Kos in Griechenland- Infinite Lifestyle und Strand

Griechenland : Luxus trifft auf All-inclusive

Die griechische Insel Kos ist auch in der Nebensaison eine gute Empfehlung. Auf die Reisenden warten traumhafte Sandstrände.

Der Sonnenuntergang malt rosa Schimmer in den Himmel, als sei der Blick hinunter in die Bucht von Kefalos nicht schon malerisch genug – der beste auf der griechischen Insel Kos, sagen manche. Das Panorama ist einer der Gründe, warum das Restaurant „Mylotopi“, das auf dem Gelände einer über 100 Jahre alten Mühle residiert, bei Einwohnern wie Touristen so beliebt ist. Ein anderer ist das fabelhafte Essen – authentisch griechisch, frische Zutaten aus dem eigenen Bio-Garten, lokale Weine.

Für einige der Gäste gibt es noch einen weiteren guten Grund, ausgerechnet hier zu dinieren. Sie müssen nichts bezahlen, können unbegrenzt essen und trinken – bis sie der Fahrer, der sie kostenfrei herchauffiert hat, zurück in ihre Zimmer bringt, in das neue Resort „Ikos Aria“ unten am Strand. Das übernimmt die Restaurant-Rechnung für seine Gäste. „Dine Out“ heißt der Service, er ist Teil des „Infinite Lifestyle“-Programms, das laut Website ein „völlig neues Konzept für All-inclusive-Strandurlaub der Luxusklasse in Griechenland“ verspricht.

Aber was heißt „Unendlicher Lifestyle“? Und schließen sich „All-inclusive“ und „Luxus“ nicht aus? Steht Letzteres für Traumurlaub, der so teuer ist, dass er für viele Urlauber ein Traum bleibt, bezeichnet Ersteres für ebenso viele einen Albtraum. Bei All-inclusive denken sie an peinliche Plastikarmbänder, an eingezäunte Anlagen, in denen man, abgeschnitten vom lokalen Flair, wie in einer Parallelwelt existiert. Eingepfercht mit Zeitgenossen, die man Zuhause eher meiden würde. An Buffets mit global labbrigen Pommes.

Genau dieser miese Ruf von All-inclusive war für die Betreiber der Ikos-Ferienanlagen inspirierend. „Wir haben uns alle üblen Assoziationen vorgeknöpft und getilgt – angefangen bei den Plastikarmbändern“, erklärt Daisy Modiano von der Resortgruppe. „Durch die Griechenlandkrise mussten wir uns etwas einfallen lassen. Wir entdeckten die Marktlücke zwischen Luxus und All-inclusive und erfanden ein Konzept, um sie zu schließen.“

Beim sogenannten „Dine-out“ können die Hotelgäste außerhalb des Resorts essen – auf Kosten des Hotels. Foto: Maike Grunwald/Maike Grunwald, www.maikegrunwal

So gehört zum „Infinite Lifestyle“, dass man ohne Sorge um Kostenfallen wirklich unbegrenzt zulangen kann. Alles ist inbegriffen, sogar importierte Drinks hochwertiger Marken, der 24-Stunden-Zimmerservice, der Inhalt der nach persönlichen Wünschen befüllten Minibar und die tatsächlich sehr gute Gastronomie der acht Restaurants im Resort, davon sieben à la carte.

„Die Kulinarik und die edle Inneneinrichtung sind die auffälligsten Unterschiede zu üblichen All-inclusive-Anlagen“, sagt eine Urlauberin aus Bayern, die wie ihre Begleiter von dem Konzept schwärmt. Sie kennen es von früheren Besuchen in anderen Resorts, etwa im „Ikos Olivia“ auf Chalkidiki, ausgezeichnet unter anderem mit dem HolidayCheck-Awards 2017 als beliebtestes Luxushotel weltweit. „Wer einmal bei dieser Marke war, reist in keine andere Anlage mehr.“

Das Innovativste an dem Konzept ist aber wohl der Anspruch, die Gäste aus dem Resort zu locken, damit sie die Insel und ihre Kultur entdecken. „Das ist ein Gewinn für die Urlauber. Und unsere Antwort auf die Kritik, dass All-inclusive-Anlagen lokalen Tavernen oft eher schaden, statt sie zu unterstützen“, sagt Resort-Sprecherin Daisy.

So kooperiert „Ikos Aria“ für den „Dine-Out“-Service mit drei ausgesuchten Insel-Restaurants: zwei griechischen Lokalen und dem „Ali“ mit authentisch türkischer Küche – ebenfalls typisch für Kos, von wo aus täglich Fähren ins türkische Bodrum übersetzen. Resort-Gäste können in diesen Restaurants, die von Einheimischen geführt und besucht werden, gratis essen.

Dazu gibt es kostenlose Ausflüge, etwa nach Kos-Stadt, wo der berühmte Baum des Hippokrates zwischen Resten eines alten Minaretts und noch älteren Ruinen steht – Zeugen der Eroberer und Kulturen im Wechselspiel von Orient und Okzident auf Kos. Inklusive sind auch kulinarische Besichtigungstouren, etwa zu einer Insel-Imkerei.

Oder zum Weingut Triantafyllopoulou, wo einst ausgestorbene lokale Sorten neben bekannten französischen Reben gedeihen. Nach der Verkostung schwebt man, den Schlager „Griechischer Wein“ im Kopf, durchs Interieur, das alte Weinpressen mit einer beachtenswerten Sammlung zeitgenössischer Kunst vereint, und staunt über die hiesigen Herausforderungen des Winzerns: „Wir müssen die Reben ständig beruhigen! Blätter entfernen, damit der Wind sie belüftet. In unserem Klima dreht der Wein sonst durch und wird viel zu süß. Wir ernten hier schon im August.“

Bei einer Tour über die Insel kann man ihre zahlreichen Facetten kennenlernen. Foto: Maike Grunwald/Maike Grunwald, www.maikegrunwal

Wer die Insel auf eigene Faust erkunden will, bekommt einen Mini gestellt, einen Tag ist der Leihwagens kostenfrei. Die Spritztour offenbart auch weniger malerische Seiten. Leer stehende Läden, verfallene Gebäude – Folgen der andauernden Wirtschaftskrise. Dabei geht es den Menschen hier noch gut, sagt ein Einheimischer: „Auf Kos hat fast jeder Arbeit, durch den Tourismus“. Umso wichtiger sind Konzepte, die lokale Betriebe einbinden.

Doch nicht alle Gäste nutzen die Möglichkeiten des „Unendlichen Lifestyle“, um die Insel zu erkunden. Das Quartett aus Bayern schätzt vor allem das unbegrenzte Angebot innerhalb der Anlage und zeigt kein Bedürfnis, sie zu verlassen. „Für eine Tour mit dem Mini müsste man fahrtüchtig sein – dafür schmeckt der Wein hier zu gut“, witzelt eine der Urlauberinnen. Für das „Dine Out“ seien die Restaurants im Resort zu attraktiv und zahlreich. Außerdem sei der Strand zu schön, um irgendwo anders hinzufahren. Tatsächlich liegt das Resort an einem der besten Sandstrände auf Kos, Kamari zu Füßen von Kefalos, mit Blick auf ein Wahrzeichen von Kos: die fast lächerlich pittoreske Felseninsel Kastri, auf der einsam die Mini-Kapelle des heiligen Nikolaos steht. Sogar antike Ruinen kann man hier direkt am Strand besichtigen, die Basilika Agios Stefanos aus dem
5. Jahrhundert.

Eine weitere interessante Stätte fand man mitten im Resort, wo ein Kinderpool geplant war. Sie wird nun von Archäologen freigelegt und für Besucher aufbereitet. Der Allgemeinheit soll sie ebenso zugänglich sein wie die Basilika am Strand, zu der ein öffentlicher Weg durchs Resort führt. Das Konzept des „Unbegrenzten Lebensstils“ soll ohnehin in beide Richtungen gelten. So können auch Insulaner in Resort-Restaurants einen Tisch buchen, als externe Gäste, oder eine Pool-Tageskarte kaufen.

Dass das All-inclusive-Konzept von Ikos etwas Besonderes ist, bestätigt auch ein unabhängiger Experte. „Lokale Restaurants einzubeziehen und Gäste zu ermutigen, die Anlage zu verlassen, hebt sich von vielen anderen Konzepten deutlich und innovativ ab und sucht seinesgleichen in Europa“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). „Außergewöhnlich ist auch die unbegrenzte kostenfreie Versorgung rund um die Uhr mit Essen und Trinken durch den Zimmerservice.“

Verblüffend sind zudem die Preise. In der Nebensaison gibt es „Infinite Lifestyle“ schon ab 240 Euro pro Nacht, und zwar für zwei Personen im Doppelzimmer – ein Kind bis zwölf und ein zweites bis zwei Jahren sind dabei gratis. Wie sich das rechnet? In der Hochsaison gehen die Preise mit bis zu 578 Euro Richtung Luxus.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Ikos Resorts.

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