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Kosten bei Hagel und Sturm: Hausversicherung wird teurer

Kosten bei Hagel und Sturm : Hausversicherung wird teurer

Die Versicherer klagen über steigende Kosten, die sie weitergeben wollen. Die veränderten Auszahlungsregeln für Lebensversicherungen werden begrüßt.

Die Schadenversicherer haben 2013 wegen Überschwemmung, Hagel und Sturm 1,4 Milliarden Euro minus gemacht. Insgesamt mussten die deutschen Versicherer allein für Unwetterschäden sieben Milliarden Euro leisten. Daher reichten die Einnahmen weder in Kfz-, noch in der Wohngebäudeversicherung aus, um die Schäden zu bezahlen. Ganz dramatisch ist die Unterdeckung mit 32 Prozent beim Immobilienschutz. "Diese Sparte ist verlustreich. Da ist auch mit Kapitalerträgen kein Staat mehr zu machen", sagte Norbert Rollinger vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anlässlich der Vorstellung der Jahreszahlen 2013.

Vor allem Hausbesitzer müssen daher mit weiteren, erheblichen Beitragsanhebungen rechnen. Im vergangenen Jahr stiegen die Einnahmen der Versicherer bereits um sieben Prozent. Der Löwenanteil entfiel auf Beitragssteigerungen.

In der Autoversicherung liegen die Schäden und Kosten um vier Prozent über den Beitragseinnahmen. In den beiden hart durch Unwetter betroffenen Sparten gibt es aber weiterhin scharfen Wettbewerb zwischen den Anbietern. Kunden können Beitragserhöhungen daher vielfach durch einen Wechsel zu einem anderen Anbieter abschwächen oder sogar vermeiden.

Insgesamt blicken die Versicherer trotzdem auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Beitragseinnahmen in der Schaden-, Unfall- und Lebensversicherung konnten um drei Prozent auf 187,1 Milliarden Euro gesteigert werden. In der Lebensversicherung sind aber deutlich weniger Kunden bereit, einen Vertrag zu unterschreiben. Das laufende Neugeschäft brach um 13,1 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro ein. "Schuld ist der Pillenknick. Es gibt immer weniger Kunden im Alter zwischen Mitte 20 und 40 Jahren," so Alexander Erdland, Präsident des GDV.

Die Branche rechnet damit, dass Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag weiter boomen, weil es immer mehr Erbschaften gibt. Erdland begrüßte es, dass die Politik nach Ankündigung des Bundesfinanzministeriums die 50-prozentige Beteiligung an den Bewertungsreserven von festverzinslichen Anlagen abschaffen will. "Die niedrigen Zinsen haben die Marktwerte der festverzinslichen Wertpapiere unnatürlich aufgeblasen", so Erdland.

Nur fünf Prozent der Kunden, deren Versicherungen aktuell ausgezahlt würden, profitierten von der neuen Regelung. Gleichzeitig würde es zulasten der Mehrheit der Versicherten gehen, wenn man jetzt höhere Auszahlungen leistet, so der GDV. Für 2013 bezifferte Erdland die so notwendige Senkung der laufenden Überschüsse für alle Lebensversicherte auf 0,4 Prozent.

(RP)