Keine Angst vor gesundheitsgefährdenden Schadstoffen: Woran sich "gesunde Möbel" erkennen lassen

Keine Angst vor gesundheitsgefährdenden Schadstoffen : Woran sich "gesunde Möbel" erkennen lassen

Der Kauf von Möbeln war lange Zeit eine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels. Mittlerweile hat der Trend zu bewusstem Leben auch die Möbelbranche erreicht. Gesundheitliche und ökologische Gesichtspunkte beeinflussen immer mehr Verbraucher in ihrer Entscheidung.

Der Kauf von Möbeln war lange Zeit eine Frage des Geschmacks und des Geldbeutels. Mittlerweile hat der Trend zu bewusstem Leben auch die Möbelbranche erreicht. Gesundheitliche und ökologische Gesichtspunkte beeinflussen immer mehr Verbraucher in ihrer Entscheidung.

"Wenn von gesunden Möbeln gesprochen wird, steht der Erhalt der eigenen Gesundheit im Vordergrund", sagt Ulla M. Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen). Ergonomische Aspekte seien dabei für die Deutschen, die unter Rückenbeschwerden als Volkskrankheit leiden, besonders wichtig. An eventuelle Schadstoff-Ausdünstungen von Möbeln dagegen dächten die meisten Käufer nicht - oder erst dann, wenn entsprechende Fälle Schlagzeilen machen.

Die Befürchtung mancher Verbraucher, sich mit neuen Möbeln gesundheitsgefährdende Schadstoffe in die Wohnung zu holen, ist nach Angaben der Stiftung Warentest in Berlin unangebracht. Bedingung sei allerdings, dass die gesetzlich festgelegten Grenzwerte durch die Hersteller eingehalten werden. Festgelegt sind die Bestimmungen zur Vermeidung von Ausdünstungen aus Möbeln für Innen- und Wohnräume in der Chemikalienverbotsordnung, im Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz sowie in der FCKW-Halon-Verbotsverordnung.

Höchstzulässige Konzentrationen wurden laut Stiftung Warentest festgelegt für Formaldehyd, Kadmium und Kadmiumverbindungen, Benzol und andere Krebs erregende Verbindungen, Alkane und Azo-Farbstoffe, die Krebs erzeugende Amine freisetzen können. Grundsätzlich verboten sind in Deutschland die Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und der Einsatz von Pentachlorphenol (PCP).

Goldenes "M" als Gütezeichen

Über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus hat die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) in Nürnberg Güte- und Prüfkriterien erarbeitet. Damit soll sicher gestellt werden, dass von den Möbeln keine Gefahr für Gesundheit und Umwelt ausgehen. Erkennen kann der Verbraucher diese Möbel am goldenen "M" auf dunklem Grund. Laut Stiftung Warentest ist dieses Symbol, das branchenintern als "RAL-RG 430" bezeichnet wird, das einzige anerkannte Gütezeichen für komplette Möbel.

Ein besonderes Problem stellen laut Ulrich-Raithel mögliche Ausdünstungen bei neuen Möbeln dar: "Neumöbel setzen immer einige Wochen, in ungünstigen Fällen bis zu einem Jahr lang so genannte flüchtige organische Verbindungen frei." Dies hätten Messungen des Umweltinstituts belegt. Bei empfindlichen Menschen könnten diese Ausdünstungen das Wohlempfinden beeinträchtigen und zu Übelkeit oder Kopfschmerzen führen. Als empfindlich gelten dabei rund 15 Prozent der Bevölkerung. Dazu gehörten Allergiker ebenso wie Kleinkinder und Menschen, die empfindlich gegen bestimmte Düfte seien.

Um solchen Belastungen entgegenzuwirken, rät Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München, neue Möbel im Frühsommer zu kaufen, da im Sommer die Wohnung besser gelüftet werden könne. Empfehlenswert seien auch Produkte mit dem "Blauen Umweltengel" und natürliche Beschichtungen wie Öl und Wachs.

Informationen: Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V., Tillystraße 2 90431 Nürnberg (Tel.: 0911/659 99 78, Fax: 0911/61 92 73, E-Mail: dgm@dgm-moebel.de). Das Buch "Möbelkauf" der Stiftung Warentest ist für 18 Mark im Buchhandel erhältlich (ISBN 3-931908-52-6).

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