Reiseziele, Dokumente, Regeln Checkliste: 7 Punkte für einen entspannten Urlaub mit Hund

Berlin · Der Hund gehört zur Familie - und deshalb gehört er für viele auch mit den Urlaub. Damit die gemeinsame Reise unbeschwert abläuft, haben wir für Sie eine Checkliste und Packliste zusammengestellt. Los geht's.

Checkliste: 7 Punkte für einen entspannten Urlaub mit Hund
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

1. Welche Reiseziele sind für den Urlaub mit Hund wunderbar geeignet?

Immer zusammen: Urlaub mit Hund ist wunderbar.

Immer zusammen: Urlaub mit Hund ist wunderbar.

Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn
Hunde reisen im Auto etwa hinter einem Transportgitter sicher.

Hunde reisen im Auto etwa hinter einem Transportgitter sicher.

Foto: Monique Wüstenhagen/dpa Themendienst/dpa-tmn
  • Nord- und Ostsee: Meeresrauschen, frische Luft, viel Bewegung - ein Urlaub an der Küste tut Mensch und Tier gut. Umso besser, dass Hunde an vielen Stränden erlaubt sind. Schöne Hundestrände finden sich sowohl an der Nordsee als auch an der Ostsee.
  • Mittelgebirge: Ob Harz, Schwarzwald, Bayerischer Wald oder das Elbsandsteingebirge - Deutschlands Wälder bieten eine große Auswahl an vortrefflichen Wanderwegen. Und damit viel Auslauf. Damit sich der Hund auch ohne Leine austoben kann, gibt es zum Beispiel im Harz einen Hundewald. Das ist ein weitläufiges Freilaufgelände.
  • Voralpen und Alpen: In Regionen wie dem malerischen Allgäu oder im Nationalpark Berchtesgaden können Hundebesitzer einen idyllischen Urlaub verbringen - vor traumhafter Bergkulisse.
Mit der richtigen Planung hat auch der Vierbeiner Spaß im Urlaub.

Mit der richtigen Planung hat auch der Vierbeiner Spaß im Urlaub.

Foto: Uli Deck/dpa/dpa-tmn
  • Niederlande: Hier geht es sehr hundefreundlich zu. Das zeigt sich auf der Insel Texel: „Auch in der Hochsaison kann ich die Hunde am Strand laufen lassen“, sagt Martina Züngel-Hein. An die Leine müssen die Tiere dabei nicht, anders als an den deutschen Küsten. „Die Holländer sind da einfach entspannter“, sagt die Bloggerin.
  • Dänemark: Schöne Strände an Nord- und Ostsee bietet auch unser nördlicher Nachbar. Für eine Extraportion Auslauf sorgen jede Menge ausgedehnte Hundewälder („Hundeskove“). Infos zur Einreise und zum dänischen Hundegesetz hat Visit Denmark zusammengestellt.
  • Österreich: Die Berge rufen! Von Vorarlberg über Tirol bis ins Salzburger Land gibt es unzählige schöne Ecken. In zahlreichen hundefreundlichen Hotels werden die Vierbeiner bestens umsorgt. Mit Maulkorb dürfen die Tiere auch mit der Seilbahn auf den Berg.
Checkliste: 7 Punkte für einen entspannten Urlaub mit Hund
Foto: Christin Klose/dpa-tmn
  • Sicherung: Der Hund muss dem ADAC zufolge mit einer Transportbox, einem Trenngitter oder einem Gurt gesichert werden.
  • Pausenzeiten: Regelmäßige Pausen sind wichtig, damit der Hund die Reise genießen kann. „Ich würde alle eineinhalb Stunden anhalten und schauen, wie es dem Tier geht“, rät Sonja Krämer, die für die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz tätig ist. „Wenn das Tier schläft, kann man ruhig noch eine Weile weiterfahren.“ Martina Züngel-Hein rät bei ausgewachsenen Hunden alle zwei bis drei Stunden zu einer Pause. Bei Welpen besser alle eineinhalb Stunden.
  • Pausenplätze: Mindestens eine halbe Stunde sollte die Pause dauern - ein angenehmer Ort ist da wünschenswert. „Die meisten Hunde erleichtern sich nicht auf dem Asphalt, die wollen ein bisschen Grün unter dem Popo haben“, sagt Züngel-Hein. Sie meidet Rastplätze direkt an der Autobahn. „Auch wenn ich nicht tanke, suche ich mir für die Pause einen stillen Ort abseits der Autobahn, wo es grün ist.“ Klar, das kostet etwas mehr Zeit. Aber dafür geht es dem Hund gut.
  • Belüftung: Der ADAC rät davon ab, mit geöffnetem Fenster zu fahren. Denn die Zugluft tut den Augen der Hunde nicht gut.
  • Kleine Hunde: Wenn der Hund in eine Tierbox passt, fährt er laut der Deutschen Bahn kostenlos mit. Die Box muss unter den Sitz oder in die Ablage passen. Sie darf nicht auf dem Sitz stehen.
  • Größere Hunde: Ist der Hund größer als eine Hauskatze, braucht er ein eigenes Ticket. Der Preis entspricht einer Kinderfahrkarte, also die Hälfte des regulären Fahrpreises.
  • Sitzplatz: Martina Züngel-Hein weist darauf hin, dass dem Hund dann auch mit einer Fahrkarte kein eigener Sitzplatz zusteht.
  • Fahrkarte: Für den Hund bietet die Bahn kein Online-Ticket an. Die Fahrkarte gibt es per Post, in DB-Reisezentren oder am Automaten.
  • Regeln: Ein Hund, der zu groß für eine Transportbox ist, muss im Zug außerdem angeleint sein und einen Maulkorb tragen.
  • Kabine oder Frachtraum: Darüber entscheidet das Gewicht des Hundes. Die Vorgaben der Airlines können sich hier unterscheiden. Bei Lufthansa zum Beispiel liegt die Grenze bei acht Kilo. Ist das Tier schwerer, fliegt es als Cargo in einer Transportbox gesichert im klimatisierten Frachtraum mit. Ist es leichter, kann es als zusätzliches Handgepäck in der Kabine mitfliegen.
  • Formalitäten: Ein Hund muss bei der Fluggesellschaft für den Transport angemeldet werden, es ist also etwas Papierkram nötig. Den Gepäckschein an der Transportbox für den Frachtraum sollte man mit „Life Animal“ beschriften, rät der ADAC.
  • Preise: Die Kosten gibt der ADAC je nach Distanz und Tiergröße mit 35 bis 300 Euro an. Sie schwanken also deutlich.
  • Wohlfühlatmosphäre: Die ungewohnte Reise kann man dem Hund so angenehm wie möglich gestalten. „Ich würde hier etwas mitnehmen, was das Tier gut kennt, zum Beispiel eine Decke“, rät Tierärztin Kramer. „Am besten etwas, das sich wie zu Hause anfühlt und auch nach dem Tier riecht.“ Das kann auch das Lieblingsspielzeug des Hundes sein.
Je nach Reiseziel sollten Tierhalter die Impfung nicht vergessen.

Je nach Reiseziel sollten Tierhalter die Impfung nicht vergessen.

Foto: Christoph Schmidt/dpa/dpa-tmn
  • Für eine Reise ins Ausland braucht man den EU-Heimtierausweis mit dem Nachweis der gültigen Tollwut-Impfung, erklärt Sonja Krämer. Dort ist auch der Chip zur Identifizierung des Tiers eingetragen.
  • Frauchen oder Herrchen sollten sich rechtzeitig um die Impfung gegen Tollwut kümmern. „Die Tollwut-Impfung muss beim Grenzübertritt mindestens drei Wochen zurückliegen“, erklärt Krämer. Das ist in der EU so vorgeschrieben. Das führe dazu, dass man mit Hunden jünger als 15 Wochen innerhalb der EU nicht reisen könne. Denn das Tier kann erst mit 12 Wochen zum ersten Mal gegen Tollwut geimpft werden.
  • Bei Reisen in bestimmte Länder außerhalb der EU muss darüber hinaus mittels Blutabnahme der sogenannte Tollwut-Titer ermittelt werden - und zwar primär für die Wiedereinreise in die EU, wie Krämer ausführt. Damit sieht man, ob der Impfschutz tatsächlich vorhanden ist. „Das darf frühestens 30 Tage nach der letzten Tollwut-Impfung gemacht werden.“ Auch hier gilt also: mit ausreichend Vorlauf planen.
  • Wichtig ist auch eine Haftpflichtversicherung für das Tier.
  • Martina Züngel-Hein rät darüber hinaus dazu, den Hund beim TASSO-Haustierzentralregister zu melden. Der Verein engagiert sich für den Tierschutz. „Er hilft kostenlos, falls der Hund verloren geht, zum Beispiel mit Steckbriefen für die Suche.“
  • Bei Urlaub außerhalb Deutschlands empfiehlt sich immer noch mal ein Blick in die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes. Eine erste Anlaufstelle können spezielle Webseiten sein, zum Beispiel www.petsontour.de - ein doppelter Check ist aber ratsam. So können auch oft die Touristen-Informationen der Länder weiterhelfen.
  • Leinenpflicht: „Das Wann und Wo hängt in Deutschland vom Bundesland und der Gemeinde ab“, erklärt Martina Züngel-Hein. Hier lohnt ein Blick auf die Webseite der jeweiligen Ferienregion. Dort finden sich oft die Regeln für Urlaub mit Hund. Oder man ruft die Tourist-Info an oder schreibt eine freundliche E-Mail.
  • Maulkorb: „Es ist immer sinnvoll, wenn der Hund daran gewöhnt ist. Je früher Sie damit anfangen, umso besser“, rät Züngel-Hein. Denn vor Ort kann das Tragen zum Beispiel in Bussen und Bahnen vorgeschrieben sein. „Und im Urlaub muss ich vielleicht doch mal ein öffentliches Verkehrsmittel nehmen.“ Oder in Österreich die Gondel.
  • Restaurants: Hier gibt es natürlich keine pauschalen Vorgaben. „Am besten vorher freundlich nachfragen, ob ich mit dem Hund hinein darf“, lautet der Rat der Bloggerin. Falls man als Paar oder mit Freunden reist: „Der eine kann ja draußen warten mit dem Tier, der andere geht rein.“ Denn: Höflichkeit wird wertgeschätzt.
Urlaub in der Natur: Hunde lieben es, im Freien herumzutollen.

Urlaub in der Natur: Hunde lieben es, im Freien herumzutollen.

Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

6. Einfach abhaken: Die optimale Packliste

  • Zeckenzange
  • Desinfektionsmittel
  • Elektrolyt-Pulver (bei Durchfall)
  • Probiotika für den Darm
  • Pfotenbalsam (zur wohltuenden Pflege der Fußballen)
  • Verbandsmaterial und ein Pfotenstrumpf (bei Verletzung)
  • individuelle Medikamente des Tieres
  • eventuell Reisetabletten, die der Tierarzt empfiehlt
  • Antiparasitikum bzw. Ungezieferschutz bei Reisen nach Südeuropa. „Das gibt es in Tablettenform oder als Spot-On für den Nacken und hält Mücken und auch Zecken ab“, sagt Tierärztin Kramer.
  • Futter, gerne schon tageweise in Portionen abgepackt. „Ich würde immer das gewohnte Fressen mit in den Urlaub nehmen“, rät Kramer.
  • Hundedecke und ausreichend Handtücher
  • Kurze und lange Leine
  • Leckerlis für zwischendurch
  • Teppichshampoo: „Es kann sein, dass es dem Hund mal nicht so gut geht“, sagt Züngel-Hein. „Ich putz das dann immer gleich selbst weg.“
  • Für den Winter je nach Hunderasse ein Hundemäntelchen
(dpa)
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