Reiseziele, Dokumente, Regeln Sieben Tipps für einen entspannten Urlaub mit Hund

Service | Düsseldorf · Der Hund gehört zur Familie - und deshalb für viele Menschen auch mit in den Urlaub. Damit die gemeinsame Reise unbeschwert abläuft, haben wir für Sie eine Checkliste und Packliste zusammengestellt.

 Mit der richtigen Vorbereitung wird die Urlaubsreise für Hund und Mensch zum unvergesslichen Erlebnis.

Mit der richtigen Vorbereitung wird die Urlaubsreise für Hund und Mensch zum unvergesslichen Erlebnis.

Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Der Hund gilt als der beste Freund des Menschen. Da ist es verständlich, dass viele ihren treuen Begleiter auch im Urlaub an der Seite haben möchten. Eine Reise mit Hund braucht allerdings ein bisschen mehr Vorbereitung als sonst. Wer an ein paar wichtige Punkte denkt, kann sorgenfrei und entspannt aufbrechen.

Mit dieser Checkliste für den Urlaub sind Sie auf der sicheren Seite:

1. Welche Reiseziele sind für den Urlaub mit Hund wunderbar geeignet?

Zunächst eine Faustformel vorab: Je kürzer die Anreise, umso stressfreier für das Tier. Die gute Nachricht: Deutschland ist ein sehr hundefreundliches Land - und hat von der Küste bis zu den Alpen jede Menge Natur und schöne Gegenden zu bieten. Beispiele:

  • Nord- und Ostsee: Meeresrauschen, frische Luft, viel Bewegung - ein Urlaub an der Küste tut Mensch und Tier gut. Umso besser, dass Hunde an vielen Stränden erlaubt sind. Schöne Hundestrände finden sich sowohl an der Nordsee als auch an der Ostsee.
  • Mittelgebirge: Ob Harz, Schwarzwald, Bayerischer Wald oder das Elbsandsteingebirge - Deutschlands Wälder bieten eine große Auswahl an vortrefflichen Wanderwegen. Und damit viel Auslauf. Damit sich der Hund auch ohne Leine austoben kann, gibt es zum Beispiel im Harz einen Hundewald. Das ist ein weitläufiges Freilaufgelände.
  • Voralpen und Alpen: In Regionen wie dem malerischen Allgäu oder im Nationalpark Berchtesgaden können Hundebesitzer einen idyllischen Urlaub verbringen - vor traumhafter Bergkulisse.

Auch unsere Nachbarländer bieten sich für einen Urlaub mit Hund an. Ein Land heben Hundebesitzer besonders positiv hervor:

  • Niederlande: Hier geht es sehr hundefreundlich zu. Das zeigt sich auf der Insel Texel: „Auch in der Hochsaison kann ich die Hunde am Strand laufen lassen“, sagt Martina Züngel-Hein. An die Leine müssen die Tiere dabei nicht, anders als an den deutschen Küsten. „Die Holländer sind da einfach entspannter“, sagt die Bloggerin.
  • Dänemark: Schöne Strände an Nord- und Ostsee bietet auch unser nördlicher Nachbar. Für eine Extraportion Auslauf sorgen jede Menge ausgedehnte Hundewälder („Hundeskove“). Infos zur Einreise und zum dänischen Hundegesetz hat Visit Denmark zusammengestellt.
  • Österreich: Die Berge rufen! Von Vorarlberg über Tirol bis ins Salzburger Land gibt es unzählige schöne Ecken. In zahlreichen hundefreundlichen Hotels werden die Vierbeiner bestens umsorgt. Mit Maulkorb dürfen die Tiere auch mit der Seilbahn auf den Berg.
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2. So klappt die Anreise ohne Hektik und Stress

Zunächst eine grundsätzliche Abwägung: Möchte man unbedingt mit dem Hund in den Urlaub fliegen? Oder setzt man lieber auf ein Reiseziel, das mit dem Auto oder der Bahn erreichbar ist? Diese Transportmittel bringen für das Tier mehr Ruhe und Entlastung. Denn im Flugzeug dürfen nur kleinere Hunde in die Kabine zu Frauchen oder Herrchen. Größere Hunde fliegen im Frachtraum mit (dazu weiter unten mehr). Das ist nicht gerade entspannt für das Tier.

Tipps für die Anreise mit dem Auto

Wer sich für die Anreise mit dem Auto entscheidet, sollte folgende Dinge berücksichtigen, um entspannt ans Ziel zu kommen:

  • Sicherung: Der Hund muss dem ADAC zufolge mit einer Transportbox, einem Trenngitter oder einem Gurt gesichert werden.
  • Pausenzeiten: Regelmäßige Pausen sind wichtig, damit der Hund die Reise genießen kann. Tierärzte raten Welpen-Besitzern, alle eineinhalb Stunden anzuhalten und in Ruhe nach dem Tier zu schauen. Bei ausgewachsenen Hunden reicht es, alle zwei bis drei Stunden eine Pause zu machen.
  • Pausenplätze: Mindestens eine halbe Stunde sollte die Pause dauern - ein angenehmer Ort ist da wünschenswert. Die meisten Hunde erleichtern sich nicht gerne auf dem Asphalt und bevorzugen stattdessen Grünflächen. Damit das Tier nicht in Stress gerät, sollten Sie überfüllte Rastplätze meiden und sich lieber ein abgelegenes Örtchen suchen, um mit dem Hund Gassi zu gehen.
  • Belüftung: Der ADAC rät davon ab, mit geöffnetem Fenster zu fahren. Denn die Zugluft tut den Augen der Hunde nicht gut.

Tipps für die Anreise mit der Bahn

Diese Punkte sind wichtig für eine gemütliche Anreise mit der Bahn:

  • Kleine Hunde: Wenn der Hund in eine Tierbox passt, fährt er laut der Deutschen Bahn kostenlos mit. Die Box muss unter den Sitz oder in die Ablage passen. Sie darf nicht auf dem Sitz stehen.
  • Größere Hunde: Ist der Hund größer als eine Hauskatze, braucht er ein eigenes Ticket. Der Preis entspricht einer Kinderfahrkarte, also die Hälfte des regulären Fahrpreises.
  • Sitzplatz: Auch mit einer Fahrkarte steht dem Hund kein eigener Sitzplatz zu.
  • Fahrkarte: Für den Hund bietet die Bahn kein Online-Ticket an. Die Fahrkarte gibt es per Post, in DB-Reisezentren oder am Automaten.
  • Regeln: Ein Hund, der zu groß für eine Transportbox ist, muss im Zug außerdem angeleint sein und einen Maulkorb tragen.

Tipps für die Anreise mit dem Flugzeug

Wer sich für die Anreise mit dem Flugzeug entscheidet, sollte mit den Regeln für den Transport von Hunden im Luftverkehr vertraut sein:

  • Kabine oder Frachtraum: Darüber entscheidet das Gewicht des Hundes. Die Vorgaben der Airlines können sich hier unterscheiden. Bei Lufthansa zum Beispiel liegt die Grenze bei acht Kilo. Ist das Tier schwerer, fliegt es als Cargo in einer Transportbox gesichert im klimatisierten Frachtraum mit. Ist es leichter, kann es als zusätzliches Handgepäck in der Kabine mitfliegen.
  • Formalitäten: Ein Hund muss bei der Fluggesellschaft für den Transport angemeldet werden, es ist also etwas Papierkram nötig. Den Gepäckschein an der Transportbox für den Frachtraum sollte man mit „Life Animal“ beschriften, rät der ADAC.
  • Preise: Die Kosten gibt der ADAC je nach Distanz und Tiergröße mit 35 bis 300 Euro an. Sie schwanken also deutlich.
  • Wohlfühlatmosphäre: Die ungewohnte Reise kann man dem Hund so angenehm wie möglich gestalten. Nehmen Sie zum Beispiel eine Decke oder ein Spielzeug mit, das nach dem Zuhause riecht.

3. Dokumente und Impfungen: Wann der Hund reisefertig ist

Wer an alles denkt, hat später keinen Stress. Folgende Dinge sollten Hundebesitzer bei der Vorbereitung des Urlaubs auf dem Zettel haben:

  • Für eine Reise ins Ausland braucht man den EU-Heimtierausweis mit dem Nachweis der gültigen Tollwut-Impfung, erklärt Sonja Krämer. Dort ist auch der Chip zur Identifizierung des Tiers eingetragen. Alternative zum Chip ist eine vor dem 3. Juli 2011 angebrachte, noch lesbare Tätowierung. Die ist aber selten geworden.
  • Frauchen oder Herrchen sollten sich rechtzeitig um die Impfung gegen Tollwut kümmern. „Die Tollwut-Impfung muss beim Grenzübertritt mindestens drei Wochen zurückliegen“, erklärt Krämer. Das ist in der EU so vorgeschrieben. Das führe dazu, dass man mit Hunden jünger als 15 Wochen innerhalb der EU nicht reisen könne. Denn das Tier kann erst mit 12 Wochen zum ersten Mal gegen Tollwut geimpft werden.
  • Bei Reisen in bestimmte Länder außerhalb der EU muss darüber hinaus mittels Blutabnahme der sogenannte Tollwut-Titer ermittelt werden - und zwar primär für die Wiedereinreise in die EU, wie Krämer ausführt. Damit sieht man, ob der Impfschutz tatsächlich vorhanden ist. „Das darf frühestens 30 Tage nach der letzten Tollwut-Impfung gemacht werden.“ Auch hier gilt also: mit ausreichend Vorlauf planen.
  • Wichtig ist auch eine Haftpflichtversicherung für das Tier.
  • Melden Sie den Hund beim TASSO-Haustierzentralregister an. Der Verein engagiert sich für den Tierschutz und hilft kostenlos mit Steckbriefen, falls der Hund verloren geht.
  • Bei Urlaub außerhalb Deutschlands empfiehlt sich immer noch mal ein Blick in die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes. Eine erste Anlaufstelle können spezielle Webseiten sein, zum Beispiel www.petsontour.de - ein doppelter Check ist aber ratsam. So können auch oft die Touristen-Informationen der Länder weiterhelfen.

4. Gut zu wissen: Die Regeln für Hunde vor Ort

Wer mit seinem Hund im Urlaub ein paar erfüllende Tage verbringen möchte, sollte wissen, was vor Ort geht und was nicht.

  • Leinenpflicht: „Das Wann und Wo hängt in Deutschland vom Bundesland und der Gemeinde ab“, erklärt Martina Züngel-Hein. Hier lohnt ein Blick auf die Webseite der jeweiligen Ferienregion. Dort finden sich oft die Regeln für Urlaub mit Hund. Oder man ruft die Tourist-Info an oder schreibt eine freundliche E-Mail.
  • Maulkorb: „Es ist immer sinnvoll, wenn der Hund daran gewöhnt ist. Je früher Sie damit anfangen, umso besser“, rät Züngel-Hein. Denn vor Ort kann das Tragen zum Beispiel in Bussen und Bahnen vorgeschrieben sein. „Und im Urlaub muss ich vielleicht doch mal ein öffentliches Verkehrsmittel nehmen.“ Oder in Österreich die Gondel.
  • Restaurants: Hier gibt es natürlich keine pauschalen Vorgaben. „Am besten vorher freundlich nachfragen, ob ich mit dem Hund hinein darf“, lautet der Rat der Bloggerin. Falls man als Paar oder mit Freunden reist: „Der eine kann ja draußen warten mit dem Tier, der andere geht rein.“ Denn: Höflichkeit wird wertgeschätzt.

5. Gute Nacht! So finden Sie hundefreundliche Unterkünfte

Gastfreundschaft ist wichtig - auch für das Tier. Der Hund soll im Urlaub nicht bloß geduldet, sondern willkommen sein. Das gilt erst recht in der Ferienunterkunft, egal ob Hotel oder Ferienwohnung.

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Gibt's spezielle Hotels für Hunde?

Und ob! Das Tier gehört im Urlaub dazu. Mittlerweile haben sich viele Hotels auf vierbeinige Gäste spezialisiert und bieten vom Hundekeks über Hundemenüs bis zu Hundesportplätzen ein großes Angebot.Hier finden Sie die hundefreundlichsten Hotels Deutschlands.

6. Einfach abhaken: Die optimale Packliste

Kurze Erinnerung: Für Reisen ins Ausland den EU-Heimtierausweis nicht vergessen. Darüber hinaus gibt es noch ein paar andere Dinge, die auf keiner Reise mit Hund im Gepäck fehlen sollten.

Da wäre zunächst eine kleine Reiseapotheke:

  • Zeckenzange
  • Desinfektionsmittel
  • Elektrolyt-Pulver (bei Durchfall)
  • Probiotika für den Darm
  • Pfotenbalsam (zur wohltuenden Pflege der Fußballen)
  • Verbandsmaterial und ein Pfotenstrumpf (bei Verletzung)
  • individuelle Medikamente des Tieres
  • eventuell Reisetabletten, die der Tierarzt empfiehlt
  • Antiparasitikum bzw. Ungezieferschutz bei Reisen nach Südeuropa

Dann sollten folgende Utensilien mit ins Gepäck:

  • Futter, (im Optimalfall schon tageweise in Portionen abgepackt)
  • Hundedecke und ausreichend Handtücher
  • Kurze und lange Leine
  • Leckerlis für zwischendurch
  • Teppichshampoo
  • Für den Winter je nach Hunderasse ein Hundemäntelchen
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7. Auf die richtige Einstellung kommt es (auch) an

Abgesehen von den praktischen Dingen noch etwas Grundsätzliches: Rücksichtnahme und Gelassenheit gehören zu einem Urlaub mit Hund dazu. Achten Sie darauf, Ihren Hund nicht an belebten Orten frei laufen zu lassen und halten Sie notfalls Abstand zu anderen Hunden. Auch das Entfernen von Hundekot sollte für alle Halter eine Selbstverständlichkeit sein.

Im Gegenzug dürfen Sie auch von anderen Menschen Rücksichtnahme einfordern und beispielsweise Kinder darauf ansprechen, dass Ihr Hund nicht ungefragt angefasst werden möchte.

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