wesentlichen Grund für eine Reise in den Kaukasus dar. Wer dort auf den Wanderwegen unterwegs ist, wird allerdings feststellen, dass die Uhren oft um Jahre, wenn nicht sogar um einige Jahrzehnte zurückgedreht sind. Urwüchsige Täler, gigantische Berggipfel, verschlafene Bergdörfer und spiegelglatte Bergseen - hier im Kaukasus lässt sich problemlos ein spektakulärer Naturfilm drehen.

Besonders beliebte Regionen in Georgien sind die Wander- und Trekkingziele rund um den höchsten Gipfel Georgiens, den Schchara. Auch Touren durch das abgelegene "Land der Schluchten" in der Bergregion Chewsuretien oder in den waldreichen Niederungen Pschawi dürfen auf keiner Reise fehlen. Idyllische Wanderungen lassen sich auch in der georgischen Region Kachetien im äußersten Osten des Landes unternehmen, wo die Georgier seit mehr als 8000 Jahren ihren süffigen Wein anbauen.

Da die Bergregionen vielerorts nur sporadisch touristisch erschlossen sind, gibt es dort Hotels und Unterkünfte, die sehr rustikal und einfach daherkommen. Doch gerade diese Schlichtheit macht für jeden Wanderer den Reiz einer Georgien-Reise aus.

Wichtig: Wanderungen in die georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien sollten aufgrund der angespannten Lage zwischen Georgien und Russland gemieden werden.

Was ist die beste Reisezeit für Urlaub in Georgien?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das georgische Land im Kaukasus das ganze Jahr über bereist werden kann. Denn es gibt in Georgien für jeden Reisetyp in jedem Teil des Landes interessante Reiseziele. So eignet sich für Wanderer und Trekking-Fans ein Urlaub im Hochgebirge, und zwar zwischen den Monaten Juli und Oktober. Da es im Sommer recht schweißtreibend sein kann, sollten Kulturreisende die Monate von März bis Mai oder September und Oktober ins Auge fassen. Angesichts der Tatsache, dass Georgien bisher nur von wenigen Touristen besucht wird, hat der Winter, insbesondere in den Ski-Orten, ebenfalls einen ganz besonderen Charme.

Wo kann man in Georgien Strand-Urlaub machen?

Es ist niemals zu früh, um an den nächsten Badeurlaub zu denken. Aber was spricht gegen einen Urlaub an der georgischen Schwarzmeerküste? Nichts. Denn das Schwarze Meer im Westen des Landes war nicht ohne Grund zu Zeiten der Sowjetunion das Badeparadies schlechthin. Daran hat sich bis zum heutigen Tage nicht viel verändert. Noch immer reisen viele Georgien-Urlauber aus Russland und den osteuropäischen Ländern ans Schwarze Meer. Nachdem die Urlaubsorte vor allem in den letzten Jahren eine Art Renaissance erleben durften, finden Hotels und sonstige Unterkünfte am Meer einen stetig steigenden Zulauf.

Badefreunde sollten bei einer Reise ans Schwarze Meer allerdings bedenken, dass es an der der Küste so gut wie keine Sandstrände gibt. Vielmehr besteht der Strand aus mehr oder weniger groben Kieselsteinen. Nichtsdestotrotz erweist sich die georgische Schwarzmeerküste als idealer Urlaubsort. Zum einen deswegen, weil das Panorama am Schwarzen Meer schlichtweg traumhaft ist. So reichen die Steilhänge des Kaukasus zum einen bis an die Küste des Schwarzen Meeres heran. Zum anderen ist das Wasser des Meeres angenehm warm und angesichts der fehlenden Gezeiten relativ ruhig. Erwähnt werden sollte noch die Wasserqualität an der Küste des Schwarzen Meeres, die stellenweise zu Wünschen übrig lässt. Das hält die Badegäste allerdings nicht davon ab, in die Wellen zu springen und ihren Badespaß auszukosten.

Übrigens: Die Kiesel- und Steinstrände des Schwarzen Meeres in Ureki haben eine magnetische Wirkung, die ein bewährtes Mittel gegen Rheuma-Beschwerden sein soll.

Wo kann man in Georgien Urlaub am Schwarzen Meer machen?

Wer einen Badeurlaub am Schwarzen Meer in Georgien plant, sollte in die georgischen Provinzen Guria und Adjara reisen. Dort ist das Klima überwiegend feucht und subtropisch und die Temperaturen bewegen sich im Sommer in der Regel zwischen 23 und 25 Grad Celsius.

Batumi - das Las Vegas des Ostens

Der Badeort Batumi liegt im Südwesten des Landes in der Provinz Adjara und ist in Georgien die erste Adresse, wenn es um Badeurlaub in Georgien geht. Dennoch sollten sich die Reisende von den starken Gegensätzen der Stadt nicht abschrecken lassen - alles wirkt hier nämlich wie architektonisch zusammengewürfelt. Da beginnt mit antiken Überresten wie der Römerfestung Gonio, geht über monströse Betonbauten aus Sowjetzeiten und endet mit beeindruckenden Prunkbauten und kuriosen Wolkenkratzern. Ebenso bunt wie das Stadtbild von Batumi sind auch die prächtigen Hotels. Ein besonderes Highlight ist der sieben Kilometer lange von Palmen gesäumte Boulevard am Strand des Schwarzen Meeres.

Der Strand von Batumi ist selbstverständlich nicht mit den Sandstränden in der Karibik vergleichbar, dennoch kann man an den Stränden schöne Stunden am Meer erleben. Vor allem die Sonnenuntergänge sind traumhaft schön anzusehen. Um den Ansturm von Badegästen bestehen zu können, wurden im Laufe der letzten Jahre Dutzende neue Hotels entlang der Küste eröffnet.

Kobuleti - endlose Kieselstrände am Schwarzen Meer

Wie Batumi gehört auch Kobuleti zu den beliebtesten Badeorten in Georgien. Allerdings ist das Seebad Kobuleti weitaus weniger überlaufen und somit für einen Urlaub mit Kind und Kegel gut geeignet. Die Hauptattraktion ist selbstverständlich der rund zehn Kilometer lange Kieselstrand, an dessen Promenade Fichtenhaine besten Schutz vor der sengenden Mittagssonne bieten. Die beste Reisezeit für eine Georgien Reise ans Schwarze Meer sind sich die Monate zwischen Mai und September.

Ureki - schwarzer, magnetischer Sand mit Heilwirkung

Der Strand des Kurortes Ureki besteht aus magnethaltigem Sand, dessen heilende Wirkung seit je her gepriesen wird. Denn dem Sand werden entzündungshemmende, schmerzlindernde sowie regenerierende Eigenschaften zugesprochen. Er soll das Immunsystem des Menschen stärken und vielen Erkrankungen entgegenwirken. Auch abseits des magischen Kieselstrandes können sich Urlauber in Ureki gut aufgehoben fühlen. Im Badeort finden sich mehrere Café-Bars und Restaurants, in denen die typisch georgische Küche probiert werden kann. Für Spaß für die ganze Familie sorgt der Freizeitpark "Cicinatela", der zehn Minuten Fahrt vor den Toren von Ureki liegt.

Gonio

Im Süden von Batumi, rund 12 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich die Gonio-Festung, die zur ältesten Festung Georgiens zählt. Erste Hinweise auf die Zeit der Erbauung lassen sich in der Naturalis Historia des römischen Historikers und Schriftstellers Gaius Plinius Secundus finden. Danach wird die spätrömische Gonio-Festung auf das Jahr 77 nach Christus datiert. Nach dem Besuch der Festung bietet sich ein Abstecher zu den Stränden von Gonio an.

Kvariati

Der Strand von Kvariati zählt ebenfalls zu den beliebtesten Stränden in Georgien. Wie die meisten der Stranddörfer an der Küste der georgischen Provinz Adjara wird der Strand von Kvariati von Klippen flankiert. Im Ort selbst stehen den Badegästen Restaurants und Cafés zur Auswahl, aber auch kleine Hotels mit oder ohne Verpflegung. Aufgrund seiner idyllischen und ruhigen Lage eignet sich Kvariati gut für einen Badeurlaub mit Kindern. Da der Strand auf seiner gesamten Länge mit Kieselsteinen bedeckt ist, sollte jeder Badegast spezielle Badeschuhe an den Füßen tragen. Dafür wird das Wasser des Meeres von vielen Einheimischen als das sauberste in der ganzen Provinz Adjara angesehen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Georgien.

Die Auflistung der soeben erwähnten Badestrände in Georgien erhebt natürlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. So gibt es entlang der georgischen Küste noch weitaus mehr Strände, die zum Baden einladen.