Die schönsten Bahnstrecken der Schweiz - Reise mit dem Panoramawagen

Im Panoramawagen die Landschaft entdecken : Die schönsten Bahnstrecken der Schweiz

Die Fahrt im Panoramawagen durch die Bilderbuchlandschaften der Schweiz ist ein Fest für die Augen. In Kombination mit Schiff oder Bus werden die Abschnitte sogar noch abwechslungsreicher.

Luzern ist ein vorzüglicher Startpunkt für eine Bahnreise durch das Land der Eidgenossen. Fährt man mit der weltweit steilsten Zahnradbahn auf den Hausberg "Pilatus", so erschließt sich dem Besucher schnell, mit welcher Passion und Ingenieurskunst die Schweizer ihre Berge und Täler verkehrstechnisch erschlossen haben. Und Luzern selbst hat mit seiner hölzernen Kapellbrücke, dem Wasserturm und dem pittoresken Stadtkern viel Sehenswertes zu bieten.

In Luzern startet auch der Gotthard Panorama Express, der seit dem Frühjahr 2017 wieder durch den legendären, 1882 gebauten Gotthard-Tunnel in den mediterranen Süden der Schweiz fährt. Inmitten eindrucksvoller Natur beginnt die Reise per Dampfschiff über den Vierwaldstätter See bis nach Flüelen, vorbei an so geschichtsträchtigen Orten wie Rütli, der "Wiege der Schweiz".

Nach zweistündiger Schiffsreise schließt sich die Panoramafahrt per Bahn durch die Zentralschweiz mit ihren atemberaubenden Berglandschaften an. Gebirgsbäche stürzen von steilen Felswänden, saftig grüne Wiesen wechseln mit kleinen Ortschaften, aus denen die Kirchturmspitzen herausragen. Bei der Ankunft in Lugano wähnt man sich schon fast in Italien. Eine laue Abendbrise trägt den Duft frischer Blüten über den Luganer See. Delikatessen und hervorragende Weine erwarten den Besucher bei einer abendlichen "Grotti-Rundfahrt" per Schiff.

Von Lugano bis Tirano

Auch die zweite Etappe der Reise beginnt nicht auf Gleisen, sondern mit dem Bernina Express Bus von Lugano bis Tirano - vorbei am malerischen Luganer und Comer See. Schon Anfang Juni planschen Kinder im Wasser, Freizeitkapitäne kreuzen mit ihren Segelbooten vor einem Bergpanorama, das von schneebedeckten Gipfeln gekrönt ist. In Tirano wartet bereits der Bernina Express Zug, der die Reisenden von den Palmenstränden im Süden in die Gletscherwelt der Alpen bringt - eine der seltenen Bahnstrecken, denen die Unesco den Welterbestatus zuerkannte.

Noch heute beeindrucken Mut und technische Meisterschaft, mit denen die Erbauer vor über 100 Jahren Tunnel in den Fels trieben und die Bahntrasse über enge Kehren in kurzer Zeit auf über 1000 Höhenmeter ansteigen ließen. Kunstvoll erbaute Viadukte, wie der Kreisviadukt Brusio, lassen die Augen der Reisenden begeistert aufleuchten. Auf 2223 Metern Höhe bestimmt am Lago Bianco noch der Winter die Landschaft.

Kurz vor St. Moritz bietet sich die Möglichkeit, in eine Gletscherwelt einzutauchen. Fährt man mit der Seilbahn zur Diavolezza, gelangt man in das Reich der schneebedeckten Viertausender, direkt neben dem Piz Palü (3905 Meter) und Piz Bernina (4049 Meter), an dessen Fuß sich ein Gletscher den Weg ins Tal sucht. Wenige Kilometer weiter, auf der anderen Seite des Tals, thront Muottas Muragl über einer der schönsten Gegenden der Schweiz. Blumenübersäte Bergwiesen laden zu leichten Wanderungen ein und die Panoramaausblicke auf die im Tal liegenden Ortschaften und Seen rund um St. Moritz lassen sich kaum in Worte fassen.

Über 291 Brücken und durch 91 Tunnel

Die dritte Etappe führt vom 1775 Meter hohen St. Moritz mit dem Glacier Express über 291 Brücken und durch 91 Tunnel nach Zermatt. Steile Felswände und tiefe Schluchten gleich neben der Bahnstrecke flößen Ehrfurcht ein. Die Höhenunterschiede der Strecke sind gigantisch: hinunter auf 585 Meter in Chur, dann auf 2033 Meter am Oberalppass, wieder bergab bis Visp auf 658 Metern und schließlich klettert sie nach Zermatt auf 1604 Meter.

Dort angekommen lohnt eine Weiterfahrt auf den Gornergrat, um das gegenüber liegende Matterhorn zu bestaunen. Der Schicksalsberg machte Zermatt bekannt und lockt Reisende aus aller Welt an. Gerade ist man dabei, eine neue, größere Seilbahn zum Kleinen Matterhorn zu bauen, was sich unter den extremen Witterungsbedingungen trotz moderner Technik aber noch immer als eine logistische Herausforderung erweist.

Durch das Tal der Rhone zieht die Bahn auf der vierten Etappe an Weinhängen und Obstplantagen vorbei bis zur Jazzmetropole Montreux. Von dort startet der GoldenPass MOB Panoramic, der wieder zum Ausgangspunkt nach Luzern zurückführt. Etwa auf halber Strecke erreicht man Interlaken und es wäre unverzeihlich, von hier nicht einen Abstecher zum Jungfraujoch, der mit 3454 Metern höchsten Bahnstation Europas, zu unternehmen. Über den Wolken erreicht die Bahnreise bei strahlendem Sonnenschein ihren Höhepunkt.

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