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Campingplätze in NRW: Langeweile Fehlanzeige

NRW ist Campingland

Die Region wird immer beliebter als Urlaubsziel. Die Zahl der Übernachtungen steigt. Davon profitieren auch die Anbieter von Camping- und Caravanplätzen. Die meisten Gäste kommen aus Deutschland.

Köln Nordrhein-Westfalen ist als Reiseland im Aufwind. Die Touristiker im bevölkerungsreichsten Bundesland registrieren erfreut, dass ihre Region immer stärker als Urlaubsziel wahrgenommen wird. Deutlich gemacht wird das durch aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes: Im Zeitraum Januar bis Mai 2011 lag NRW bei den Ankünften und Übernachtungen auf Platz zwei hinter Bayern. Bei den Übernachtungen konnte in den ersten fünf Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung von 7,2 Prozent auf 17 Millionen verzeichnet werden. Die überwiegende Mehrheit der Gäste kam aus Deutschland.

Von der Beliebtheit der Region an Rhein und Ruhr profitieren auch die Anbieter von Camping- und Caravanplätzen. "Nähe ist für uns ein großer Standortvorteil", sagt Thomas Weber, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sauerland-Tourismus, "die Menschen wollen heute nicht mehr so viele Kilometer schrubben, um ans Urlaubsziel zu kommen." Als weitere Trends nennt Weber das Streben nach Individualität und Naturerlebnis: "Die meisten Leute möchten keinen Urlaub von der Stange machen, sondern die schönsten Wochen des Jahres individuell gestalten", so der Urlaubsexperte. Ideal ließen sich diese Wünsche beim Caravaning, dem Urlaub im Reisemobil oder Wohnwagen, verwirklichen. Vor der Abfahrt richten die Urlauber ihr Reisemobil häuslich ein und haben so bei kurzen Zwischenstopps auf Reisemobilstellplätzen oder bei mehrtägigen Aufenthalten auf einem Campingplatz bei Bedarf eine Rückzugsmöglichkeit, die Heimeligkeit nach eigenem Gusto verspricht.

An Vielfalt herrscht in NRW kein Mangel. Rund 40 Campingplätze bietet allein das Sauerland, die Region zwischen Arnsberg und Olpe wird gemeinhin "Land der tausend Berge" genannt. Viele Plätze befinden sich auf einem der ausgedehnten Höhenzüge oder am Wasser. Die abwechslungsreiche Landschaft lässt sich auch auf "Schusters Rappen" genießen. Mit dem 250 Kilometer langen "Sauerland-Höhenflug", dem 154 Kilometer langen Rothaarsteig oder der 240 Kilometer langen Sauerland-Waldroute führen gleich drei prämierte Fernwanderwege durch die Region.

Langeweile Fehlanzeige. Das gilt im Übrigen auch für das Radwegenetz, das von anspruchsvollen Mountainbike- und Rennradtouren bis hin zu gemütlichen Radwanderungen alles im Angebot hat. Glanzlicht ist der Ruhrtalradweg, der auf 230 Kilometern von der Quelle in Winterberg bis zur Mündung in den Rhein in Duisburg führt. Ebenfalls "nah am Wasser gebaut" sind die Radwege rund um die fünf großen Seen im Sauerland. Diese sind einst als Trinkwasserdepots für das prosperierende Ruhrgebiet aufgestaut worden. Genauso wichtig ist inzwischen ihre Rolle als Urlaubsgebiet. Ruhesuchende legen sich in den Strandbädern auf die faule Haut oder gehen angeln, Aktivurlauber gehen tauchen oder machen einen Segelkurs in der ADAC-Yachtschule am Möhnesee. Dieser macht erfahrungsgemäß sogar bei schlechtem Wetter viel Spaß. Schließlich bietet der Stausee mit seiner Ost-West-Ausrichtung meist ideale Windverhältnisse, die auch Anfänger schnell Fortschritte machen lassen. Reisemobilisten, die ihr eigenes Boot dabeihaben, können auch direkt vom Campingplatz ins windige Vergnügen starten. Schließlich hat der Campingplatz "Delecke Südufer" ebenso einen direkten Zugang zum Wasser wie der zweite Platz, den wir auf unsere Kurzreise besucht haben: der "Feriencamping Biggesee-Vier Jahreszeiten" am "Sonderner Kopf".

(RP)