Wandern auf dem Soonwaldsteig: Auf einsamen Wegen durch den Hunsrück

Wandern auf dem Soonwaldsteig : Auf einsamen Wegen durch den Hunsrück

Kirn (RPO). Dichte Wälder, uralte Burgruinen und Einsamkeit. Der Hunsrück gilt als Gegend, in der sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Jetzt lockt er Besucher mit einem neuen Wanderweg. Der 83 Kilometer lange Soonwaldsteig führt durch eins der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Dennoch ist das Gebiet vom Rhein-Main-Gebiet in rund einer Stunde gut zu erreichen.

Wanderer können zwischen dem Hauptkamm des Hunsrücks und dem Nahetal über weite Strecken mit dem Gefühl laufen, dass der Weg allein ihnen gehört. Idealer Startpunkt für die Wanderung ist Kirn an der Nahe im Westen des Soonwalds. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ortskern mit seinen hübschen Fachwerkhäuschen führt der Weg schon bald heraus aus dem Tal. Vorbei an der Ruine Kallenfels geht es zum Schloss Wartenstein, wo sich Besucher über den Naturpark Soonwald-Nahe informieren können.

Eine erste Übernachtung bietet sich in Bundenbach an - samt Besichtigung der Schmidtburg. Das weitläufige Gemäuer aus Ober- und Unterburg - heute nur noch eine Ruine - stammt ursprünglich aus dem Jahr 929 und ist damit eine der ältesten Burgen im Nahe- und Hunsrückraum. In unmittelbarer Nähe gibt es auch ein Freilichtmuseum, in dem eine Keltensiedlung nachgebaut wurde.

Weiter führt die Route nach Gemünden - oft durch lichte Eichenwäldchen und mit ein bisschen Kraxelei. Erst geht es hoch zum Teufelsfelsen und dann über große Steinhalden auf dem schmalen Kamm des kleinen Soons bis zum Simmerbachtal. Danach wartet auf den Wanderer ein weiterer kerniger Anstieg zur Burgruine Koppenstein, einem markanten Wahrzeichen des Höhenzuges Großer Soon. Auf dem Weg zur Ellerspring, mit 657 Metern die höchste Erhebung des Soonwaldes, zieht sich der Weg meist als schmaler Pfad neben der Forststraße entlang.

Naturbelassene Routen

Bei dem Steig, der sich um das Prädikat "Premiumweg" des Deutschen Wanderinstituts bewirbt, wurde sehr auf naturbelassene Routen geachtet - Asphaltstücke sind die absolute Ausnahme. Bekommt er das begehrte Siegel, dann wären mit dem Soonwaldsteig auf gleichbleibend hohen Niveau der Saar-Hunsrück-Steig und der Rheinsteig miteinander verbunden - beides sind ebenfalls Premium-Wanderwege, die hohe Anforderungen erfüllen müssen.

Ist das Guldenbachtal durchquert, beginnt auch schon der Endspurt Richtung Rhein durch den Binger Wald. Erst bleiben die Pfade noch einsam, aber spätestens ab der Gaststätte "Jägerhaus" sind immer mehr Ausflügler und Kindergruppen unterwegs. Kein Wunder: Kleine Wanderer können sich in der "Steckeschlääferklamm" auf die Suche nach versteckten Gesichtern und Fratzen machen, die ein Künstler in die Baumstämme geschnitzt hat. Romantisch wird es im engen und steilen Morgenbachtal, bevor die teilweise mit Geländern gesicherten Wege hinauf zu den Rheinhöhen führen.

Zum Abschluss der Wanderung lohnt sich hier die Besichtigung der Burg Rheinstein und eines freigelegten römischen Gutshofes, bevor es wieder hinab an den Rhein nach Bingen geht.

Der Soonwaldsteig kann von geübten Wanderern in drei Tagen bezwungen werden. Wer es gemütlicher angehen möchte, plant einfach vier Etappen ein. Wanderer sollten auf jeden Fall Tagesproviant, eine gut gefüllte Wasserflasche, eine Regenjacke und für den Fall der Fälle auch ein Handy mitnehmen - denn anders als auf vielen Premiumwanderwegen sind Soonwald-Fans oft unter sich.

Die Abgeschiedenheit der Region hat zwar viele Vorteile - wie stilles Naturerlebnis und entspanntes Wandern -, aber eben auch Nachteile: Wer auf eigene Faust loszieht, sollte vorher genau auf die Karte schauen und Übernachtungsmöglichkeiten ausloten.

Es lohnt sich auf jeden Fall, das Bett vorher zu reservieren, denn in manchen Orten gibt es nur wenige Pensionen oder Gasthöfe. Wem das zu viel Organisationsaufwand ist, der kann eines der Pauschalangebote zum Beispiel der Naheland-Touristik buchen. Vor allem östlich von Gemünden führt der Soonwaldsteig außerdem über viele Kilometer nur durch Wald und Wiesen. Nicht an allen Straßen, die der Weg quert, gibt es Buslinien. Wer sich vorher die Nummer der Taxiunternehmen der Region notiert, geht jedoch auf keinen Fall verloren und kann sich einfach an einer vereinbarten Stelle abholen lassen.

Informationen: Naheland-Touristik, Bahnhofstraße 37, 55606 Kirn/Nahe (Tel.: 06752/13 76 10, E-Mail: info@naheland.net).

Internet: Soonwaldsteig www.soonwaldsteig.de, Naheland Touristik www.naheland.net, Hunsrück Touristik www.hunsruecktouristik.de, Liste der Taxiunternehmen http://dpaq.de/taxi

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wildromantischer Soonwaldsteig

(tmn/mais)