Antoni Gaudi in Barcelona: Bauwerke wie aus einer anderen Welt

Das Barcelona des Antoni Gaudi : Bauwerke wie aus einer anderen Welt

Er starb auf dem Weg zu der wichtigsten Baustelle seines Lebens, und der wohl bis heute berühmtesten Baustelle Barcelonas: Antoni Gaudi. Mit unverwechselbaren Bauwerken wie der "Sagrada Familia", dem "Park Güell", der "Casa Mila" oder der "Casa Batllo" hat sein einzigartiger Stil das Stadtbild Barcelonas geprägt.

Man muss nicht Kunstgeschichte studiert haben, um bei einem Spaziergang durch Barcelona sofort zu erkennen, welches Haus, welche Fassade und welcher Park die Handschrift Gaudis tragen. An verschiedenen Stellen durchbrechen seine fantasievollen Bauten die moderne Architektur der Stadt: fließende Formen, in sich verdrehte Plastiken und bunte Mosaike zusammengesetzt aus kleinen Keramikplatten sind seine Markenzeichen. Außerdem ließ Gaudi sich gern von der Natur inspieren. Nicht nur bei den typisch wellenartigen Fassaden seiner Häuser, sondern auch in Form von Tier- und Pflanzen-Mosaiken oder Plastiken, die seine Parks verzieren.

Bis heute unvollendet: Die Sagrada Familia

Als Gaudi am Morgen des 7. Juni 1926 auf dem Weg zur Arbeit von einer Straßenbahn erfasst wird und drei Tage später stirbt, wurde an dem Gotteshaus Sagrada Familia bereits seit 44 Jahren gearbeitet. Der Aufbau wurde auch nach dem Tod des Meisters fortgesetzt, bis heute ist der "Temple Expiatori de la Sagrada Familia", auf deutsch "Sühnetempel der Heiligen Familie" eine lebendige Baustelle. Jüngsten Prognosen zufolge soll er 2026 fertig werden. Doch gerade deshalb ist ein Besuch besonders spannend: Hier kann man miterleben, wie Zeitgeschichte geschrieben wird.

Schon von Weitem ist sie an ihren Türmen zu erkennen. Architekten sagen, die Sagrada Famila habe zwei Arten von Türmen — doch im Grunde sind es drei. Denn neben den verschnörkelten Türmen, der "Fassade der Geburt", und den schlichten Türmen, der "Fassade des Leidenswegs" gehören nach all den Jahren Bauzeit auch die Baukräne ins Bild, von denen die Basilika umringt ist. Die Mehrheit der Bürger Barcelonas hat das Wahrzeichen ihrer Stadt noch nie ohne sie gesehen.

Die Säulen im Innern sind schon fertig. Gaudi hat sie Bäumen nachempfunden, die in den Himmel wachsen und sich oben in viele Äste verzweigen. Ihre Baumkronen halten die Decke der Basilika. Wer schwindelfrei ist, sollte einen Aufstieg auf das Dach der Kirche wagen. Dort kann über Brücken von Turm zu Turm gewandelt werden und es bietet sich ein toller Blick über die Stadt.

Ein Märchenland aus Stein und Keramik

Der Park Güell blieb ebenso unvollendet wie die Sagrada Familia. Allerdings fällt das hier niemandem auf, denn an dem Park wird nicht mehr weitergebaut. Idyllisch ruhig ist es aber trotzdem nicht, denn Güell ist ein Besuchermagnet. Der Haupteingang wird von einem Drachen bewacht, der aber, mit vielen kleinen bunten Keramiksteinchen verziert, eine freundliche Erscheinung ist. Die Steinchen für die zahlreichen Mosaike im Park bezog Gaudi ausschließlich aus den Abfällen einer nahe gelegenen Keramikfabrik.

Das Highlight des Parks ist die hoch gelegene, farbenfrohe Terasse mit ihrem geschwungenen Balkon, von dem aus man den Blick über ganz Barcelona bis ans Meer schweifen lassen kann. Versteckt in der Natur und nur über verschlungene Wege zu erreichen ist das ehemalige Wohnhaus von Antoni Gaudi, das heute ein Museum ist.

Casa Mila und Casa Batllo

Bevor er sich zum Ende seines Lebens ausschließlich der Arbeit an der Sagrada Familia widmete, entwarf Gaudi einige Wohnhäuser für seine Freunde und Förderer in der Stadt. Auf der bunten, aufwendig gestalteten Außenfassade der Casa Batllo erzählt er die Geschichte des Heiligen Georgs, des Schutzpatronen Kataloniens. Wer abends hinfährt, kann sich dieses "steinerne Bilderbuch" im Licht zahlreicher Scheinwerfer anschauen.

Bei der Casa Mila, die mit ihrer typisch fließenden Fassade die Innenstadt Barcelonas ziert, leistete Gaudi echte Pionierarbeit. Das 1910 fertiggestellte Haus verfügt über ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, das bis heute eine Klimaanalage überflüssig macht. Die Wände in den Zimmern lassen sich individuell verändern, da es in dem Gebäude keine einzige tragende Mauer gibt. Zusätzlich plante Gaudi eine Tiefgarage und mehrere Aufzüge. Noch heute wohnen einige alteingesessene Familien in der Casa Mila.

Sieben von Gaudi entworfene Bauwerke gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Darunter die Casa Mila und die Casa Batllo, aber auch die Sagrada Familia und der Park Güell.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Bauten Antoni Gaudis in Barcelona

(lsa)