Öffentliche Hand trägt die Kosten Auf dem Schulweg versichert

Düsseldorf (RP). 2006 wurden in den Sekretariaten deutscher Schulen 124.824 Wegeunfälle von Schülern registriert. Wichtig zu wissen: Auf dem Schulweg sind Schüler unfallversichert – und zwar kostenlos bei den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand. Dies gilt auch bei Umwegen, wie jetzt das Bundessozialgericht entschied.

Düsseldorf (RP). 2006 wurden in den Sekretariaten deutscher Schulen 124.824 Wegeunfälle von Schülern registriert. Wichtig zu wissen: Auf dem Schulweg sind Schüler unfallversichert — und zwar kostenlos bei den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand. Dies gilt auch bei Umwegen, wie jetzt das Bundessozialgericht entschied.

"Wenn der Unfall in der Schule selbst passiert, läuft die Meldung in der Regel automatisch über das Schulsekretariat", sagt Stefan Boltz von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Wird ein Schüler auf dem Hin- oder Rückweg zur Schule verletzt, "sollte soweit möglich der Durchgangsarzt aufgesucht werden, der für Arbeits- und Wegeunfälle zuständig ist", rät Boltz.

Findet die Akutbehandlung bei einem anderen Arzt oder im Krankenhaus statt, sollte man in jedem Fall darauf hinweisen, dass es sich um einen Wegeunfall handelt. So stellt man klar, dass nicht die Krankenkasse, sondern die Unfallversicherung der Kostenträger ist. Denn wer für die Kosten aufkommt, ist nicht egal. Die Leistungen der Unfallversicherung sind nämlich großzügiger. Sie zahlt beispielsweise bei bleibenden Gesundheitsschäden eine lebenslange Rente.

2006 wurden bundesweit über 1400 neue Unfallrenten für Schüler bewilligt. Weiterhin zahlt die Unfallkasse Pflegegeld und gewährt Rehabilitationsleistungen. Besonders wichtig für Schüler ist: Verletzten Kindern wird — falls erforderlich — auch Unterricht am Krankenbett finanziert oder andere pädagogische Maßnahmen, die dazu beitragen, dass das Kind eine angemessene Ausbildung erhält.

Voraussetzung hierfür ist allerdings immer, dass es sich um einen Schul- oder Wegeunfall handelt. Vor allem Letzteres ist mitunter strittig - insbesondere dann, wenn Kinder sich nicht an den direkten Weg zwischen Schule und Wohnung halten, sondern Umwege machen. Das Bundessozialgericht legt dabei allerdings eher großzügige Maßstäbe an. Mit einem Urteil vom 30. Oktober 2007 hat es entschieden, dass der Versicherungsschutz auch dann erhalten bleibt, wenn der Schüler einen — nach "Erwachsenenmaßstäben" — unsinnigen und unnötigen Umweg wählt.

Im Rechtsstreit ging es um einen Achtjährigen, der auf dem Weg von der Schule nach Hause den Bus nicht an der in unmittelbarer Nähe seines Elternhauses gelegenen Haltestelle verlassen hatte, sondern erst zwei Stationen später ausgestiegen und dann auf dem Umweg von einem Auto angefahren worden war. Dabei erlitt der Junge ein Schädelhirntrauma mit Dauerschäden. Das Bundessozialgericht befand, dass es sich hierbei um einen versicherten Wegeunfall handelte. Das Verpassen der richtigen Haltestelle gehöre bei einem achtjährigen Kind zu den alterstypischen Verhaltensweisen, urteilten die Richter. (Az: B 2 U 29/06 R)

(RP)