Bolivien-Reisen: Alles zu Sicherheit, Wetter und Sehenswürdigkeiten

Urlaub im Andenstaat : Bolivien: Reisen ins Herz Südamerikas

Bolivien gehört zu den wenigen Ländern dieser Erde, das sich durch unberührte Natur und ursprünglich lebende Menschen auszeichnet. Das macht eine Reise nach Südamerika besonders attraktiv.

Bolivien ist atemberaubend! Gigantische Eisriesen, tropische Regenwälder, knochentrockene Wüsten und aufregende Orte mit kulturellem Reichtum aus der Zeit der Inkas. Die Vielfalt Boliviens ist so groß, dass Naturfreunde, Abenteuer, Backpacker und Bildungsreisende voll auf ihre Kosten kommen.

Wissenswerte Informationen für Reisen nach Bolivien

Bolivien liegt im Herzen des südamerikanischen Kontinents und wird von den Ländern Brasilien, Paraguay, Argentinien, Chile und Peru umschlossen. Das Land ist dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur elf Millionen Einwohner. La Paz oder Sucre - was ist wohl die Hauptstadt von Bolivien? Da sich der bolivianische Regierungssitz in La Paz befindet, ist die Großstadt auch de facto die Hauptstadt des Landes. Die konstitutionelle Hauptstadt heißt allerdings Sucre.

Klima und Reisezeit

In Bolivien unterscheidet man zwei Jahreszeiten, nämlich die Regen- und die Trockenzeit. So rechnet man im Bergland der Anden (La Paz, Uyuni, Potosí, Titicacasee) mit dem Beginn der Trockenzeit im Mai, die bis zum Oktober anhält. Diese Zeit wird auch als Invierno (Winter) bezeichnet und gilt unter Urlaubern auch als touristische Hochsaison. Kein Wunder, bietet die Trockenzeit strahlend blaue Himmel, nur wenig Regen und hohe Temperaturen. Nachts wird es allerdings kalt. In tiefer gelegenen Regionen Boliviens wie in Santa Cruz oder Coroico herrscht ein feucht-tropisches Klima mit sommerlichen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Im Vergleich zum Rest des Jahres regnet es in den Monaten Ende April bis Oktober deutlich weniger.

Die Regenzeit dagegen ist das Pendant zur Trockenzeit und dauert von Dezember bis April. Es ist der bolivianische Verano, sprich Sommer. In der Regel sind nur wenige Touristen zu dieser Zeit in Bolivien unterwegs, da es oft und sehr stark regnet. Vor allem im bolivianischen Tiefland wie in Sucre, Santa Cruz oder Rurrenabaque macht sich die Regenzeit besonders bemerkbar. Im tropischen Regenwald des Amazonas prasselt der Regen sogar so stark, dass es vielerorts zu Überschwemmungen der Straßen kommt und Bäche sich zu reißenden Flüssen verwandeln. Die Temperaturen schwanken zwischen 25 und 35 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Geheimtipp: Reisende, die in der Regenzeit zum Salar de Uyuni in den Anden aufbrechen, haben die einmalige Chance, eindrucksvolle Spiegelbilder auf der Oberfläche der größten und höchstgelegenen Salzwüste zu beobachten.

Die bolivianische Hauptstadt Sucre

Die wohl schönste Stadt des Landes und der Verfassung nach auch die Hauptstadt von Bolivien ist Sucre. Wegen ihrer liebevoll restaurierten Kolonialbauten und weißen Sakralbauten, die inmitten von erholsamen Parks und Grünanlagen liegen, wird Sucre auch "die weiße Stadt" genannt. Schnell gewinnen Reisende den Eindruck, als sei die Stadt, zumindest die Altstadt von Sucre, ein großes Museum. Entsprechend gehört die Altstadt von Sucre seit 1991 auch zum UNSECO-Weltkulturerbe. Ein lohnenswertes Ziel in Sucre ist La Casa de la Libertad. Es handelt sich hier um einen für Bolivien höchst bedeutsamen Ort. Denn in diesem Gebäude wurde im Jahr 1825 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere attraktive Sehenswürdigkeiten, unter anderem La Catedral Metropolitana de Sucre, das Kloster la Recoleta, das Kloster San Felipe de Neri und der Indianermarkt in Tarabuco (63 Kilometer von Sucre entfernt).

Übrigens: Der Regierungssitz von Bolivien befindet sich in der Andenmetropole La Paz.

Unabhängigkeitskämpfer und Nationalheld Simon Bolivar

Simón Bolivar, der am 24. Juli 1783 in Caracas geboren wurde, ist Namensgeber für Bolivien. Nach Studienjahren in Europa kehrte Bolivar nach Südamerika zurück, mit dem Gedanken im Kopf, das Land von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien. Nach erfolgreichen Unabhängigkeitskämpfen gegen Spanien befreite der Bolivianer Venezuela (1813), Kolumbien (1819), Peru (1823) und letztlich Bolivien (1825). Am 17. Dezember 1830 verstarb Bolivar im kolumbianischen Santa Marta.

Touristische Höhepunkte auf Reisen durch Bolivien

La Paz - koloniale Bauten und bunte Märkte

Im Westen Boliviens und an der Grenze zu Peru liegt auf einer Höhe zwischen 3.200 und 4.000 Metern die mit Abstand höchstgelegene Großstadt der Welt: La Paz. Die Andenmetropole wurde Mitte des 16. Jahrhunderts durch die Spanier gegründet und zählt mittlerweile rund 800.000 Einwohner. Dicht gedrängt zieht sich das Häusermeer von La Paz die steilen Berghänge hinauf bis hin zum Stadtrand von El Alto. Der Höhenunterschied der beiden Städte beträgt knapp 1.000 Meter. Je mehr man sich dem Talkessel von La Paz nähert, desto gepflegter werden die Wohnviertel und umso angenehmer ist der Stadtbummel.

Besondere Highlights der Stadt sind:

  • das Teatro Municipal de La Paz,
  • das Museo de Coca,
  • die Kathedrale von La Paz,
  • die Basílica de San Francisco,
  • die Plaza Murillo
  • Avenida 16 de Julio
  • Calle Jaén
  • der El Mercado de las Brujas (der sogenannte Hexenmarkt).

Salar de Uyuni - größte Salzwüste der Welt

Wer die größte Salzwüste der Welt besichtigen möchte, braucht unbedingt eine Sonnenbrille und Sonnencreme. Der Salar de Uyuni ist ein ausgetrockneter Salzsee mit einer Fläche von 12.000 Quadratkilometern. Er liegt gut sechs Stunden mit dem Bus von Potosí entfernt. In der Regenzeit erlebt Salar de Uyuni als Salzsee. Dann hat sich durch den Regen eine kleine Wasseroberfläche gebildet, die so glatt ist, dass sich der strahlend blaue Himmel und die weißen Wolken im Wasser spiegeln.

Titicacasee

Der tiefblaue Titicacasee beschränkt sich nicht nur auf Bolivien, sondern zieht sich bis weit nach Peru hinein. Es ist der höchste schiffbare See der Welt, immerhin gut 16 mal so groß wie der Bodensee. Natürlich darf ein Besuch des Titicacasees auf einer Rundreise durch Bolivien nicht fehlen, insbesondere die farbenprächtige Isla del Sol. Ausgangsort vieler Bootsfahrten auf dem Titicacasee ist der Wallfahrtsort Copacabana.

Ruinenstadt Tiahuanaco

Nur wenige Kilometer vom Titicacasee entfernt, genauer gesagt 16 Kilometer südlich, befindet sich auf dem Altiplano die Wiege der bolivianischen Geschichte. Es handelt sich um die eindrucksvolle Ruinenstätte Tiahuanaco inmitten des bolivianischen Hochlandes. Die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit der Inka-Prä-Kultur ist das sogenannte Sonnentor, ein über drei Meter hohes Steintor mit einem reich verzierten Steinfries.

Valle de la Luna

Bizarr geht es im Valle de la Luna, dem so genannten Mondtal zu. Es besteht aus Abertausenden anmutigen Felsen, Felsspalten, Erdhügeln und kraterähnlichen Felsformationen in grauen, braunen und beigen Farben. In ihrer Gesamterscheinung ähnelt die Formenvielfalt eher einer Mondlandschaft, die aufgrund von extremen Wetterbedingungen und Erosion entstanden ist.

Reserva Nacional de Fauna Adnina Eduardo Abaroa

Der von Bolivien-Urlaubern am meisten besuchte Nationalpark ist der Reserva Nacional de Fauna Adnina Eduardo Abaroa. Er erstreckt sich über mehr als 7.000 Quadratkilometer und der Großteil seiner Fläche liegt durchschnittlich in einer Höhe von 4.000 Metern über dem Meeresspiegel im Süd-Westen von Bolivien. Ein einzigartiges Naturwunder können Touristen an der Laguna Colorada erleben, einem flachen Salzsee, der durch sein pinke Färbung fasziniert. Noch pinker wird es, wenn Schwärme Tausender Flamingos durch das Wasser staksen und ihre Flüge ausstrecken.

Was sollten Touristen vor Reisen nach Bolivien wissen?

Einer Reise nach Bolivien bedarf in der Regel bereits im Vorfeld eine gute Reisevorbereitung. Vor allem Reisende, die das erste Mal nach Südamerika reisen oder diejenigen, sollten sich über das Reiseland Bolivien ausführlich informieren. Dies gilt besonders für Familien mit Kindern.

Einreise

Reisende mit einem deutschen Reisepass benötigen für die Einreise nach Bolivien kein Visum, sofern sie sich nur bis zu 90 Tagen im Jahr im Land aufhalten. Die Migrationskarte, die jeder Tourist am bolivianischen Flughafen ausfüllen muss, sollte die ganze Reise über im Pass aufbewahrt werden. Denn sie muss bei der Ausreise wieder abgegeben werden.

Armut

Bolivien ist alles andere als ein reiches Land und die Bevölkerung lebt größtenteils in extremer Armut. Besonders schwer haben es die Menschen auf dem Land, während die reicheren Menschen sich in den tiefer gelegenen Tälern tummeln, dort, wo das Klima wesentlich angenehmer ist. Kurz um: Bolivien ist ein Land mit zwei Gesichtern, das bei Reisenden ein Wechselbad der Gefühle auslösen kann.

Sicherheit

Die bolivianische Andenrepublik gilt generell als ein sicheres Reiseland. Dennoch sollte dem Thema Kriminalität besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Weit verbreitet sind Trickbetrüger, Taschendiebe, falsche Taxifahrer, Räuber und Gewaltverbrecher. Entsprechend sollten Reisende in größeren Menschenansammlungen wie an Flughäfen, Busbahnhöfen oder Märkten besonders aufmerksam sein. Geld und Wertgegenstände sollten nicht in der Öffentlichkeit zur Schau gestellt werden. Zudem sollten Reisende darauf achten, dass sie weitgehend bargeldlos mit der Kreditkarte bezahlen und nur für den Tag benötigtes Bargeld bei sich tragen. Von Nachtfahrten mit dem Bus oder Mietwagen wird abgeraten.

Übrigens: Dem Auswärtigen Amt zufolge werden Touristen gelegentlich gegen ihren Willen und in Unwissenheit als "Drogenkurier" missbraucht. Daher sollten Reisende auch kein Gepäck von fremden Menschen in Obhut nehmen und das eigene Gepäck auf den persönlichen Inhalt kontrollieren.

Höhenkrankheit

Sowohl in Peru als auch in Bolivien stellt die Höhenkrankheit für viele Touristen ein Problem dar. Denn bei Höhenlagen oberhalb von 2.500 Metern sowie bei einem überhasteten Aufstieg können sich gesundheitliche Beschwerden bemerkbar machen. Darunter zählen beispielsweise Kurzatmigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Erkranken Touristen während einer Rundreise durch das Andenbergland an einer Höhenkrankheit zu erkranken, versprechen viel Mittel Heilung. So können Sie entweder den Mate de Coca (Cocatee) trinken, sich in den Apotheken die sogenannten Soroche Pills besorgen oder auf Wanderungen und Trekking-Touren kleinere Ruhepausen einlegen. Bei stärkeren Symptomen hilft es auch, puren Sauerstoff einzuatmen, den viele Hotels ihren Gästen als erstes Hilfsmittel anbieten.

Tipp: Lassen Sie es lieber langsam angehen!

Impfungen

Im Allgemeinen sind für die direkte Einreise nach Bolivien keine Impfungen vorgeschrieben, sofern Touristen nicht aus einem akuten Gelbfiebergebiet kommen. Empfohlen wird allerdings, dass die Standardimpfungen im Impfpass stehen und gegebenenfalls aufgefrischt wurden. Besonders wichtig ist die Prophylaxe gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Masern und Poliomyelitis. Ebenso wird eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfohlen. Wer im bolivianischen Amazonas unterwegs ist, sollte sich gegen Gelbfieber impfen lassen sowie eine Malaria-Prophylaxe mitbringen.

Die beste Reisezeit

Um gänzlich in den Genuss des Landes zu kommen, sollten Bolivien Reisende mindestens drei Wochen einplanen. Die wohl beste Zeit für eine Rundreise sind Mai, Juni und September. In diesen Monaten fällt in weiten Teilen des bolivianischen Landes wenig Regen und die Temperaturen sind angenehm sommerlich warm. Lediglich nachts kann es je nach Höhenlage knackig kalt werden. Die Temperatur fällt nämlich dann hier und da bis zur Null-Grad-Grenze ab und manchmal sogar noch tiefer.

Welche Orte in Bolivien eignen sich für Reisen mit Kindern?

Unvergessliche Abenteurer warten in Bolivien auf die ganze Familie. Denn das südamerikanische Land bietet für Groß und Klein den optimalen Mix aus Natur, Kultur, Geschichte und Spaß. Zu den kindgerechten Highlights in Bolivien gehört ohne Zweifel der Besuch des Dinoparks "Parque Cretatico" in Sucre. Dort können Reisende mit Kindern auf Tuchfühlung mit urzeitlichen Giganten gehen - und zwar zweimal täglich. Dann hat man die Möglichkeit, eine Vielzahl an Dinosaurier-Spuren an einer Sandsteinwand, der gewaltigen 1,2 Kilometer langen Cal Orck'o Klippe, zu bestaunen. Besonders eindrucksvoll ist eine über mehrere Meter ziehende Spur eines Baby-Tyrannosaurus Rex. Im angrenzenden Dinopark kommen sich Besucher vor wie in Jurassic Parc. Lebensgroße Dinosaurier lugen vorsichtig hinter Bäumen und Büschen hervor, stehen sich auf weiter Flur kämpferisch gegenüber und stecken die Köpfe in die Baumwipfel.

Eine Fahrt mit der Teleférico Seilbahn bietet nicht nur ein wenig Erholung vom Stadtbummel durch La Paz, sondern ermöglicht aus der Vogelperspektive einen eindrucksvollen Blick auf die bolivianische Andenmetropole. Mittlerweile gibt es zehn Seilbahnlinien, mit denen man völlig entspannt erkunden kann.

Äußerst skurril und spannend geht es auf dem Hexenmarkt (Mercado de Hechicería) in La Paz zu. Hier gibt es alles, was man für okkulte Riten, dunkle Zauberkünste und traditionelle Heilkünste braucht. Darüber hinaus kann man auch Zaubertränke, Zaubersprüche, Liebesstaub und Flüche käuflich werden - im Grunde genommen alles, was man so im Alltag so braucht.

Ein großer Abenteuerspielplatz mitten im Nirgendwo ist der Zugfriedhof von Uyuni (Cementerio de los Trenes), der sich in der Nähe der Salzwüste Salar de Uyuni befindet. Bereits seit Jahrzehnten rosten die Stahlkolosse der bolivianischen Eisenbahn vor sich hin. Einige von ihnen sind sogar über 100 Jahre alt. Unter Touristen gilt Boliviens Zugfriedhof als beliebter Lost Place für außergewöhnliche Fotos.Indianerdörfer besuchen, auf Lamas reiten, im Dschungel mit Lianen Tarzan spielen oder auf den Spuren der Inkas wandeln. Das sind Erlebnisse, die ohne Zweifel für ausreichend Abwechslung für Familien mit Kindern sorgen.

Wo kann man in Bolivien Trekking-Reisen machen?

Bolivien ist ein wunderbares Land fürs Wandern und Trekking. Es gibt eine Vielzahl an interessanten Touren, die zu einzigartigen Begegnungen in einer atemberaubenden Landschaft führen. Wichtig ist allerdings, nicht einfach loszulaufen. Denn viele Wanderpfade liegen zwischen 3.000 und 5.000 Metern und führen oftmals in Regionen, die abseits aller Zivilisation liegen.

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