Bärenalarm: WWF gibt Verhaltenstipps für Wanderer in Bayern - Bärenkot gefunden

WWF gibt Verhaltenstipps für Wanderer in Bayern : Wenn Sie einem Bären begegnen...

Der Expertenrat klingt zunächst mal einfach: Bei Begegnung mit einem Bären sollte man Abstand halten und sich langsam zurück ziehen. Grund für den Tipp: In Bayern wurde Kot eines Braunbären gefunden.

Es gelte die gleiche Verhaltensweise wie bei anderen Wildtieren, erklärte WWF-Wildtierexperte Moritz Klose am Montag in Berlin: "Halten Sie Abstand und ziehen Sie sich langsam zurück." Insbesondere Wanderer sollten zudem darauf achten, keine Abfälle wie Essensreste in der Natur zurückzulassen.

"Bayern muss sich jetzt, ebenso wie Baden-Württemberg, auf Bärenbesuch einstellen", erklärte Klose. Der Freistaat habe sich nach dem Abschuss des Braunbären Bruno im Jahr 2006 mit der Thematik auseinandergesetzt und müsse nun die damals im Managementplan festgehaltenen Schritte vorbereiten. Der WWF warf dagegen Baden-Württemberg vor, sich noch nicht einmal auf dem Papier mit dem Vorkommen von Bären beschäftigt zu haben.

Das bayerische Umweltministerium hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass eine Touristin am 1. Oktober in Bayern "mit großer Wahrscheinlichkeit" die Losung - also den Kot - eines Bären fotografiert habe. Das Foto wurde an einem Waldrand im Balderschwanger Tal gemacht. Es könnte sich um einen Bären handeln, der bereits im Juni und dann im Oktober in Tirol nachgewiesen wurde.

Bei dem jetzt also vermutlich außer in Österreich auch in Bayern wandernden Bären handelt es sich nach Einschätzung der Behörden um ein Tier, das sich arttypisch - nämlich sehr scheu und unauffällig - verhält. 2006 hingegen war der Braunbär Bruno als "Problembär" eingestuft worden, weil er bis in menschliche Siedlungen vordrang. Bruno war nach 170 Jahren der erste in Deutschland gesichtete Bär, er wurde nach erfolglosen Fangversuchen erlegt.

Der WWF erklärte, aus Sicht der Umweltorganisation wäre es ein Gewinn, wenn sich ein Braunbär dauerhaft in Deutschland niederlasse. Es wäre aber auch eine Herausforderung. Deshalb müsse schnell ein Förderprogramm zum Schutz von Weidetieren vor Angriffen durch große Beutegreifer wie Bär und Wolf umgesetzt werden, erklärte Wildtierexperte Klose.

(felt/AFP)
Mehr von RP ONLINE