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Berühmter Balkon der Weltgeschichte: Die heiligste Loggia der Welt

Berühmter Balkon der Weltgeschichte : Die heiligste Loggia der Welt

Wenn große Ereignisse die Weltgeschichte bewegen, rückt oft ein Balkon in die Mitte des Geschehens. Tausende von Menschen waren so am Mittwoch Zeugen, als der neue Papst Franziskus auf die Benediktionsloggia trat. Wir stellen den brühmtesten Balkon des Vatikans vor.

Weißer Rauch steigt vom Vatikan auf, wenig später tritt ein neuer Papst auf die Benediktionsloggia, um der Welt seinen Segen zu spenden. Der große Balkon über der Pforte des Petersdoms ist fest mit den Traditionen der katholischen Kirche verbunden. Von dort aus spendeten die Päpste der Vergangenheit und Gegenwart ihren Segen "Urbi et Orbi", der nur zu Ostern, Weihnachten und kurz nach der Wahl eines neuen Nachfolgers Petrus ausgesprochen wird.

Segen wurde schon im Mittelalter gespendet

Der Name der Benedikitonsloggia ist vom lateinischen Wort "benedicere" (deutsch: segnen) abgeleitet. Tritt der Papst auf den Balkon, bietet sich ihm der Blick über den gesamten halbmondförmigen Petersplatz und in die Straßen der Stadt Rom hinein. Gleichzeitig ist der Papst auch für alle Gläubigen gut zu sehen. Schon im Mittelalter wurde der Segen auf diese Art gespendet.

Lange Zeit spielten Menschenmassen für den Segen jedoch eine untergeordnete Rolle. Zwischen 1870 und 1922 war es üblich, den päpstlichen Segen von der Loggia ins Innere des Petersdom hineinzuzsprechen. Dies galt als Zeichen des Protests gegen die Annexion des Kirchenstaats durch das Königreich Italien. Erst Papst Pius IX. hob diese Tradition wieder auf, nachdem der Vatikan durch den faschistischen Diktator Benito Mussloni als souveräner Staat innerhalb Italiens anerkannt wurde.

Eine weitere Veränderung des Protokolls gab es im 20. Jahrhundert. Weil Papst Johannes-Paul II. mit zunehmenden Alter nicht mehr auf die Benediktionsloggia treten konnte, spendete er seinen Segen nach der Messe vom Altar aus. Papst Benedikt XVI. nahm die Tradition, den Segen von der Loggia zu spenden, aber wieder auf.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die Benediktionsloggia

(anch)