Schönheit Kroatiens Krk — Romantik an der Adria

Düsseldorf · Die kroatische Insel beeindruckt mit felsigen Buchten, mittelalterlichen Städten, frischem Wein und guten Schnorchelplätzen. Eine Inselrundfahrt.

Kroatien hat die längste Stadtmauer Europas
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Ivan Barbis ist an der Reihe. Lang hat er gewartet, bis er mit seinem Wagen vor dem abgelegenen Flughafen Rijeka an erster Position steht. Dort, in Norden der Insel Krk, gibt es nur wenige Busverbindungen. Die meisten Gäste werden abgeholt oder winken ein Taxi herbei. "Deutsch, Englisch, Französisch?", erkundigt sich Ivan Barbis, um dann auf Deutsch loszuplaudern.

Die Fahrt geht quer über die Insel Krk bis in die gleichnamige Stadt an der Südküste. Reisetipps für die große Adria-Insel sind bei der Fahrt inklusive. "Krk hat eine sehr romantische Altstadt", schwärmt Ivan Barbi, der seit 1986 Taxi fährt.

Frankopanburg gut erhalten

In Krks mittelalterlichem Zentrum zeugen noch Teile der Stadtmauer und alte Tore von der ehemals römischen Siedlung. Aus der romanischen Zeit stammt die Kathedrale Mariä Himmelfahrt. Aus dem 12. Jahrhundert ist die Frankopanburg noch gut erhalten.

Enge, kopfsteingepflasterte Straßen durchziehen die Altstadt. An der Promenade reihen sich die Fischrestaurants aneinander. Weniger touristisch geht es in den Restaurants innerhalb der Stadtmauern zu. In den urigen Konobas, den typisch kroatischen Restaurants, wird zum fangfrischen Fisch ein Glas Zlahtina serviert.

Der frische, kroatische Weißwein stammt aus dem mittelalterlichen Vrbnik an der Ostküste der Insel. Ivan Barbi fährt seine Gäste dorthin. Enge, steile Straßen zerklüften den Ort, die Frauen verkaufen direkt vor der Haustür den beliebten Wein.

Der Zlahtina ist vielfach prämiert und wird in gemütlichen Konobas verkostet. "Ich kehre gern im Nada ein", sagt Ivan Barbi. In dem Weinkeller zieren antike Holzfässer die Kellermauern, gegessen wird an rustikalen, auf Hochglanz polierten Holztischen.

Nur eine knappe halbe Autostunde weiter im südöstlichsten Zipfel der Insel liegt das Seebad Baska mit einem Zentrum aus venezianischen Stadthäusern. Der zwei Kilometer lange, sichelförmige Kiesstrand im Ort ist ein ideales Ziel für die Vorsaison.

Erst in der Hauptsaison wird es dort voll. Ruhige Plätze gibt es aber auch im Hochsommer am Rande des Strands auf den Stegen, die weit ins Wasser hinein reichen und an denen sich die Fische tummeln. Wer es noch ruhiger möchte, folgt den Wanderwegen ab Baska zu kleinen Stränden. Alternativ fährt ein Boot in die Buchten von Stara Baska.

Entspannung in den Buchten

Weiter geht die Inselrundfahrt gen Westen zum mondänen Segel- und Jachtort Punat. Der Küste vorgelagert liegt das Kloster Kolsjun. Zum alten Franziskanerkloster aus dem 16. Jahrhundert gehören eine Kirche und ein Museum. "Wenn ihr noch Zeit habt, dann fahrt nach Soline im Norden der Insel", empfiehlt Ivan. Die flache Bucht ist für ihren Heilschlamm bekannt. "Es sieht lustig aus, wenn die Urlauber ganz in Schwarz in der Naturfango-Packung herumlaufen."

Entspannung inmitten der Natur bieten die felsigen Buchten im Südwesten der Insel. Westlich der Hauptstadt Krk führt ein Uferpfad vom betonierten Freibad durch Pinienwälder und zweigt in einsame Buchten ab. "Je später man kommt, umso weiter muss man laufen, um eine freie Bucht zu finden", sagt Ivan schmunzelnd.

Aber die Wanderung lohnt sich. Unter schattenspendenden Nadelbäumen streift der Blick über die Adria bis zur Nachbarinsel Cres hinüber. Segelboote kreuzen das Meer. Im klaren Wasser herrschen beste Bedingungen zum Schnorcheln.

Es ist spät geworden. Die Abendsonne spiegelt sich in der Adria. Genau der richtige Zeitpunkt für eine fangfrische Dorade mit Mangold in der Altstadt von Krk.

(chk/sap)