Malaga: "Caminito del Rey" - Holzpfad für Schwindelfreie

Malaga: "Caminito del Rey" - Holzpfad für Schwindelfreie

Der einst gefährlichste Wanderweg wurde für Millionen saniert. 400 Besucher dürfen ihn täglich besuchen.

Für die Begehung des "Caminito del Rey" hat es vor 15 Jahren noch einer gehörigen Portion Mut bedurft. Der Pfad, zu Deutsch "Königspfad", bot spektakuläre Einblicke in die Schlucht Gaitanes bei Malaga, jedoch erweckte der etwa einen Meter breite Holzweg bei weitem keinen majestätischen Anblick. Die Besteigung des maroden Schluchtwegs, der auf drei Kilometer Länge in etwa 100 Meter Höhe in den rötlichen Kalkstein geschlagen wurde, glich einem Abenteuer.

Am 28. März wird der Weg nun wieder eröffnet. 2,4 Millionen Euro flossen seit Frühjahr 2014 in die Sanierung des Holzpfads. Er ist nun sicher, zudem sorgen eingelassene Glasböden für noch spektakulärere Blicke. Davon konnten sich bereits einige Journalisten bei einer ersten Begehung überzeugen. Wer will, kann sich nun auch mit Kletterseilen sichern und in die Schlucht herabsteigen.

Nicht ohne Grund galt der "Caminito del Rey" als der gefährlichste Wanderweg der Welt. Vier Menschen kamen um die Jahrtausendwende bei waghalsigen Aktionen, um den Holzweg zu meistern, ums Leben. Die Regierung sah sich gezwungen, den Pfad, den einst auch König Alfonso XIII im Jahr 1921 beging, zu schließen.

  • Fotos & Infos : Caminito del Rey: der gefährlichste Wanderweg in Spanien

Für den Umbau waren Spezialarbeiter zuständig. Sie hingen mit Klettergestell in der Bergwand und verschraubten die Holz- und Metallteile, die allesamt via Hubschrauber angeliefert worden sind.

Einer von der Lokalregierung in Auftrag gegebenen Studie zufolge wird damit gerechnet, dass den "Caminito del Rey" jährlich bis zu 250 000 Touristen besuchen werden. Jedoch werden nicht alle in den Genuss kommen, den Weg auch zu betreten. Denn nur 400 Wanderer dürfen täglich in die Schlucht, um den insgesamt 7,7 Kilometer langen Aufstieg von Ardales bis ins Dorf El Chorro zu begehen. Die ersten drei Monate soll der Eintritt noch frei sein, danach kostet ein Tagesticket sechs Euro.

Per Internet müssen Termine vereinbart werden. Der März und April sind bereits ausgebucht. Der früheste Termin ist der 19. Mai.

(RP)
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