Skandinavien: Kreuzfahrt zum Schnuppern

Kreuzfahrt : Seeluft schnuppern in Skandinavien

Mit der Vasco da Gama können Nordeuropa-Fans von Kiel aus Göteborg und Kopenhagen auf einer Tour besuchen.

Majestätisch erhebt sich die MS Vasco Da Gama im Kieler Hafen, dunkelblau und weiß ist sie weithin sichtbar. Von Kiel aus geht es auf dieser Schnupperkreuzfahrt zunächst nach Göteborg und dann nach Kopenhagen, bevor die Reise wieder in Kiel endet. Eine gute Gelegenheit, sowohl das Schiff als auch die beiden Städte kennenzulernen.

Wer sich für eine Balkonkabine der Kategorie Superior Plus entscheidet, darf sich über ein großes Platzangebot und einen geräumigen Balkon freuen, der dazu einlädt, es sich gemütlich zu machen, einen Wein zu genießen und den Blick über das Meer schweifen zu lassen. Damit man den Wein auch wirklich genießen kann, lohnt es sich, schon vor der Reise über das Buchen von Getränkepaketen nachzudenken.

Ist das Gepäck in der Kabine verstaut, wird es Zeit für einen ersten Rundgang über das Schiff. Mit einer Länge von 219 Metern und einer Breite von 31 Metern zählt die Vasco Da Gama zwar nicht zu den größten Kreuzfahrtschiffen, sie lässt den Reisenden mit ihrem umfangreichen Angebot aber nichts vermissen. Maximal 1150 Passagiere finden auf neun Passagierdecks Platz, es gibt 630 Kabinen – davon 149 mit Balkon.

Die Vasco da Gama hat Platz für bis zu 1150 Passagiere. Das Schiff fährt seit Juni 2019 unter diesem Namen. Foto: Anne Richter

Ein Gefühl von Enge oder zu vielen Mitreisenden stellt sich beim Schlendern durch die weitläufigen Passagierbereiche nicht ein: Acht Bars mit gänzlich unterschiedlichem Charakter stehen zur Wahl, dazu ein Wellnessbereich, Pools, eine Bibliothek, Geschäfte und Sportmöglichkeiten. Auf den Sonnendecks gibt es zahlreiche Sitz- und Liegemöglichkeiten, darunter auch ruhige Ecken, zu denen die ganz jungen Mitreisenden keinen Zutritt haben. Für sie stehen stattdessen eigene Kinderbereiche bereit. „Wir betreuen Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren“, erklärt Hoteldirektor Max Klassen, während er durch die altersgerecht eingerichteten Räume mit Spielzeug für die Kleinen und Computer-Ecke für die Großen führt. Mit den Reiseangeboten der Vasco Da Gama möchte TransOcean Kreuzfahrten gerade auch Familien ansprechen. Dank des Betreuungsangebotes haben die Eltern zwischendurch Zeit für sich. Die Vasco da Gama bietet eine große Bandbreite von Entertainment. Abends finden Shows statt und in den Bars gibt es häufig Live-Musik oder Animation wie Quizrunden.

Ein wichtiger Aspekt für viele Kreuzfahrt-Teilnehmer ist das Essen. An eine bestimmte Uhrzeit, beispielsweise fürs Abendessen, sind die Reisenden auf der Vasco da Gama nicht gebunden. In den drei Waterfront-Restaurants – asiatisch, mediterran und klassisch – werden die Gäste am Tisch bedient. Im Bistro haben die Reisenden zu fast jeder Tageszeit Speisen zur Auswahl. Hier werden die Gerichte an verschiedenen Stationen ausgegeben. So müssen im Vergleich zu einem Buffet weniger Speisen weggeworfen werden. Auch in anderer Hinsicht ist ein Bemühen beim Thema Nachhaltigkeit zu erkennen: In den Bars werden etwa nicht mehr standardmäßig Plastik-Strohhalme angeboten. Neuerungen wie den Landstrom, den es mittlerweile in einigen Häfen gibt, kann die Vasco Da Gama hingegen nicht nutzen. Immerhin fährt sie mit Marinediesel – auch auf hoher See.

Die kleine Meerjungfrau ist das Wahrzeichen von Kopenhagen und ein Touristenmagnet. Foto: Anne Richter

Nach einer Nacht auf See lockt das Frühstück mit Blick auf den Hafen von Göteborg und das dortige Volvo-Museum. Der Shuttle-Bus bringt Ausflugswillige, die die Stadt auf eigene Faust entdecken wollen, in kurzer Zeit vom Hafen ins Herz der City. Hier lohnt ein Stadtrundgang, insbesondere, wenn man eine so kompetente Stadtführerin wie Margareta Björklund an seiner Seite hat. Auf Deutsch informiert sie über die Historie der Stadt und verschafft dank ihrer guten Kontakte viele interessante Einblicke. Mit dem Gothenburg Pass (ab circa 37 Euro für einen Tag pro Erwachsener) sichert sich der Tourist zahlreiche Vorteile, beispielsweise ist eine Fahrt mit dem Paddan-Boot im Preis enthalten. Und die sollte sich keiner entgehen lassen, ermöglicht sie doch vom Wasser aus einen tollen Überblick über die Stadt und einige ihrer Sehenswürdigkeiten, wie etwa die „Fischkirche“. Sie ist zwar im Stil einer Kirche gebaut, aber eigentlich eine Fischhalle, in der es allerlei aus dem Meer zu kaufen gibt. Entspannt geht es im Stadtteil Haga zu, wo viele kleine Geschäfte zum Bummeln einladen. Tipp: Das Café Husaren bietet köstliche Zimtschnecken in Größe XXL und einen tollen Blick auf das Treiben im Viertel.

Das Schöne an einer Kreuzfahrt: Nach der romantischen Ausfahrt vorbei an den Schäreninseln und einem unterhaltsamen Abend an Bord wacht man am nächsten Morgen mit einem neuen Blick auf – diesmal auf Kopenhagen. Vom Langeliniekai ist es nur ein kurzer Fußweg bis zur ersten Sehenswürdigkeit, der Kleinen Meerjungfrau. Die ist tatsächlich recht klein und so von knipsenden Touristen belagert, dass sie oft kaum zu sehen ist – also kein Muss bei der Stadtbesichtigung. Für Fans des dänischen Königshauses gibt es in Kopenhagen viel zu entdecken, beispielsweise die Wachablösung an Schloss Amalienborg. Je nach Interesse ist zum Erkunden der Stadt die Kopenhagen-Karte (ab circa 55 Euro für einen Tag pro Erwachsener) lohnenswert, bei der der Eintritt zu vielen Museen und Attraktionen enthalten ist. Auch der ÖPNV kann genutzt werden. Wem der Sinn nach Shopping steht, der wird in Kopenhagens Einkaufsstraßen sicher fündig – von günstig bis hochpreisig. Nach einem ereignisreichen Tag findet sich in einem der vielen Lokale in Nyhavn ein Platz, um zu entspannen, und die Aussicht zu genießen, bevor es zum Schiff zurückgeht.

Die Autorin wurde von ­TransOcean Kreuzfahrten zu dieser Reise eingeladen.