Tirol: Was Urlauber über Fahrverbote und Lkw-Abfertigungen wissen müssen

Fragen und Antworten : Was Urlauber über Fahrverbote und Lkw-Abfertigungen in Tirol wissen müssen

Die Route durch das Tiroler Alpenidyll ist eine wichtige Transitstrecke zwischen Deutschland und Italien. Österreich hat mit Fahrverboten auf Landstraßen und Lkw-Blockabfertigungen auf den zunehmenden Verkehr reagiert. Was Reisende jetzt beachten sollten.

Wir haben Fragen und Antworten zu dem Themenkomplex zusammengestellt:

WELCHE EINSCHRÄNKUNGEN GIBT ES?

Um die Landstraßen und damit die Anwohner in Tirol vom überregionalen Durchgangsverkehr zu entlasten, gibt es noch gut zwei Monate lang Fahrverbote für Ausweichrouten. Die Einschränkungen gelten an allen Wochenenden bis zum 14. September - von Samstag ab 7 Uhr morgens bis Sonntagabend 19 Uhr. Ab dem 14. August ist das Verbot zudem bereits von Mittwochmorgen bis zum folgenden Sonntagabend in Kraft.

In den betroffenen Zeiten dürfen Reisende, die etwa Italien ansteuern, an zwei Autobahnausfahrten nicht abfahren. Nicht davon betroffen sind aber diejenigen Autofahrer, die in die Tiroler Hauptstadt Innsbruck oder in einzelne Dörfer entlang der gesperrten Strecken wollen, wie der ADAC betont.

Außerdem sorgen die sogenannten Blockabfertigungen von Lkw auf der Route über den Brennerpass für erheblichen Wirbel. Zuletzt führten sie schon zu Rückstaus bis auf die Autobahn von München nach Salzburg.

Denn für Autofahrer ist dabei nur eine Spur befahrbar, da die Laster lediglich in begrenzter Zahl von 250 Stück pro Stunde passieren dürfen und die nachfolgenden Lkw warten müssen. Die Maßnahme soll verhindern, dass sich der Lkw-Verkehr in Tirol staut.

Allerdings: Die Blockabfertigungen gibt es im Juli nur an Montagen, sowie im August am Freitag, dem 16.

WAS SOLLTEN REISENDE BEACHTEN?

Bei den Fahrverboten rät der ADAC Reisenden dazu, einfach auf der Autobahn zu bleiben. "Viele denken ja: 'Wenn ich abfahre, bin ich schneller'", erklärt eine Sprecherin. Dem sei aber, mit Ausnahme von Vollsperrungen etwa bei Unfällen, meist nicht so - denn auch die Ausweichrouten seien schnell verstopft.

Generell empfiehlt der Automobilclub, nach Möglichkeit das Wochenende als Reisezeit zu meiden oder andernfalls "antizyklisch" - also etwa früh morgens - zu fahren. Grundsätzlich nie verkehrt ist es, sich für mögliche Wartezeiten mit ausreichend Wasser im Auto zu wappnen. Der ADAC rät zudem, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.

Denn Entspannung ist vorerst nicht in Sicht: Am kommenden Montag beginnen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen die Sommerferien, in Bayern und Baden-Württemberg starten sie Ende Juli; in den übrigen Bundesländern haben die Schulferien schon begonnen. Dazu kommen Urlauber etwa aus den Niederlanden oder Dänemark.

WARUM GIBT ES DIE VERBOTE?

Tirols Landeshauptmann Platter betont, dass er bei den "Notwehrmaßnahmen" die Gesundheit und die Sicherheit der Anwohner entlang der Landstraßen im Blick habe. Das Problem mit dem Ausweichverkehr hat sich demnach auch durch immer mehr Autos auf den Straßen verschärft - und durch immer bessere Navigationsgeräte, die quasi in Echtzeit reagieren und Stauumfahrungen vorschlagen.

Deshalb werden die Daten zu den Fahrverboten auch den Navi-Betreibern zur Verfügung gestellt, die dann die gesperrten Straßen nicht mehr als Ausweichrouten anzeigen sollen. Außerdem will die Tiroler Polizei an neuralgischen Punkten kontrollieren. Nach Angaben des ADAC müssen mit Strafen aber derzeit nur Autofahrer rechnen, die sich den Anweisungen der Polizei offen widersetzen.

WAS KÖNNTE DIE LÖSUNG SEIN?

Nach einem Treffen der Konfliktparteien in Brüssel sollen nun verschiedene Arbeitsgruppen unter anderem die Möglichkeiten für eine grenzüberschreitende "Korridormaut", die den Lkw-Verkehr über den Brenner eindämmen soll, und die Verlagerung von mehr Verkehr auf die Schiene ausgelotet werden. Entlastung schaffen könnte der Brenner-Basistunnel - doch bis zur Fertigstellung des Eisenbahntunnels zwischen Österreich und Italien werden noch Jahre vergehen.

(felt/AFP)
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