Frankreich: Der Eifelturm wird 125

Frankreich : Der Eifelturm wird 125

In zahllosen Ländern wurde das berühmte Bauwerk kopiert - und doch ist das Original nie erreicht worden: Der Eiffelturm in Paris feiert in wenigen Wochen seinen 125. Geburtstag.

Die 324 Meter hohe Stahlkonstruktion an der Seine wurde schon kurz Zeit nach ihrer Einweihung am 31. März 1889 nachgebaut. Heute stehen von Tokyo über Las Vegas bis hin nach Hangzhou in China und Tegucigalpa in Honduras teils verblüffend ähnliche Kopien.

Selbst die Betreibergesellschaft des Eiffelturms in der französischen Hauptstadt räumt ein, dass sie keinen Überblick über die Gesamtzahl der Nachbauten weltweit hat. Manche Kopien erfreuen sich aber selbst einer gewissen Bekanntheit: Dazu zählt der Eiffelturm des Hotel-Casinos Paris in Las Vegas in den USA, der 1999 eingeweiht wurde und ursprünglich sogar höher werden sollte als das Original. Aber die Nähe zum Flughafen der Stadt machte den Erbauern einen Strich durch die Rechnung: Der Turm in Las Vegas konnte nur 165 Meter hoch gebaut werden und steht dort jetzt neben der Nachbildung anderer Wahrzeichen der französischen Hauptstadt wie dem Triumphbogen.

Auch in der japanischen Hauptstadt Tokyo steht eine berühmte Kopie des Eiffelturms - allerdings in rot und weiß angestrichen. Mit 333 Metern ist es eine der wenigen Nachbauten die sogar höher sind als das weltberühmte Wahrzeichen von Paris. Der 1958 gebaute Funkturm bleibt ein beeindruckendes Monument Tokyos, auch wenn es im Jahr 2012 vom Tokyo Skytree übertroffen wurde, einem Sendeturm, der fast doppelt so hoch ist.

Eiffelturm im chinesischen Hangzhou

Andere Nachbauten des Eiffelturms von Paris sind weit kleiner, deshalb aber nicht weniger beeindruckend. So steht der Turm Tianducheng mit seinen 108 Metern Höhe im Herzen eines Wohnkomplexes im chinesischen Hangzhou.

Natürlich haben auch viele Städte und kleinere Orte mit dem Namen Paris "ihren" Eiffelturm gebaut. Einer steht im Dorf Paris am Fuße des Ural in Russland. In dieser 1842 zur Erinnerung an den russischen Sieg über die napoleonischen Truppen gegründeten Ortschaft hat sich eine Telefongesellschaft vom Vater des Eiffelturms, Gustave Eiffel, inspirieren lassen. Seit 2005 steht dort ein Mobilfunkmast nach Art des Eiffelturms in Paris.

Das Original in Frankreich ist seit seiner Erbauung öffentliches Gut - jeder kann das Monument ohne Erlaubnis kopieren und vervielfältigen: vom Souvenir-Verkäufer in der französischen Hauptstadt über Immobilien-Anbieter bis hin zu Vergnügungsparks oder Schoko-Bäckern. Aber Vorsicht: Der Name "Eiffelturm" ist eine geschützte Marke. Wer sein Restaurant oder sein Parfum danach benennen will, muss Gebühren zahlen, die sich nach der Größe des Projekts richten.

Original Eiffelturmbeleuchtung steht unter Urheberschutz

Auch die spektakuläre Beleuchtung des Originals in Paris, die vom Ingenieur Pierre Bideau geschaffen und Silvester 1985 eingeweiht wurde, steht unter Urheberschutz und darf nicht kopiert werden. Aber auch so verkauft sich der Eiffelturm bestens: In dutzenden Vergnügungsparks weltweit steht eine Kopie und zahllose Geschäfte, Restaurants oder Immobilienprojekte werben damit - mehr oder weniger geschmackvoll.

Manchmal steht ein Nachbau der französischen "Eisendame" auch an völlig unerwarteter Stelle. In der Hauptstadt von Bolivien genauso wie in einem öffentlichen Park am Schwarzen Meer - oder einer Basis der UN-Blauhelmtruppen im Libanon.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So günstig kann Paris sein

(AFP)