Ostsee-Luxus ab 39 Euro pro Nacht A-ja-Resort: Bezahlen nach dem Baukasten-Modell

Warnemünde · Die neue Hotel Kette "A-ja-Resort" will Luxusurlaub zum Billigpreis möglich machen. Pool, Sauna und Mini-Bar sind zwar vorhanden, werden aber nur bei Nutzung gezahlt. Inbegriffen ist der herrliche Meerblick auf die Warnemünder Küste - so wie Designer-Bad und Bett.

Das A-ja-Resort in Warnemünde
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Es ist die erste Strandreihe mit direktem Blick aufs Meer, die für Horst Rahe das größte Gewicht hat. Unverbaubar. Wellengeplätscher und Möwengeschrei hören, und ganz hinten den Horizont vermuten: Das ist für Rahe, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Seereederei, das Größte. Und gleich das erste "B" in der Werbung für ein ungewöhnliches Hotel-Projekt, das nach 18 Monaten Bauzeit und einer Investition von 43 Millionen Euro vor wenigen Wochen in Warnemünde eröffnet wurde.

Blick, Bett und Bad

Betreiber ist die A-ja Resort und Hotel-Gesellschaft, eine Tochter der Deutschen Seereederei. Zum Unternehmen gehören auch die Luxushotels Arosa in Sylt, Travemünde oder Kitzbühel und das Warnemünder Nachbar-Hotel Neptun. Zu dem ersten "B" für Blick kommen noch ein "B" fürs Luxusbett und ein weiteres für ein Designbad mit begehbarer Regendusche. Diese drei "Bs" sind es, die den Luxus in den 233 Zimmern im neuen "A-ja" Resort direkt am Ostseestrand darstellen sollen. Blick, Bett und Bad — der Rest ist (fast) normaler Urlaub. Aber genau der muss den Gästen erklärt werden.

Denn sie zahlen erst einmal nur ihre Übernachtung: Das Doppelzimmer kostet pro Person ab 39 Euro im Standardzimmer von 22 Quadratmetern, inklusive Boxspringbett, schickem Bad und dem Blick aufs Meer. Die Suite — doppelt so groß — kostet ab 79 Euro pro Person. Und danach muss gerechnet werden: Fürs Frühstück, das sich der Gast wie alle anderen Mahlzeiten auch an den unterschiedlichen so genannten Frontcooking-Stationen selbst abholt, werden pro Person zehn Euro verlangt. Mittagessen, Kaffee und Kuchen und das Abendessen kommen dann noch drauf — falls man im Hotel bleibt und nicht eines der vielen kleinen Fisch-Restaurants in Warnemünde besuchen will.

Gut gespart ist günstig angeboten

Horst Rahe und seine Mitstreiter haben sich entschlossen, kein Service-Personal einzusetzen, sondern den Gast sich sein Essen selbst holen zu lassen. "Personalkosten machen in der Regel 38 Prozent der Ausgaben aus — bei uns so nur noch 20 bis 22 Prozent." Sowieso sei ganz generell "überflüssiger Luxus" aus den Zimmern verbannt worden. Keine Mini-Bar, keine Papiertaschentücher, keine Wassergläser, kein Schreibtisch, kein Telefon — wer etwas braucht, muss es sich gegen Gebühr leihen oder im hoteleigenen "Smart-Market" kaufen.

Zum elfstöckigen Hotel, das direkt neben dem legendären Hotel Neptun steht, gehört eine 4000 Quadratmeter große Spa- und Wellnessanlage, die gemeinsam mit Nivea entwickelt wurde. Dazu zählen zwei große Pools mit Meerwasser, eine Sauna-Landschaft, ein Fitness-Raum und neun Behandlungskabinen für Massagen oder Kosmetik. Ein Tagesticket für das Spa kostet — bei Vorausbuchung — elf Euro. Wer nur mal kurz vor dem Frühstück schwimmt, zahlt zwei Euro, für einen Sprint auf dem Laufband drei. Wem die Rechnerei zu viel ist, der kann auch eine Woche mit Halbpension für 500 Euro pro Person buchen. Übernachtung, Frühstück, Kaffee und Kuchen und das Abendessen sowie Spa sind dann inklusive. Kinder bis sechs Jahre zahlen nichts, außerdem gibt es Angebote, wenn nur ein Elternteil mit einem Kind reist. Einzelreisende müssen jeweils einen Einzelzimmerzuschlag von 25 Euro bezahlen.

Das Seebad ist auch für die Öffentlichkeit geöffnet. Externe Gäste zahlen 23 Euro für das Tagesticket. An einem Vormittag dürfen dort auch die Drittklässler aus Warnemünde schwimmen. Die Seereederei plant mit ihrer Tochter A-ja Resort noch zwölf weitere Projekte in ganz Deutschland: Horst Rahe: "Die Deutschen fahren zu je einem Drittel an die Ostsee, an die Nordsee und in den Süden — und genau da wollen wir weitere Low-Budget Hotels bauen." Das nächste eröffnet 2015 in Grömitz, ein weiteres im Voralpengebiet.

(ham)
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