Hauptstadt Boliviens: Die wichtigsten Reisetipps für La Paz und Sucre

Im Herzen Südamerikas : La Paz oder Sucre - wie heißt die Hauptstadt Boliviens?

Sehenswürdigkeiten, die Laune machen, gibt es in den beiden Hauptstädten Boliviens zur Genüge. Sowohl die moderne Andenmetropole La Paz als auch die bilderbuchreife Kolonialstadt Sucre haben Bolivien-Reisenden so manches zu bieten.

Zwischen dem Tiefland des Amazonas und Hochland der Anden bietet Bolivien den Reisenden eine überwältigende Vielfalt: spannende Wanderungen in einer ursprünglichen Natur, prunkvolle und quicklebendige Kolonialstädte und die faszinierende Welt der Inkas. Wer allerdings eine Rundreise durch Bolivien plant, kommt an der Hauptstadt des Landes nicht vorbei. Es stellt sich hierbei allerdings die Frage nach der Hauptstadt Boliviens - La Paz oder Sucre?

Warum hat Bolivien zwei Hauptstädte?

Die Geschichte Boliviens wird im Casa de la Libertad geschrieben, sprich im Haus der Freiheit. An diesem Ort wurde die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet und 16 Jahre später die Republik ausgerufen. Das Ende des Silberbooms in Potosí läutete den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt Sucre ein. Das hatte zur Folge, dass im Jahr 1899 der bolivianische Regierungssitz nach La Paz verlegt wurde. Auf dem Papier der Verfassungsurkunde war und ist Sucre aber immer noch die Hauptstadt von Bolivien.

La Paz mag vielleicht die größte und bekannteste Stadt in Bolivien sein, doch wer sie für die offizielle Hauptstadt des Landes hält, der liegt falsch. Fakt ist nämlich, dass Sucre die Ehre gebührt, die Hauptstadt Boliviens zu sein. Aber vielleicht ist es für Sie ja ein Trost: Diesem Irrtum sind bereits viele Menschen aufgesessen. Grund genug, jetzt etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Geschichte zweier Städte

Die bolivianische Stadt Sucre ist zweifellos eine der schönsten Städte Südamerikas. Wenn man durch die Straßen dieser Kolonialstadt schlendert, mit all ihrer barocken und neoklassizistischen Pracht, scheint es, als wäre die Zeit stehengeblieben. Denn vielerorts wird das Stadtbild von Bauten aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft bestimmt, die den einstigen Wohlstand der Stadt deutlich belegen. Entsprechend stolz präsentiert sich die "Weiße Stadt" Sucre mit ihren imposanten Sakralbauten, prachtvollen Palästen und ruhig gelegenen Parkanlagen. Ihren einstigen Reichtum verdankte die Stadt den in der Nähe gelegenen Silberminen von Potosí, wenngleich der große Silberboom längst der Vergangenheit angehört. Statt Reichtum sind der bolivianischen Stadt nur die Erinnerungen an eine glorreiche Zeit geblieben. Doch kommen wir wieder zu unserer Ausgangsfrage zurück, warum nicht La Paz, sondern Sucre die offizielle Hauptstadt des Landes ist.

Im Grunde genommen war es Simon Bolivar (1783 - 1830), der den Weg zur Unabhängigkeit gegenüber der spanischen Kolonialherrschaft bereitete. Seinen größten Erfolg feierte der Freiheitskämpfer allerdings mit der Unabhängigkeit Boliviens im Jahr 1825 und damit des ganzen spanischen Südamerikas. Nach ihm wurde daraufhin das Land Bolivien benannt, während der befehlshabende General Antonio José de Sucre Namenspatron der bolivianischen Stadt Sucre wurde. Sie hatte wegen ihrer Nähe zur Silberstadt Potosí bis dahin "La Plata" geheißen.

Übrigens: Im Jahr 1991 wurde die bolivianische Stadt Sucre von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Welcher Flughafen befindet sich in der Hauptstadt von Bolivien?

Im Land selbst gibt es nur drei große internationale Flughäfen. Hierzu zählen der Aeropuerto Internacional El Alto bei La Paz, der Flughafen Viru Viru Internacional bei Santa Cruz de la Sierra und der Aeropuerto Internacional Jorge Wilstermann bei Cochabamba. Wer einmal in Bolivien mit dem Flugzeug gelandet ist, dem steht zur Weiterreise ein gut ausgebautes Netz an inländischen Flugverbindungen zur Verfügung. Dazu gehören die Flugstrecken von La Paz nach

  • Sucre (Alcantarí International Airport)
  • Puerto Suáres (Aeropuerto Capitán Av. Salvador Ogaya G.)
  • Tarija (Yacuiba Airport)
  • Trinidad (Teniente Jorge Henrich Arauz Airport)

Wer als Tourist aus dem Ausland die bolivianische Stadt Sucre besuchen möchte, reist gewöhnlich mit dem Flugzeug an, wenngleich es keinen Direktflug aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Bolivien gibt. In der Regel muss man mindestens einmal umsteigen, wodurch die Flugzeit nach Bolivien je nach Fluggesellschaft oft zwischen 18 und 24 Stunden beträgt.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in der Hauptstadt von Bolivien?

Da es in Bolivien im weitesten Sinne zwei Hauptstädte gibt, sollten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten beider Städte vorgestellt werden. Beginnen wir mit der konstitutionellen Hauptstadt des Landes - Sucre.

Stadtbummel durch die "Weiße Stadt" Sucre

Das malerische Kolonialstädtchen Sucre gehört mit seinen knapp 250.000 Einwohnern zu den schönsten Städten Boliviens. Die im Herzen des Landes liegende Stadt ist nicht nur wegen ihrem Charme und ihrer Idylle berühmt. Gleichwohl fasziniert Sucre wegen des malerischen Stadtbildes aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft. Viele der damals im 16. und 17. Jahrhundert errichteten Gebäude sind heute noch vortrefflich erhalten, sodass Besucher eine gute Vorstellung bekommen, wie Sucre als Gesamtbild einst ausgehen haben muss. Bekannt geworden ist die Stadt Sucre aber nicht nur durch die Nähe zur Silberstadt Potosí, sondern vor allem auch durch ihre weiß getünchten Kolonialbauten, die ihr somit den Beinamen "Die Weiße Stadt" einbrachte. Da Sucre in einem Tal liegt und von niedrigen Bergen umgeben wird, sind die strahlend weißen Fassaden der architektonisch wunderschönen Gebäude bereits aus der Ferne gut auszumachen.

In der romantischen und bilderbuchartigen Altstadt von Sucre gibt es bei einem Stadtbummel viel zu entdecken. Vor allem das am Anfang des 17. Jahrhundert gegründete Franziskanerkloster "La Recoleta" mit dem Chorgestühl aus Zedernholz, wunderschönen Rundbögen im Innenhof und beeindruckenden Dachterrassen sollte bei einem Besuch der Stadt Sucre nicht fehlen. Lohnenswert sind aber auch die Kathedrale von Sucre, "La Catedral Metropolitana", mit ihrem mehrstöckigen Glockenturm, die Kirche "La Merced" mit ihrer filigran ausgearbeiteten Kanzel aus Holz und das Kloster "San Felipe de Neri" vor den Toren der Stadt Sucre.

Geheimtipp: Wer schon einmal in Sucre ist, sollte den rund 60 Kilometer entfernt liegenden Markt Tarabuco besuchen. Dort haben Reisende die Möglichkeit, nicht nur dem bunten Treiben beizuwohnen, sondern auch Bolivianer in traditioneller Kleidung zu sehen.

Die heimliche Hauptstadt Boliviens - La Paz

Am Fuße des Illimani, dem zweithöchsten Berg des Landes, erstreckt sich in einem Tal die heimliche Hauptstadt Boliviens. Die Rede ist von der Andenmetropole La Paz, in der sich ein Meer an Häusern dicht aneinander drängt. Zwischendurch erheben sich Hochhäuser und hin und wieder tauchen alte Kolonialbauten auf, während an den steilen Berghängen rund um den Stadtkern von La Paz die Behausungen schlicht und ärmlich wirken. Mit jedem Höhenmeter aufwärts werden die Häuser maroder und drohen sogar einzustürzen. Die besser situierten Bolivianer leben im Talkessel von La Paz. In El Alto hingegen, das sich auf 4.000 Meter Höhe oberhalb von La Paz befindet, ist die Heimat von zumeist armen Menschen. Viele von ihnen verdienen ihren Unterhalt in den Villenvierteln von La Paz. Dafür nutzen sie die "U-Bahn der Lüfte", sprich das weit verzweigte Netz der Seilbahn "Teleférico". Mittlerweile gibt es zehn Seilbahnlinien, die die einzelnen Stadtviertel miteinander verbinden. Gleichzeitig erweist sich die Seilbahn auch als unsichtbares Band zwischen Arm und Reich sowie Moderne und Tradition. Und das Schöne an einer Fahrt mit der Seilbahn: Reisende erhalten einen guten Eindruck von der Größe der Stadt La Paz.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt befinden sich rund um die Plaza Murillo, in der Nähe des Regierungssitz. Entsprechend können Reisende hier den Palacio Legislativo (Sitz des Nationalkongresses von Bolivien) und den Präsidentenpalast besichtigen. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Kathedrale Nuestra Senora de La Paz sowie der Palacio de los Condes de Arana, in dem heutzutage das Nationalmuseum für Kunst untergebracht ist. Darüber hinaus gibt es viele Skulpturen reiche Sakralbauten, unter anderem die Basílica de San Francisco, Iglesia de San Pedro und Iglesia de Santo Domingo.

Ein Muss für jeden Reisenden in La Paz ist die Besichtigung des El Mercado de las Brujas. Auf dem sogenannten Hexenmarkt gibt es alles, was man für okkulte Rituale, schwarze Zauberkünste und traditionelle Heilkünste benötigt. Wie wäre es beispielsweise mit Zaubertränken, Zaubersprüchen, Flüchen und Liebesstaub?

Übrigens: Der Hexenmarkt von La Paz liegt an der Calle Jiménez und der Calle Linares im Stadtzentrum und somit nicht weit entfernt von der Calle Sagárnaga, der ältesten Einkaufsstraße von La Paz.

Wie kann man in der Hauptstadt von Bolivien bezahlen?

1986 löste der Boliviano nach langer Inflation den Peso Boliviano als offizielle Landeswährung ab. Im Umlauf sind derzeit Banknoten mit einem Nennwert von 10, 20, 50, 100 und 200 Bolivianos und Münzen im Wert von 1, 2 und 5 Bolivianos sowie 10, 20 und 50 Centavos.

Und sollte auf der Rundreise durch Bolivien einmal die Landeswährung ausgehen, kann man in der Regel auch mit dem US-Dollar bezahlen. Wichtig ist allerdings, nur geringe Geldbeträge im Portemonnaie bei sich zu haben. Ebenso von Vorteil ist es, sich für kleinere Stückelungen zu entscheiden. Das Bezahlen mit der Kreditkarte ist in weiten Teilen des Landes, insbesondere in den Provinzen, noch nicht verbreitet. Daher sollten Reisende immer ausreichend Bargeld bei sich haben. Das Netz der Bankautomaten wächst, wenngleich viele von ihnen auch defekt sind oder kein Geld enthalten. Zu den gängigsten Kreditkarten gehören in Bolivien Visa und Master-/Eurocard.

In den größeren Städten wie La Paz oder in den touristischen Zentren wie Sucre lässt sich relativ gut mit der Kreditkarte bezahlen. Außerdem gibt es ausreichend Geldautomaten, von denen Bargeld abgehoben werden kann.

Wie sicher ist die Hauptstadt von Bolivien?

Bolivien im Allgemeinen lässt sich als ein sicheres Reiseland bezeichnen, gleichwohl sollten Reisende die Armut der bolivianischen Bevölkerung berücksichtigen. Entsprechend gibt es große Probleme mit Straßenkriminalität - angefangen von kleineren Taschendiebstählen über Bandenkriminalität auf belebten Märkten und Fußgängerzonen bis hin zu bewaffneten Raubüberfällen nach Einbruch der Dunkelheit.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Bolivien.

Wer sich allerdings an die Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes hält und dazu noch mit gesundem Menschenverstand reist, wird einen angenehmen Aufenthalt in den beiden Hauptstädten Boliviens erleben.

Hier gibt es ein paar Reisetipps zur Vermeidung von Diebstählen:

  • Reisende sollten nachts dunkle Straße und fragwürdige Stadtviertel meiden.
  • Wertsachen sollten in der Öffentlichkeit nicht offen zur Schau gestellt werden. Am besten lässt man sie gleich zu Hause.
  • Geld lässt sich wunderbar in einem Bauchgurt oder Gürtel mit Innenreißverschluss verstauen.
  • Wichtige Dokumente wie Flugtickets und Reisepass sollten Reisende stets am Körper unter der Kleidung tragen.
  • Da die Gewaltbereitschaft zunimmt, sollten Reisende bei einem Überfall auf keinen Fall versuchen, den Helden zu spielen, sondern den Forderungen der Täter ohne Widerstand nachkommen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tradition trifft Moderne: 10 Reisetipps zur Hauptstadt von Bolivien