Nabu will „dreckigen Schiffen“ Einfahrt in Hamburg verbieten

Kritik an Umweltverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe: Nabu fordert Verbot für „dreckige Schiffe“ im Hamburger Hafen

Genau ein Schiff wird als sauberes Beispiel gelobt. Doch die meisten Kreuzfahrtschiffe auf deutschen Meeren sind nach Erhebungen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) unnötig schmutzig unterwegs.

Lediglich eins von insgesamt 76 untersuchten Schiffen nutze Flüssiggas (LNG) statt des bisher üblichen Schweröls für den Antrieb, sagte der Nabu-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger am Dienstag in Hamburg: „Die 'Aida Nova' ist das erste Schiff weltweit - das ist durchaus eine Trendwende.“ Der Umweltschutzverband fordert, dass Hamburg die Einfahrt in den Hafen für „dreckige Schiffe“ ab 2020 verbietet.

Die anderen 75 Schiffe weltweiter Reedereien, die in die Untersuchung eingingen, halten weiterhin an Schweröl fest. Darunter sind laut Nabu auch acht von neun Schiffen, die in diesem Jahr auf den Markt kommen. Einzig die deutschen Anbieter Hapag-Lloyd Cruises und Tui Cruises könnten bei der Luftreinhaltung einigermaßen mithalten. Sie setzten auf ihren jüngsten Flottenzugängen Stickoxid-Katalysatoren oder Landstrom-Anlagen ein. Einen Partikelfilter zur Senkung gesundheitsschädigender Rußpartikel suche man jedoch auch dort vergeblich.

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„Aida“ zeige, dass eine Wende möglich ist, sagte Oeliger. Die „Aida Nova“ könne mit Marine-Diesel oder mit LNG angetrieben werden. Der Nabu hatte die Reederei neben anderen in den vergangenen Jahren stark kritisiert. „In diesem Jahr müssen wir anerkennen, dass Aida als erste in der Branche diesen Schritt geht“, sagte Oeliger. Von insgesamt 60 Kreuzfahrtschiff-Neubauten, die generell für die kommenden Jahre in den Auftragsbüchern der Werften stünden, würden immerhin ein Drittel für den Antrieb mit LNG-Antrieb gebaut.

LNG schneide aber nicht bei allen Untersuchungen grundsätzlich gut ab, sagte der Umweltexperte. Es brauche eine Zertifizierung für umweltfreundliches Gas, und es müsse Gas aus erneuerbaren Quellen künstlich erzeugt werden. „Erst dann kommen wir auch auf klimapolitischer Ebene wirklich weiter und nicht nur im Bereich der Luftreinhaltung“, sagte Oeliger.

(epd)