Auswärtiges Amt: Bolvien-Urlauber sollten diese Sicherheitstipps kennen

Sicher durch Südamerika : Das rät das Auswärtige Amt Bolivien-Urlaubern

Das Deutsche Auswärtige Amt gibt Sicherheitshinweise heraus, die lebensrettend sein können. Was Urlauber und Reisende jetzt über das südamerikanische Land Bolivien wissen müssen.

Bolivien ist so groß, dass Deutschland nahezu dreimal hineinpassen würde. Ungeachtet dessen leben auf einer geografischen Fläche von 1,1 Millionen Quadratkilometern gerade einmal elf Millionen Einwohner. Demzufolge ist Bolivien mit neun Einwohnern pro Quadratkilometer eines der dünn besiedelten Länder auf der Erde.

Das südamerikanische Land selbst ist reich und arm zugleich. Zum einen ist Bolivien reich an wertvollen Bodenschätzen und zum anderen herrscht unter den Bolivianern eine extreme Armut, wodurch Kriminalität wächst und gedeiht. Und obwohl die Hinweise des Auswärtigen Amtes abschreckend klingen mögen, berichten die meisten Reisenden von einem tollen Urlaub ohne Zwischenfälle. Vielmehr sollte man als Tourist der eigenen Sicherheit und Gesundheit etwas mehr Aufmerksamkeit schenken und die Reiseempfehlungen der Berliner Behörde im Hinterkopf behalten. Zudem gibt es glücklicherweise noch den gesunden Menschenverstand als zuverlässigen Begleiter.

Wovor warnt das Auswärtige Amt bei Reisen nach Bolivien?

Das Land im Herzen Südamerikas verzeichnet eine wachsende Kriminalitätsrate. Die Ursachen hierfür liegen unter anderem in der extremen Armut, der großen sozialen Ungleichheit und der vielerorts verbreiteten Vetternwirtschaft und Korruption.

Oftmals kommt es auch zu sozialen Unruhen und Straßenblockaden, die wiederum dazu führen, dass die Reisemöglichkeiten für Touristen mehr oder minder eingeschränkt werden. Vor diesem Hintergrund ist es empfehlenswert, sich vor und während der Reise immer über die lokalen und sozialen Medien auf dem Laufenden zu halten. Eventuell müssen sich Reisende auf Änderungen des Reiseverlaufs einstellen. Es versteht sich im Grunde genommen von selbst, Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig zu meiden, um nicht zwischen die Fronten der heimischen Bevölkerung und den Sicherheitskräften zu geraten. Zudem sollten die Anweisungen der lokalen Behörden befolgt werden. Wer einen längeren Aufenthalt in Bolivien beabsichtigt, dem wird empfohlen, sich bei seiner Botschaft registrieren zu lassen.

Hohe Strafen bei Besitz oder Konsum von Drogen

In Sachen Drogen kennen die bolivianischen Behörden gegenüber Touristen kein Pardon. Wer beim Konsum von Kokain und Marihuana erwischt wird, dem drohen Gefängnisstrafen bis zu 20 Jahren. Die Gefängnisse sind überfüllt, die hygienischen Verhältnisse unterirdisch schlecht und die medizinische Versorgung quasi nicht vorhanden. Den Botschaften sind die Hände gebunden - sie können in den meisten Fällen nicht mehr tun, als die Angehörigen zu informieren. Vor diesem Hintergrund sollten Reisende grundsätzlich keine Briefe, Päckchen und Gepäckstücke mitnehmen, deren Inhalt sie nicht kennen. Leider kommt es in Bolivien nicht selten vor, dass Reisende heimlich als Drogenkurier missbraucht werden. Doch Unwissenheit schützt noch lange nicht vor Strafe.

Von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit wird ebenfalls abgeraten. Schließlich sind die Straßen in Bolivien in einem fraglichen Zustand und gewöhnlich schlecht bis gar nicht beleuchtet. Darüber hinaus kommt es häufig vor, dass so mancher Verkehrsteilnehmer ohne Licht fährt oder mit nur unzureichender Beleuchtung unterwegs ist. Ein zusätzliches Risiko stellt auch die Tatsache dar, dass viele der auf den Straßen fahrenden Fahrzeuge alt und nicht ausreichend gesichert sind . Das gilt vor allem in den ländlichen Regionen Boliviens.

Welche Sicherheitshinweise hat das Auswärtige Amt für Bolivien-Urlauber?

Bevor es in Richtung Südamerika losgeht, sollten Reisende einen Blick in den eigenen Reisepass werfen. Dieser muss nämlich noch mindestens ein halbes Jahr gültig sein. Ein Visum für Bürger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nicht notwendig, sofern die Aufenthaltsdauer nicht länger als 90 Tage pro Halbjahr übersteigt. Bei der Einreise erhalten Touristen gewöhnlich eine Einreisekarte ("Tarjeta Andina de Migración"), auf der die Dauer des Aufenthalts in Bolivien vermerkt wird. Diese Karte wird am Ende der Reise wieder abgegeben.

Übrigens: Wer einen längeren Aufenthalt in Bolivien plant, muss bereits vor Antritt der Reise bei der bolivianischen Botschaft im Heimatland ein entsprechendes Visum (z.B. Praktikum, Studium, Arbeitsaufnahme) beantragen.

Taxifahren in Bolivien

Nach der Ankunft in Bolivien sollten sich Reisende vor falschen Taxifahrern in Acht nehmen, die einen in entlegene Gegenden fahren und gnadenlos abzocken. In manchen Fällen sogar mithilfe von falschen Polizisten in Uniform, die ahnungslose Touristen ausrauben. Dem Auswärtigen Amt zufolge gibt es auch sogenannte Blitz- und Expressentführungen, insbesondere in den bolivianischen Städten La Paz, Cochabamba und Santa Cruz. Bei diesen werden unter Androhung von Gewalt die Bank- und Kreditkarten samt Pin-Codes erpresst, um anschließend die Konten leerzuräumen. Um nicht Opfer einer Abzocke oder Raubüberfalls durch einen falschen Taxifahrer zu werden, sollten Reisende ein angemeldetes Taxi nehmen, erkennbar an der Telefonnummer und der Registrierungsnummer am Fahrzeug.. Das gilt selbstverständlich nicht nur am Flughafen, sondern überall im Land. Wer nachts ein Taxi benötigt, sollte sich eines vom Hotel oder Restaurant rufen lassen.

Anmerkung: In bolivianischen Taxis keine Taxameter. Stattdessen geben die Taxifahrer einen festen Fahrpreis an, der allerdings bereits vor Antritt der Fahrt erfragt werden sollte.

Besondere Aufmerksamkeit im Gedränge

Wer Land und Leute in Bolivien kennenlernen will, kommt nicht umhin, belebte Orte und Plätze aufzusuchen. Dazu gehören beispielsweise Flughäfen, Busbahnhöfe, Wochenmärkte und Fiestas. Dort geht inmitten der unüberschaubaren Menschenansammlungen meist dicht gedrängt und hektisch zu. An diesen Orten besteht allerdings ein erhöhtes Risiko, ein Opfer von Straftaten (bspw. Taschendiebstahl oder Trickbetrug) zu werden. Besonders gefährdet sind Reisende, die sich häufig auf das Fotografieren von Urlaubsbildern konzentrieren oder durch andere trickreichen Betrügereien abgelenkt werden. Daher gelten im dichten Gedränge die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, wie etwa:

  • das Reisegepäck bzw. den Tagesrucksack niemals aus den Augen zu lassen
  • wichtige Dokumente (Reisepass, Flugtickets, Geld) dicht am Körper unter der Kleidung zu tragen
  • Bargeld und Wertsachen nicht öffentlich zur Schau zu stellen.

Gewöhnlich sind es mehrere Täter, die ihr Opfer mit diversen Tricks ablenken. Beliebt sind beispielsweise der aus "Versehen-Beklecker-Trick" mit Ketchup oder Senf, der "Fallenlassen-Trick" von Münzen oder der "Anspuck-Trick". Ganz gleich, welcher Trickversuch zur Anwendung kommt, Reisende sollten in solchen Situationen die Ruhe bewahren und nicht den Helden spielen.

In (Stadt-)Bussen kann es ebenfalls zu einem Getümmel kommen, insbesondere während der Rushhour. Infolge dessen wird Reisenden empfohlen, das Gepäck vor der Brust zu tragen, Portemonnaie und Smartphone niemals in der Gesäßtasche oder anderen offenen Taschen aufzubewahren und nur so viel an Bargeld bei sich zu haben, wie man für den Tag braucht. Darüber hinaus empfiehlt das Auswärtige Amt, keinen teuren Schmuck und Uhren zu tragen. Der beste Schutz vor Diebstahl ist wohl, alles Wertvolle im Hotelsafe oder gleich daheim zu lassen.

Begegnung mit der bolivianischen Polizei

Gegenüber der Staatsgewalt sollte man generell den nötigen Respekt erweisen und in jeder Situation immer höflich bleiben. Das gilt in südamerikanischen Ländern wie in Bolivien auch, selbst wenn der ein oder andere Polizist zu viel Übereifer an den Tag legen sollte. Wer von einem Polizisten angesprochen wird, dem wird geraten, sich immer den Dienstausweis vorzeigen zu lassen und die Legitimation des Beamten zu notieren. Ein Fake-Polizist wird vorgeben, die Ausweispapiere und das Gepäck in der nächsten Polizeistelle kontrollieren zu wollen. Um dorthin zu gelangen, schlägt er eine Fahrt mit dem Taxi vor. Doch Reisende sollten der eigenen Sicherheit zuliebe niemals in das gerufene Auto einsteigen. Stattdessen sollte man auf einen offiziell gekennzeichneten Polizeiwagen bestehen oder notfalls bei der Notrufnummer der Polizei anrufen.

Tipp: Bei Reisenden sollten die Alarmglocken läuten, wenn Einheimische oder Angestellte von Hotels oder Restaurants von einem Besuch bestimmter Stadtviertel oder Gegenden abraten.

Was rät das Auswärtige Amt alleinreisenden Frauen in Bolivien?

Prinzipiell stellt das Reisen in Bolivien für alleinreisende Frauen kein besorgniserregendes Problem dar. Es kann jedoch vorkommen, dass allein reisende Frauen durch Pfeifen und anzügliche Sprüche angemacht werden.

Wenn die Bemerkungen des männlichen Geschlechts allerdings zu derb ausarten sollten, helfen wirkungsvolle Ansagen wie:

  • "Déjeme en paz!" ("Lass mich in Ruhe!"),
  • "Vayase!" ("Hau ab!") oder
  • "No me toque!" ("Fass mich nicht an!").

Dadurch werden alleinreisende Frauen im Ernstfall auch weniger angreifbar. Nichtsdestotrotz sollten Frauen auf Anraten des Auswärtigen Amtes nicht alleine durch Bolivien reisen, und schon gar nicht nach Einbruch der Dunkelheit. Von einem Aufenthalt in abgelegenen Gegenden des Landes wird ebenfalls abgeraten. Wer dennoch als Frau allein durch Südamerika reisen möchte, sollte immer vor Sonnenuntergang am Reiseziel eintreffen. Und wenn es wirklich nicht anders geht, hilft ja immer noch ein Taxi, das einen zur Unterkunft bringt.

Es ist bereits vorgekommen, dass alleinreisenden Frauen in Bars und Diskotheken K.O.-Tropfen ins Getränk oder ins Essen gemischt wurde, um sie erst wehrlos zu machen und dann ausrauben oder vergewaltigen zu können. Entsprechend sollten Frauen Speis und Trank nicht unbeaufsichtigt lassen.

Tipp: Wer alleine durch die Andenrepublik Bolivien reisen will, sollte auf jeden Fall ein bisschen Spanisch lernen. Die englische Sprache kommt gewöhnlich in den Hotels der größeren Städte sowie in den touristischen Zentren zur Anwendung.

Welche Impfungen empfiehlt das Auswärtige Amt für Bolivien?

Impfungen sind für die direkte Einreise aus Europa zwar nicht vorgeschrieben, dennoch sollte jeder Reisende nach Bolivien über die empfohlenen Standardimpfungen verfügen. Ein Blick in den Impfpass gibt Aufschluss darüber, ob ein Impfschutz ergänzt oder aufgefrischt werden muss. Sollte dies der Fall sein, ist es sehr zu empfehlen, die üblichen Schutzimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio, Typhus und Hepatitis A zu erhalten. Da die Impfungen in der Regel acht Wochen vor Reiseantritt erfolgen müssen, sollten Reisende frühzeitig den Hausarzt oder ein tropenmedizinisches Institut aufsuchen.

Sinnvoll ist auch eine Impfung gegen Gelbfieber, vor allem für Reisende, die einen Aufenthalt im bolivianischen Amazonas-Tiefland planen. Eine solche Impfung sollte spätestens zehn Tage vor der Einreise nach Bolivien erfolgen und wird dringend empfohlen, wenn man in diese Region Boliviens beabsichtigt. Eine Gelbfieber-Impfung ist auch erforderlich, sofern Reisende aus Gelbfieber-Regionen anderer Länder einreisen, so die Einreisebestimmungen von Bolivien.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Reisen nach Bolivien.

Als Schutz vor der Fieberkrankheit Malaria empfiehlt das Auswärtige Amt eine Malaria-Prophylaxe. Neben einer möglichst körperbedeckenden Kleidung sollten Reisende auch ein Moskitonetz im Reisegepäck dabei haben. Auf unbedeckte Körperstellen sollte indes ein Insektenschutzmittel aufgetragen werden, und zwar tagsüber zum Schutz vor Dengue-Fieber und Chikungunya-Fieber und nachts zum Schutz gegen Malaria.

Übrigens: Laut dem Auswärtigen Amt besteht in den bolivianischen Regionen Guayamerín und Riberalta ein erhöhtes Risiko, um an Malaria zu erkranken.

Hier geht es zur Infostrecke: Reisen nach Bolivien: 10 Tipps vom Auswärtigen Amt