Holz ist gefragt: Vor- und Nachteile von Parkett und Laminat

Holz ist gefragt: Vor- und Nachteile von Parkett und Laminat

Hamburg/Bielefeld (rpo). Parkett oder Laminat? Vor dieser Frage stehen Bauherren und Renovierer häufig. Beide Arten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Und beide haben ihre Vor- und Nachteile. Aber worin unterscheiden sie sich genau?

Beide Arten lasen sich ohne große Mühe selbst verlegen. Die Bohlen, aus denen die Böden zusammengefügt werden, sind dafür jeweils ringsum mit Nut und Feder versehen. Was die Optik betrifft, wirken Laminatbeläge oft wie Holzböden. Im Alltag haben sowohl Fertigparkett als auch Laminat ihre Vor- und Nachteile.

Äußerlich sind die beiden Belag-Typen häufig kaum auseinander zu halten, doch in Aufbau und Zusammensetzung unterscheiden sie sich: "Fertigparkett ist ein reines Holzprodukt", erklärt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. In der Regel setzt es sich aus drei Schichten zusammen: einer Trägerschicht aus Sperrholz, Span- oder Faserplatte, einem so genannten Gegenzugfurnier - meist aus Nadelholz - und einer Deckschicht aus Furnier mit Edelholz.

Auch Laminat besteht aus drei Schichten. Auf eine Trägerplatte aus Holzfasern, die für die Stabilität sorgt, wird ein Dekorationspapier geklebt, erläutert Katrin Dullweber vom Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller in Bielefeld. Das Papier wird mit einem durchsichtigen Bezug, einem "Overlay", aus einem bestimmten Harz abgedichtet. Dieser Bezug ist die eigentliche Laufschicht.

Muster duch Dekorationspapier

Laminat werde in zahlreichen Glanzgraden und Dekoren angeboten, sagt Giuseppina Krone vom Hersteller HDM in Moers (Nordrhein-Westfalen). Neben der beonders beliebten Holzoptik gibt es auch Perl-, Metall- und Steinstrukturen. Die verschiedenen Optiken erhält das Laminat durch das Dekorationspapier, auf das die entsprechenden Muster aufgedruckt werden. "Edle Hölzer und Steine stehen Pate für aktuelle Designentwicklungen bei Laminatfußböden."

Wer sich zwischen Fertigparkett und einem Laminatboden entscheiden muss, sollte neben der Optik auch die Beanspruchung berücksichtigen: Bei Fertigparkett entscheidet nach Angaben der Verbraucher Initiative in Berlin die Deckschicht über die Qualität. Harthölzer wie Buche und Eiche seien weniger empfindlich als die oft verwendeten Weichhölzer Kiefer und Fichte. Außerdem bestimmt die Dicke des Furniers über die Lebensdauer des Parketts: "Ab einer Dicke von vier Millimetern lässt sich der Boden ein bis zwei Mal abschleifen", sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Je beanspruchter, umso hochwertiger

Laminatfußboden ist in unterschiedlichen Beanspruchungsklassen erhältlich. Diese sind nach Worten Katrin Dullwebers an speziellen Bildsymbolen auf den Verpackungen zu erkennen. Je häufiger der Raum, in dem das Laminat liegen soll, genutzt wird, desto hochwertiger sollte dieses sein. Wer sich für ein Qualitätsprodukt entscheidet, kann davon ausgehen, dass diesem selbst Pfennigabsätze, schwere Möbel und brennende Zigaretten nichts anhaben können.

"Fertigparkett- und Laminatböden werden in der Regel schwimmend verlegt", erläutert Petersen. Früher sei es üblich gewesen, die einzelnen Bohlen an Nut und Feder zu einer Platte zu verleimen, die keine feste Verbindung zu dem Untergrund hat. Inzwischen hätten sich so genannte Click-Verbindungen bei Laminat und Parkett durchgesetzt. Dabei haben Nut und Feder eine spezielle Formung, dank derer der Boden ohne Zugabe von Leim verzahnt werden kann.

Laminat lässt sich nicht schleifen

"Ein gravierender Nachteil von Laminatböden ist, dass sie sich nicht abschleifen lassen", gibt Petersen zu bedenken. Zum Beseitigen kleinerer Kratzer oder Macken werden spezielle Reparaturstifte angeboten. Ähnlich wie bei Reparaturen von Autolack mit Lackstiften sind solche Ausbesserungen laut Petersen jedoch fast immer zu sehen. Bei größeren Schäden helfe nur komplettes Renovieren.

"Laminat und Fertigparkett reagieren empfindlich auf zu viel Wasser", warnt Dullweber. Um Schäden durch Aufquellen zu vermeiden, sollten beide Belag-Typen lediglich "nebelfeucht" abgewischt werden. Unvorteilhaft seien die Böden jeweils auch für die Raumakustik: "Beide klappern beim Gehen", sagt Petersen. Zur Verbesserung der Trittschall- und Wärmedämmung sowie zum Ausgleich kleinerer Unebenheiten des Unterbodens sollte bei der Verlegung unbedingt eine Dämmzwischenlage vorgesehen werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Parkett und Laminat: Blickfang für den Boden

(gms)
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