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Winterurlaub trotz Corona-Pandemie: So sicher ist es in Kärnten

Bad Kleinkirchheim : Unter der warmen Wintersonne Kärntens

Unsere Autorin hat sich angeschaut, wie sicher Skiurlaub im verschneiten Bad Kleinkirchheim in Österreich trotz Corona-Pandemie ist.

Um kurz vor 8 sind leise Schritte im Hausflur zu hören. Die Mütze tief ins Gesicht gezogen geht ein junger Mann von Tür zu Tür und hängt hellgrüne Stoffbeutel an die Klinken. „Die Brötchen sind da“, ruft ein Kind fröhlich aus einem der Apartments, öffnet die Wohnungstür und schnappt sich die Tasche. Drinnen duftet es bereits nach frisch aufgebrühtem Kaffee, dazu gibt es Bergbauernbutter, Frischkäse und Zirbengelee vom Biobauern unten im Ort. Vor dem Fenster taucht die Morgensonne die verschneiten Berge von Bad Kleinkirchheim in ein orangefarbenes Licht, einige Frühaufsteher ziehen bereits mit Schlitten, Kind und Kegel vorbei, und wenig weiter nimmt die Sesselbahn langsam Fahrt auf. Auch das junge Paar aus der Ferienwohnung Nummer 114 des Landal Park holt seine Ausrüstung aus dem Skikeller, spaziert die wenigen Meter zur Piste und schwebt zur Maibrunn Alm hinauf.

Ein Winterurlaub ist in diesem Jahr endlich wieder möglich. „Besonders gefragt sind Ferienwohnungen, in denen sich die Gäste selbst versorgen können“, weiß Susanne Paus vom Landal Park Bad Kleinkirchheim im österreichischen Kärnten. Direkt an der Piste bieten hier zehn Chalets und 72 Apartments ein privates Zuhause auf Zeit. „Häufig teilen sich zwei befreundete Familien mit Kindern ein Ferienhaus, für Paare sind die kleineren Apartments gut geeignet.“ Skifahrer begeben sich direkt vor Chalet Nummer 409 auf die Piste und erreichen ganz bequem die über 100 Pistenkilometer der Ski- und Thermalregion Bad Kleinkirchheim.

Die Frühstücksbrötchen hängen morgens an der Tür, abends wird in der gut ausgestatteten Küche gekocht oder ein Raclette-Grill an der Rezeption ausgeliehen. „Viele Familien machen auch zum Mittagessen einen kurzen Abstecher zur Ferienwohnung“, erzählt Susanne Paus. Alternativ laden zahlreiche Skihütten zur Einkehr. „Nahezu überall wurden die Außenbereiche erweitert, sodass man bei dem typisch sonnigen Kärntner Wetter auch draußen essen kann.“

 Geführte Winterwanderungen zu den Themen Genuss und Brauchtum finden in kleinen Gruppen statt.
Geführte Winterwanderungen zu den Themen Genuss und Brauchtum finden in kleinen Gruppen statt. Foto: Brigitte Bonder

Für das Skifahren gilt in Österreich die 2G-Regel, der Nachweis wird beim Kauf des Liftpasses überprüft. Dazu besteht Maskenpflicht in Gondeln und Warteschlangen. In Bad Kleinkirchheim lässt sich der Großteil des Skigebiets zudem über offene Sesselbahnen oder Schlepplifte erreichen und auch abseits der Piste hat die Region viel zu bieten. „Ob Schneeschuhwandern, Rodeln oder Langlaufen – die meisten Aktivitäten finden draußen statt“, betont Susanne Paus. Dabei lassen sich Abstände gut einhalten und die frische Bergluft genießen.

 Fantastischer Ausblick über das Skigebiet Bad Kleinkirchheim im österreichischen Kärnten
Fantastischer Ausblick über das Skigebiet Bad Kleinkirchheim im österreichischen Kärnten Foto: Thomas Sbikowski

Für Urlauber gibt es in Bad Kleinkirchheim auch zahlreiche kostenlose Angebote wie Lama-Spaziergänge, Snowboard-Schnupperkurse oder Fackelwanderungen mit Pferden. Spannende Einblicke in örtliches Brauchtum und regionale Spezialitäten liefern die geführten Wanderungen der Kärntner „Magischen Momente“. So geht es mit Markus Böheim von der Turracher Höhe rund vier Kilometer durch winterliche Zirbenwälder zum Bergbauernhof der Familie Grabner. Unterwegs erklärt der Ranger die vielfältige Pflanzenwelt des Biosphärenparks Nockberge und erzählt von der alten Tradition des Räucherns. „Viele Menschen bitten auf diesem Wege um Schutz für Haus und Hof“, weiß der sympathische Kärntner und reicht Weihrauchstückchen und Kräutermischungen herum. „Diese Räucherware wurde bei uns früher sogar geschmuggelt.“

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Als es dämmert, erreicht die kleine Gruppe den Hof „Hochsinner“. Hier auf dem höchstgelegenen, ganzjährig bewirtschafteten Bauernhof in Kärnten lebt die Familie Grabner von der Viehwirtschaft. „Herzlich willkommen“, ruft Andrea Grabner schon von Weitem. Die junge Frau hat Glühmost gekocht und serviert an der wärmenden Feuerschale selbst gebackenes Kletzenbrot, eine Art Früchtebrot. Dann geht es gemeinsam in den Stall zu den Mutterkühen, einem knappen Dutzend Kälbchen und drei Schafen mit ihren erst zwei Wochen alten Lämmern. Bäuerin Andrea legt Weihrauch und Salbei in ein goldenes Räuchergefäß, Ranger Markus Böheim versprüht Weihwasser mit einem Zweig über die braungefleckten Kühe während die Gruppe die Kälbchen streichelt. Inzwischen ist es dunkel geworden und die ersten Sterne leuchten über den schneebedeckten Gipfeln. Mit einer Laterne erhellt der Ranger den Weg zur Hauptstraße, von dort geht es mit dem Skibus zurück.

Das junge Paar aus Apartment Nummer 114 unternimmt noch einen kurzen Abstecher zum Biohofautomat am Mallhof, kauft Käse und Butter für das morgige Frühstück und spaziert gemütlich durch den Schnee zurück zu seinem privaten Domizil im Landal Park. Schon in wenigen Stunden werden wieder die frischen Semmeln an der Tür hängen und ein neuer Wintertag wird in Bad Kleinkirchheim beginnen.