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Was die neuen Saugroboter taugen

Haushaltshilfe : Was Saugroboter wirklich taugen

Sie sammeln automatisch Krümel, Haare, Fussel. Doch ersetzen können sie den Handsauger noch nicht.

(dpa) Saugroboter erledigen lästige Hausarbeit. Sie fahren durch die Räume und sammeln ein, was auf dem Boden liegt: Staub, Fussel, Haare, Krümel. Und das meist, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind. Aber: Die Geräte können einen normalen Staubsauger noch nicht ersetzen. „Saugroboter können natürlich nicht mit der Saugleistung eines guten Bodenstaubsaugers mithalten“, sagt Cecilia Meusel von der Stiftung Warentest. „Aber sie ergänzen und sorgen für eine optische Grundsauberkeit in der Wohnung.“ Das meint auch Claudia Oberascher, Projektleiterin der Initiative „Hausgeräte+“: „Die vergleichsweise geringe Saugleistung machen die Roboter wett, indem sie die Wohnung regelmäßig reinigen und so auf einem sauberen Standard halten.“ Werden Saugroboter täglich oder mehrmals pro Woche eingesetzt, seien sie eine gute Ergänzung zu Hand- oder Bodengeräten. „Vor allem für ältere Menschen können sie interessant sein, weil sie jede Ecke der Wohnung erreichen und auch dort reinigen, wo es mit dem Staubsauger schwerfällt“, sagt Oberascher.

Die Hersteller haben investiert, die Geräte sind zuverlässiger als vor Jahren. Während die ersten Modelle noch etwas orientierungslos durch die Wohnung irrten, säubern moderne Roboter den Boden systematisch und auch gründlicher. „Die Geräte sind smarter geworden. Viele lassen sich programmieren und vermessen den Raum“, sagt Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im Zentralverband Elektronikindustrie. „Sie berechnen im Voraus, wie sie in Ecken kommen, wo Hindernisse und Treppen sind.“

Es bleiben Schwächen: Manche Geräte kommen nicht gut in die Ecken. Auch auf Teppichen reinigen sie eher oberflächlich. Und bei großen Wohnungen reicht oft die Akkulaufzeit nicht aus. Dann sind Roboter hilfreich, die in der Lage sind, zwischendurch zurück an die Ladestation zu fahren, sich aufzuladen und anschließend dort weiterzusaugen, wo sie vorher aufgehört haben.

Vergleichen ist Pflicht. „Das Angebot ist vielfältig, und nicht jeder Roboter passt zu jedem Nutzer und jeder Wohnung“, sagt Scholz. Es gibt teilweise beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen, nicht nur in Qualität und Funktion, sondern auch im Preis. Wichtige Kriterien sind Saugleistung, Programmierbarkeit von Startzeiten, Akkulaufzeit, Ladezeit sowie die Art, wie sich die Saugroboter im Raum orientieren. Auch das Handling der Staubbox kann ausschlaggebend sein. Sie muss regelmäßig per Hand geleert werden, am besten nach jeder Reinigung. „Ein Argument kann auch die Lautstärke sein“, gibt Meusel zu bedenken. „Die Roboter sind zwar nicht sehr laut, surren aber durchgängig. Das kann stören, wenn man zu Hause ist.“

Und: „Völlig selbstständig arbeiten die Geräte nicht, man muss ihnen passende Bedingungen schaffen“, betont Geräteexpertin Oberascher. Am besten funktionieren Saugroboter in Wohnungen mit glatten Böden und einer übersichtlichen Einrichtung. Sind die Räume vollgestellt oder verwinkelt, haben es die Reinigungshelfer schwer. Auch allzu flauschige Teppiche und Schwellen, die höher als zwei Zentimeter sind, setzen ihnen oft Grenzen. Und sie verheddern sich auch gern in Schnürsenkeln, frei liegenden Kabeln oder langen Teppichfransen. Hier muss man also erst mal aufräumen, oder man setzt auf smarte Geräte mit Steuerung per App. Sie lassen sich laut Oberascher so programmieren, dass brisante Stellen erst gar nicht angefahren werden. Ansonsten kann dem Roboter mittels Magnetbändern oder Navigationsschranken Grenzen gesetzt werden.